Pallade Veneta - Regierungspartei siegt bei Parlamentswahl in Serbien

Regierungspartei siegt bei Parlamentswahl in Serbien


Regierungspartei siegt bei Parlamentswahl in Serbien
Regierungspartei siegt bei Parlamentswahl in Serbien / Foto: ELVIS BARUKCIC - AFP

Die Partei des Präsidenten Aleksandar Vucic hat laut Hochrechnungen den Sieg bei der Parlamentswahl in Serbien davongetragen. Laut vorläufigen Ergebnissen errang Vucics rechtspopulistische Serbische Fortschrittspartei (SNS) bei der Wahl am Sonntag 127 der 250 Parlamentssitze und damit die absolute Mehrheit. Die Opposition erhob Vorwürfe des Wahlbetrugs und forderte eine Annullierung der Kommunalwahl in Belgrad, die gleichzeitig stattfand.

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"Wir werden die absolute Mehrheit im Parlament haben", sagte Vucic am Sonntagabend in der Hauptstadt Belgrad. "Es war mein Job, alles in meiner Macht stehende zu tun, um eine absolute Mehrheit im Parlament zu sichern." Er sei "sehr stolz" auf den Wahlkampf. Bislang verfügte die SNS über 120 der 250 Mandate und war auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Der Kreml gratulierte Vucic und der SNS. Moskau hoffe, dass der "Weg der Stärkung der Freundschaft und unserer Zusammenarbeit" fortgesetzt werde, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Ungarns Regierungschef Viktor Orban sprach von einem "überwältigenden Wahlsieg".

Vucics SNS war trotz der hohen Inflation und monatelanger Massenproteste in Serbien als Favoritin in die Wahl gegangen. Der Präsident war im Wahlkampf allgegenwärtig, die Abstimmung am Sonntag galt als ein Referendum über seine Regierung.

Größte Konkurrenz für Vucics Partei war das lose Oppositionsbündnis Serbien gegen Gewalt. Die Bewegung war aus den Massenprotesten nach zwei Schusswaffenangriffen im Frühjahr mit 19 Toten hervorgegangen. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, auch mithilfe der von ihr kontrollierten Medien eine Kultur der Gewalt zu fördern. Die Proteste richteten sich zunehmend gegen die Regierungspolitik insgesamt.

Überschattet wurden die Wahlen in dem Balkanstaat von Betrugsvorwürfen. Oppositionsführer Radomir Lazovic beklagte "zahlreiche Unregelmäßigkeiten" während der Wahl. Er sprach von "Stimmenkauf" und gefälschten Unterschriften und dem womöglich bislang "schmutzigsten Wahlprozess".

Wahlbeobachter des Zentrums für Forschung, Transparenz und Verantwortung erklärten, in der Stadt Odzaci im Nordosten angegriffen worden zu sein, "nachdem ein Fall von Wahlbetrug registriert" worden sei. Dabei seien Dutzende Stimmzettel aus Parteibüros ins gegenüberliegende Wahllokal gebracht worden.

Vucic hatte die Neuwahl des Parlaments selbst ausgerufen. Seit seinem ersten Amtsantritt im Jahr 2014 - damals noch als Ministerpräsident - halten Regierungskabinette in Serbien kaum bis zum Ende einer Legislaturperiode. Kritiker sehen das als Manöver, um die Opposition zu behindern.

Zusätzlich zur Parlamentswahl wurden am Sonntag in einigen Städten Kommunalwahlen abgehalten. Die SNS teilte mit, die Wahl in der Hauptstadt Belgrad gewonnen zu haben - dort waren der Opposition Chancen eingeräumt worden.

Das Oppositionsbündnis Serbien gegen Gewalt kündigte an, erneut auf die Straßen zu gehen. Das Bündnis rief Unterstützer dazu auf, am Montagabend gegen "Wahlraub" bei der Kommunalwahl in der Hauptstadt zu demonstrieren. Das Bündnis forderte unter Berufung auf Unregelmäßigkeiten zudem die Annullierung der Wahl in der Hauptstadt.

Das Bündnis erklärte, in Belgrad hätten mehr als 40.000 Menschen gewählt, die nicht offiziell als Einwohner registriert gewesen seien. Es warf der Regierung vor, nicht registrierten Wählern aus dem benachbarten Bosnien erlaubt zu haben, illegal an der Wahl teilzunehmen. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück.

B.Cretella--PV

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