Pallade Veneta - SPD-Ministerpräsident Weil kritisiert Sparpläne der Bundesregierung

SPD-Ministerpräsident Weil kritisiert Sparpläne der Bundesregierung


SPD-Ministerpräsident Weil kritisiert Sparpläne der Bundesregierung
SPD-Ministerpräsident Weil kritisiert Sparpläne der Bundesregierung / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Sparpläne der Bundesregierung kritisiert und deutliche Korrekturen gefordert. Zentraler "Webfehler" der jüngsten Haushaltsbeschlüsse sei, "dass bei den vorgesehenen Belastungen kein Unterschied gemacht wird zwischen denjenigen, die ein gutes Einkommen haben, und denjenigen, die ein niedriges Einkommen haben", sagte Weil der Zeitung "Welt" (Mittwochausgabe). Als Beispiel nannte er die geplante stärkere Erhöhung der CO2-Preise.

Textgröße ändern:

"Ein gut verdienender Städter tut sich damit sehr viel leichter als ein Pendler vom Lande mit kleinem Einkommen", sagte Weil. "Sozial gerecht ist das nicht."

Die Streichung der Zuschüsse zum Agrardiesel werde von den Bauern zudem "zurecht als ganz gezielte Belastung wahrgenommen", sagte Weil weiter. "Unsere Landwirte stehen allesamt im internationalen Wettbewerb und die Konkurrenz in vielen Ländern, etwa aus Frankreich, kann zu wesentlich günstigen Bedingungen produzieren als die Bauern hierzulande. Insofern halte ich diese Kürzungspläne auch für falsch."

Die Spitzen der Ampel-Koalition hatten sich Mitte Dezember auf milliardenschwere Einsparungen im Bundeshaushalt 2024 verständigt. Hintergrund ist das Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts, das bestimmte Finanzierungswege neben dem eigentlichen Budget für unzulässig erklärt hatte.

Weil unterstützte als Ausgleich für Kürzungen die Forderung des SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil nach einer Anhebung der Pendlerpauschale. "Das wäre mit Sicherheit ein richtiger Schritt", sagte Weil. In Flächenländern wie Niedersachsen gebe es viele Menschen, "die auf absehbare Zeit weiterhin mit ihrem Verbrenner-Auto zur Arbeit fahren müssen und ihre noch nicht sanierten Häuser mit Öl oder Gas beheizen" müssten.

Solche Menschen müsse die Politik im Auge haben, wenn sie beurteile, ob bestimmte politische Maßnahmen für alle gesellschaftlichen Gruppen verkraftbar seien, sagte der SPD-Ministerpräsident. "Was die aktuellen Beschlüsse der Bundesregierung angeht, habe ich da meine Zweifel."

Das im Koalitionsvertrag vorgesehene "Klimageld" für alle Bürgerinnen und Bürger wird es aus Sicht des niedersächsischen Regierungschefs in dieser Legislaturperiode absehbar nicht geben. "Ich wüsste nicht, wie man das unter den derzeitigen Bedingungen noch finanzieren sollte", sagte Weil. "Geboten wäre es mehr denn je."

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

"Diktator Sánchez": Milei sorgt bei Besuch in Spanien für Eklat

Mitten im spanischen Wahlkampf hat der argentinische Präsident Javier Milei bei einem Besuch in Madrid für einen Eklat gesorgt. Der ultrarechte Staatschef verunglimpfte Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez am Mittwoch als "Diktator". Das spanische Außenministerium verurteilte die Äußerungen und warf Milei eine "Einmischung in innere Angelegenheiten" des EU-Landes vor.

Netanjahu: Bedrohung durch Iran kann nur durch Regierungssturz beseitigt werden

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat im Wahlkampfendspurt seine Forderung nach einem Sturz der iranischen Regierung bekräftigt. "Es gibt nur einen Weg, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen: indem das iranische Regime gestürzt wird", sagte Netanjahu am Mittwoch bei einer Wahlkampfveranstaltung in der südisraelischen Stadt Dimona. Er habe der Armee, dem Geheimdienst Mossad und weiteren Sicherheitsbehörden eine entsprechende Anweisung erteilt. Netanjahu ließ offen, wann und wie diese Anordnung umgesetzt werden soll.

Moskau zu Verhandlungen mit der Ukraine und den USA Mitte November bereit

Russland hat sich nach einem Treffen von Präsident Wladimir Putin mit dem US-Gesandten Steve Witkoff ablehnend über Vorschläge für ein Ende des Ukraine-Kriegs gezeigt, zugleich aber Bereitschaft zu neuen Dreiergesprächen mit Washington und Kiew gezeigt. Kreml-Berater Juri Uschakow sagte am Mittwoch, von Witkoff übermittelte Vorschläge der Europäer und der Ukraine würden "nicht viel Substanz enthalten".

Selenskyj zum Einfrieren der Front im Ukraine-Krieg bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Einfrieren der Frontlinie im Krieg mit Russland als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe bezeichnet. "Wir müssen sie jetzt einfrieren", sagte Selenskyj am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender Fox News. Dies sei der Weg, "um diesen Krieg zu beenden" und "das Minimum, was wir heute von Russland erwarten".

Textgröße ändern: