Pallade Veneta - Polens Präsident äußert sich bestürzt über Festnahme von verurteiltem Ex-Minister

Polens Präsident äußert sich bestürzt über Festnahme von verurteiltem Ex-Minister


Polens Präsident äußert sich bestürzt über Festnahme von verurteiltem Ex-Minister
Polens Präsident äußert sich bestürzt über Festnahme von verurteiltem Ex-Minister / Foto: Wojtek Radwanski - AFP/Archiv

Nach der Verhaftung eines verurteilten Ex-Ministers in seinem Präsidentenpalast hat Polens Staatschef Andrzej Duda seine Bestürzung geäußert und angesichts von Protesten zur Mäßigung aufgerufen. Er sei "tief bestürzt" über die in seinen Augen illegale Verhaftung des Ex-Ministers und eines Mitarbeiters und weiterhin von deren Unschuld überzeugt, erklärte Duda am Mittwoch. Der festgenommene Innenminister der früheren PiS-Regierung, Mariusz Kaminski, kündigte derweil einen Hungerstreik an.

Textgröße ändern:

Kaminski, und sein enger Mitarbeiter Maciej Wasik waren am Dienstagabend im Präsidentenpalast festgenommen worden, wo sie sich kurz zuvor bei einer Zeremonie mit dem der rechtsnationalen PiS nahestehenden Duda gezeigt hatten. Die beiden Männer waren im Dezember von einem Berufungsgericht wegen Fällen von Amtsmissbrauch im Jahr 2007 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden und wurden von der Polizei gesucht.

Die Verurteilten beteuern ihre Unschuld und berufen sich auf eine umstrittene Begnadigung durch Duda im Jahr 2015, die später jedoch vom Obersten Gerichtshof infrage gestellt worden war. Ihre Mandate als Abgeordnete des Parlaments waren am Freitag für ungültig erklärt worden, was Kaminski und Wasik jedoch nicht anerkennen wollten.

"Wir verstecken uns nicht, wir wissen, dass Polizisten in der Nähe des Präsidentengebäudes versammelt sind, um uns festzunehmen", erklärte Kaminski am Dienstag vor Journalisten. Er bezeichnete sich selbst als "politischen Gefangenen" und kündigte am Mittwoch einen Hungerstreik "ab dem ersten Tag meiner Inhaftierung" an.

Präsident Duda erklärte, er wolle sich mit "legalen Mitteln" für die Freilassung der beiden Männer einsetzen. Weiter rief er angesichts einer für Donnerstag angekündigten Demonstration des populistischen Lagers zur Mäßigung auf. "Ich bin fest davon überzeugt, dass (...) wir in der Lage sind, dem polnischen Staat Ehrlichkeit und Gerechtigkeit zurückzugeben", betonte Duda.

Nach acht Jahren unter der Regierung der rechtsnationalen PiS hat in Polen im Dezember das von Donald Tusk angeführte pro-europäische Bündnis die Regierung übernommen. Seitdem kommt es immer wieder zu Konflikten mit dem der PiS nahestehenden Staatspräsidenten.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Ministerpräsident Schulze schließt AfD-Mehrheit durch Überläufer aus der CDU aus

In der Diskussion um die Regierungsbildung nach der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) ausgeschlossen, dass eine Mehrheit für die AfD durch Überläufer aus den eigenen Reihen entstehen könnte. "Für die CDU kann ich das ausschließen", sagte er nach Angaben vom Samstag im Politico Berlin Playbook Podcast. "Ich kenne alle Kandidatinnen und Kandidaten und das wird nicht passieren."

SPD besteht bei Steinmeier-Nachfolge auf Nominierung einer Frau

In der Diskussion um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besteht die SPD darauf, dass die Koalition eine Frau für das höchste Staatsamt nominiert. "Es ist höchste Zeit für eine Frau im Amt als Bundespräsidentin", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagsausgabe).

Merz besucht Hürtgenwald nach schwerem Waldbrand

Rund eine Woche nach dem schweren Waldbrand bei Hürtgenwald besucht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Samstag die Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Merz wolle sich bei den Einsatzkräften bedanken, teilte ein Regierungssprecher am Freitag mit. Er werde mit den Helferinnen und Helfern sprechen und sich über den Einsatzverlauf sowie über die Lage vor Ort informieren.

Scheidende Trump-Sprecherin Leavitt schließt sich Maga-Organisation an

US-Präsidentensprecherin Karoline Leavitt will sich nach ihrem angekündigten Ausscheiden aus dem Amt einer politischen Unterstützerorganisation für Donald Trump anschließen. Die 28-Jährige kündigte am Freitag an, dass sie zu der Organisation Maga Inc. zurückkehren werde. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Super-PAC - eine Art politisches Aktions- und Spendenkomitee, das sich für Trump einsetzt.

Textgröße ändern: