Pallade Veneta - UN-Hilfskoordinator fordert Ende des "Gemetzels" im Gazastreifen

UN-Hilfskoordinator fordert Ende des "Gemetzels" im Gazastreifen


UN-Hilfskoordinator fordert Ende des "Gemetzels" im Gazastreifen
UN-Hilfskoordinator fordert Ende des "Gemetzels" im Gazastreifen / Foto: - - Israeli Defence Forces/AFP

Nach der Erstürmung des größten Krankenhauses im Gazastreifen durch die israelische Armee hat der UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths ein Ende des "Gemetzels" in dem Palästinensergebiet gefordert. Das "Gemetzel in Gaza" erreiche jeden Tag "neue Stufen des Horrors", erklärte Griffiths am Mittwoch in Genf. Die Welt verfolge "unter Schock, wie Krankenhäuser unter Beschuss geraten, Frühgeborene sterben und einer ganzen Bevölkerung die grundlegendsten Dinge zum Überleben entzogen werden".

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"Es darf nicht zugelassen werden, dass dies so weitergeht", fügte Griffiths hinzu. In einem Zehn-Punkte-Plan für den Gazastreifen forderte er unter anderem eine Feuerpause, die Öffnung weiterer Grenzübergänge für humanitäre und kommerzielle Lieferungen sowie die Freilassung der von der radikalislamischen Hamas in den Gazastreifen verschleppten Geiseln.

In einer vorherigen Erklärung hatte sich der UN-Nothilfekoordinator bereits "entsetzt" über das Vordringen israelischer Soldaten in das Al-Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza gezeigt. "Krankenhäuser sind keine Schlachtfelder", erklärte er. Der Schutz von Neugeborenen, Patienten, medizinischem Personal und allen Zivilisten müsse Vorrang haben.

Die Erklärung löste eine scharfe Reaktion der israelischen Vertretung am UN-Sitz in Genf aus. In einer Botschaft im Onlinedienst X (vormals Twitter) stellte die Vertretung eine Verbindung zwischen Griffiths' Äußerungen und dessen Treffen mit dem iranischen Außenminister Hossein Amir-Abdollahian am Mittwoch in Genf her.

"Haben Sie das getwittert, bevor oder nachdem Sie den iranischen Außenminister heute Morgen getroffen haben? Haben Sie ihn aufgefordert, die Finanzierung und Bewaffnung einer Terrororganisation zu stoppen, die Krankenhäuser als Verstecke benutzt?", schrieb die diplomatische Vertretung.

Israel wirft der auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas vor, Krankenhäuser im Gazastreifen als Verstecke für ihre Kämpfer zu nutzen und Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Die radikalislamische Palästinenserorganisation, die den Gazastreifen kontrolliert, wird von Teheran finanziell und auch mit Waffen unterstützt.

Israel begründete die Erstürmung des Al-Schifa-Krankenhauses damit, dass die Hamas ein Kommandozentrum auf dem Klinikgelände eingerichtet habe. Die Armee sprach von einem "präzisen und gezielten" Militäreinsatz in dem Krankenhaus.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, zeigte sich dennoch "zutiefst beunruhigt" über den Armee-Einsatz in der Klinik. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte, dass "alle Maßnahmen" ergriffen werden müssten, um jegliche Konsequenzen für Kranke, Zivilisten und medizinisches Personal zu vermeiden.

Nach UN-Angaben befinden sich mindestens 2300 Patienten, Mitarbeiter und vertriebene Zivilisten in der Einrichtung, die nach tagelangen heftigen Kämpfen und Luftangriffen komplett abgeriegelt ist. Laut Augenzeugen herrschen in dem Krankenhaus schon seit Tagen fürchterliche Zustände: Operationen werden demnach ohne Narkose ausgeführt, Familien hausen ohne Nahrung und Wasser in den Fluren, der Gestank verwesender Leichen hängt in der Luft.

Die israelische Armee reagiert mit ihren massiven Angriffen im Gazastreifen auf den brutalen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Dabei verübten Hamas-Kämpfer Gräueltaten überwiegend an Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder. Israelischen Angaben zufolge wurden etwa 1200 Menschen in Israel getötet und rund 240 weitere Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Seitdem wurden in dem Palästinensergebiet nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, rund 11.300 Menschen getötet.

I.Saccomanno--PV

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