Pallade Veneta - Gipfel in Brüssel: EU will Annäherung an Westbalkan-Länder

Gipfel in Brüssel: EU will Annäherung an Westbalkan-Länder


Gipfel in Brüssel: EU will Annäherung an Westbalkan-Länder
Gipfel in Brüssel: EU will Annäherung an Westbalkan-Länder / Foto: KENZO TRIBOUILLARD - AFP

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen die Beziehungen zu den sechs Westbalkan-Staaten vertiefen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nannte die Erweiterung am Mittwoch bei einem Gipfeltreffen in Brüssel "die wichtigste Sicherheitsgarantie" für die EU und drängte die Mitgliedsländer zur Eile. Im Gegenzug müssten die Westbalkan-Länder die gemeinsame Außenpolitik mittragen, forderte Borrell. Vor allem Serbien steht in der Kritik, weil es die Russland-Sanktionen der EU nicht umsetzt.

Textgröße ändern:

Serbiens Regierungschefin Ana Brnabic begründete dies mit den Strafmaßnahmen im Zuge der Jugoslawien-Kriege: "Wir haben in den 90ern unter Sanktionen gelitten und wir glauben, dass sie die Schwächsten im Land gefährden", betonte Brnabic. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hatte seine Teilnahme an dem Gipfel abgesagt und dies mit den Parlamentswahlen in seinem Land am Sonntag begründet.

An dem Westbalkan-Gipfel nehmen zudem Vertreter aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien teil. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bei einer Regierungserklärung im Bundestag erneut darauf verwiesen, dass die Länder bereits seit über 20 Jahren auf ihren EU-Beitritt warteten. Er sehe die "historische Chance", die Region "ein für allemal fest in Europa zu verankern".

Der Brüsseler Gipfel soll die Beitrittsperspektive der sechs Staaten bekräftigen - aber ohne konkreten Zeitplan. Die Europäer haben den Westbalkan-Partnern ein Wachstumspaket von sechs Milliarden Euro in Aussicht gestellt, das an Reformen geknüpft ist.

Umstritten ist in der EU der Beginn von Beitrittsverhandlungen mit Bosnien-Herzegowina. Ungarn und Österreich fordern ihn, Deutschland lehnt dies zum jetzigen Zeitpunkt ab. An den Westbalkan-Gipfel schließt sich am Donnerstag der reguläre EU-Gipfel an. Dabei geht es unter anderem um den Start der Beitrittsgespräche mit der Ukraine, den Ungarn zuletzt blockierte.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Merz dankt Einsatzkräften nach Brand in Hürtgenwald - Kanzler-Auftritt von Pfiffen begeleitet

Rund eine Woche nach dem schweren Waldbrand bei Hürtgenwald hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag mit einem Besuch bei den Einsatzkräften in der nordrhein-westfälischen Gemeinde aus dem Sommerurlaub zurückgemeldet. Die kurze Dankesrede des Kanzlers vor den Helfern wurde von einem Pfeifkonzert überschattet. Dass Merz seit Beginn seines Urlaubs in der ersten August-Woche trotz Entwicklungen wie folgenschwerer Dürre und heftiger Waldbrände bislang nicht öffentlich aufgetreten war, hatte zuvor Kritik ausgelöst.

Palästinensergebiete: Frühere Diplomaten fordern Paris und London zum Handeln auf

Dutzende frühere französische und britische Diplomaten haben ihre Regierungen dazu aufgerufen, in den Palästinensergebieten das Völkerrecht zu verteidigen. Das Engagement Frankreichs und Großbritanniens sei angesichts der historischen Rolle der beiden Länder im Nahen Osten und ihres Status als ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat unverzichtbar, erklärten die 102 Unterzeichner eines am Samstag in der französischen Zeitung "Le Monde" veröffentlichten offenen Briefs.

Wadephul wirft Russland bei Ukraine-Besuch "wahllosen Mord an Zivilisten" vor

Wenige Stunden nach einem tödlichen russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Ukraine hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) Kiew besucht und Russland "wahllosen Mord an Zivilisten" vorgeworfen. Der Ukraine sagte er bei dem Besuch am Samstag weitere 50 Millionen Euro humanitäre Hilfe zu. Mit US-Außenminister Marco Rubio wolle er zudem über zusätzliche Luftverteidigung für die Ukraine beraten.

Nach BSW-Streit um Koalition: Thüringer CDU bestätigt Voigt als Parteichef

Unter dem Eindruck eines BSW-internen Streits um den Verbleib in der Thüringer Regierungskoalition hat die CDU ihren Ministerpräsidenten Mario Voigt als Landesparteichef bestätigt. Auf einem Parteitag in Eisenach erhielt Voigt am Samstag 84,1 Prozent der Stimmen, wie die CDU mitteilte. Voigt ist seit 2022 Landesvorsitzender der CDU Thüringen und seit 2024 Regierungschef einer Koalition mit SPD und BSW.

Textgröße ändern: