Pallade Veneta - Israel setzt Angriffe auf Gazastreifen fort - Forderungen nach Schutz von Zivilisten

Israel setzt Angriffe auf Gazastreifen fort - Forderungen nach Schutz von Zivilisten


Israel setzt Angriffe auf Gazastreifen fort -  Forderungen nach Schutz von Zivilisten
Israel setzt Angriffe auf Gazastreifen fort - Forderungen nach Schutz von Zivilisten / Foto: SAID KHATIB - AFP

Ungeachtet der lauter werdenden internationalen Forderungen nach einem besseren Schutz der Zivilbevölkerung hat Israel seine Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt und dabei verstärkt den Süden unter Beschuss genommen. Nach Angaben der radikalislamischen Hamas-Regierung wurden mindestens sieben Menschen bei einem israelischen Angriff am frühen Sonntagmorgen nahe der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten getötet. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor bekräftigt, den Krieg gegen die Hamas so lange fortzusetzen, "bis wir alle Ziele erreicht haben".

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Zu den Zielen gehörten die Freilassung aller israelischen Geiseln und die Auslöschung der radikalen Palästinenserorganisation, sagte Netanjahu am Samstag bei seiner ersten Pressekonferenz seit dem Auslaufen einer siebentägigen Kampfpause mit der Hamas am Freitag. Die Fortsetzung der Bodenoffensive im Gazastreifen sei dafür "unabdingbar". "Unsere Soldaten haben sich in den Tagen der Waffenruhe auf einen totalen Sieg gegen die Hamas vorbereitet", bekräftigte der israelische Regierungschef.

Hoffnungen auf eine mögliche Neuauflage der am Freitag ausgelaufenen Feuerpause hatten zuvor einen Rückschlag erlitten: Die Gespräche über eine zweite Waffenruhe steckten in einer "Sackgasse", erklärte die israelische Regierung und beorderte ihre Unterhändler nach Hause zurück. Israel und die Hamas machen sich gegenseitig dafür verantwortlich, dass die Feuerpause letztlich nicht verlängert wurde.

Nach dem Ende der Feuerpause ging die israelische Armee im Gazastreifen erneut massiv gegen die radikalislamische Hamas vor, diese feuerte erneut Raketen auf Israel.

"Wir beschießen zur Zeit militärische Ziele der Hamas im gesamten Gazastreifen", erklärte Israels Armeesprecher Jonathan Conricus. Seit dem Ende der Feuerpause nahm das israelische Militär eigenen Angaben zufolge mehr als 400 Ziele im Gazastreifen unter Beschuss und weitete ihre Angriffe auf den Süden des Gebiets aus, in dem sich auch Hunderttausende der vor den Kämpfen geflüchtete Palästinenser befinden. Israelische Kampfjets beschossen unter anderem Ziele in der Stadt Chan Junis.

Die Hamas und der mit ihr verbündete Islamische Dschihad gaben ihrerseits an, Israel wieder unter "Raketen-Dauerbeschuss" genommen zu haben. Es seien mehrere israelische Städte ins Visier genommen worden, vor allem Tel Aviv.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris mahnte, Israel müsse mehr zum Schutz der Zivilisten im Gazastreifen tun. "Zu viele unschuldige Palästinenser sind getötet worden", sagte Harris vor Journalisten bei der UN-Klimakonferenz in Dubai. "Offen gesagt, das Ausmaß des zivilen Leids und die Bilder und Videos aus dem Gazastreifen sind erschütternd".

Ähnlich äußerte sich auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Ein Krieg in "urbanen Gebieten" lasse sich nur durch den Schutz von Zivilisten gewinnen, sagte Austin bei einem Verteidigungsforum in Kalifornien. Wenn Streitkräfte die Zivilbevölkerung "in die Arme des Feindes treiben", dann verwandelten sie "einen taktischen Sieg in eine strategische Niederlage".

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte vor einem jahrelangen Krieg in Nahost. Die von Israel als Ziel ausgegebene "totale Zerstörung der Hamas" würde mindestens "zehn Jahre" Krieg erfordern, sagte Macron am Rande der UN-Klimakonferenz in Dubai. Israel müsse deshalb sein Ziel "präzisieren".

Der Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas dauert bereits acht Wochen. Am 7. Oktober waren hunderte Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas nach Israel eingedrungen und hatten Gräueltaten überwiegend an Zivilisten verübt. Israelischen Angaben zufolge wurden etwa 1200 Menschen in Israel getötet und etwa 240 Menschen als Geiseln verschleppt.

Als Reaktion begann Israel mit dem Angriff auf Ziele in dem dicht besiedelten Gazastreifen. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden seitdem mehr als 15.000 Menschen in dem Palästinensergebiet getötet, unter ihnen mehr als 6000 Kinder und Jugendliche.

Nach israelischen Angaben befinden sich noch immer 136 Geiseln, darunter 17 Frauen und Kinder, in der Gewalt der Hamas im Gazastreifen.

Am Samstagabend demonstrierten erneut hunderte Angehörige von Geiseln in Tel Aviv. Viele von ihnen hielten Fotos der Verschleppten hoch. Erstmals meldeten sich auch aus der Gewalt der Hamas befreite Geiseln öffentlich zu Wort und forderten ihre Regierung auf, die Freilassung der übrigen Gefangenen sicherzustellen.

"Die moralische Verpflichtung dieser Regierung ist es, sie sofort und ohne zu zögern nach Hause zu bringen", sagte die 85-jährige Jocheved Lifschitz, die bereits im Oktober von der Hamas freigelassen wurde.

R.Zaccone--PV

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