Pallade Veneta - Nordkorea schafft Behörden für Wiedervereinigung ab und droht Südkorea mit Krieg

Nordkorea schafft Behörden für Wiedervereinigung ab und droht Südkorea mit Krieg


Nordkorea schafft Behörden für Wiedervereinigung ab und droht Südkorea mit Krieg
Nordkorea schafft Behörden für Wiedervereinigung ab und droht Südkorea mit Krieg / Foto: STR - KCNA VIA KNS/AFP

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen hat Nordkorea dem Nachbarland Südkorea offen mit Krieg gedroht und zudem die Behörden für die Wiedervereinigung mit dem Süden abgeschafft. Sollte Südkorea "auch nur 0,001 Millimeter" des nordkoreanischen Territoriums verletzen, werde dies als "Kriegsprovokation" angesehen, sagte Pjöngjangs Machthaber Kim Jong Un laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Er forderte, Südkorea zum "Feind Nummer eins" zu erklären.

Textgröße ändern:

Kim betonte, Pjöngjang werde die De-facto-Seegrenze beider Länder, die sogenannte Nördliche Grenzlinie, nicht anerkennen. Weiter forderte er Verfassungsänderungen, die es dem Norden erlauben würden, Südkorea im Kriegsfall zu "besetzen".

Als Reaktion auf die scharfen Äußerungen Kims verwies Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol auf die "überwältigenden Reaktionsmöglichkeiten" des südkoreanischen Militärs. Im Falle einer Provokation durch den atomar bewaffneten Norden werde sein Land mit einer "vielfach stärkeren" Antwort zurückschlagen.

Die verbale Eskalation folgt auf die zunehmende Verschlechterung der Beziehung beider Länder in den vergangenen Monaten. Im November hatte Pjöngjang einen Spionagesatelliten gestartet, daraufhin setzte Seoul ein Militärabkommen von 2018 aus, welches die Spannungen zwischen beiden Ländern abbauen sollte.

In einer Rede vor der Obersten Volksversammlung forderte der nordkoreanische Machthaber nun die Ausarbeitung neuer rechtlicher Maßnahmen, um Südkorea zum "Feind Nummer eins" zu erklären. Weiter bezeichnete er die Bemühungen um die Versöhnung beider Länder als "Fehler".

"Meiner Meinung nach können wir in unserer Verfassung die Frage der vollständigen Besetzung, Unterwerfung und Rückgewinnung der Republik Korea festschreiben und sie als Teil des Territoriums unserer Republik annektieren, falls ein Krieg auf der koreanischen Halbinsel ausbricht", sagte Kim unter Verwendung des offiziellen Namens Südkoreas.

Zuvor hatte das nordkoreanische Parlament die Abschaffung von Regierungsbehörden beschlossen, die mit der Zusammenarbeit und Wiedervereinigung mit Südkorea betraut sind. Die Wiedervereinigung beider Länder könne "niemals erreicht werden", zitierte die Nachrichtenagentur KCNA aus einer vom Parlament veröffentlichten Erklärung. Beide Staaten befänden sich in einer "akuten Konfrontation".

In ihren jeweiligen Verfassungen reklamieren Süd- und Nordkorea die Souveränität über die gesamte Halbinsel. Bisher wurden die wenigen diplomatischen Beziehungen zwischen Seouls Vereinigungsministerium und Pjöngjangs Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung abgewickelt. Letzteres ist eine der Behörden, die nun abgeschafft werden soll.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich auf einem Tiefpunkt. Nordkoreas Machthaber Kim will die Waffenentwicklung ausweiten, darunter auch jene von taktischen Atomwaffen. Als Reaktion darauf haben Südkorea und die USA ihre Verteidigungszusammenarbeit verstärkt und gemeinsame Militärübungen abgehalten.

Vor wenigen Tagen hatte Nordkorea erneut eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet und laut Angaben des südkoreanischen Militärs in Richtung des Ostmeers abgefeuert, das auch als Japanisches Meer bekannt ist. Rund eine Woche zuvor hatte Nordkorea bereits Artillerieübungen nahe der Seegrenze zu Südkorea ausgeführt.

Das Auswärtige Amt verurteilte den erneuten Raketenstart "auf das Schärfste". Es sei "besorgniserregend, dass Nordkorea auch in diesem Jahr seine völkerrechtswidrige Serie von Raketentests fortsetzt und damit den regionalen und internationalen Frieden bedroht", erklärte ein Sprecher. Deutschland fordere Pjöngjang auf, weitere Tests zu unterlassen und die Gesprächsangebote der USA und Südkoreas anzunehmen.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Oberstes Gericht in den USA erlaubt vorerst Weiterbau von Trumps Ballsaal

Der Oberste Gerichtshof der USA hat Präsident Donald Trump erlaubt, den Bau seines umstrittenen Ballsaals im Weißen Haus vorerst fortzusetzen. Der Vorsitzende Richter John Roberts hob am Freitag vorübergehend das Urteil einer Vorinstanz auf, in dem ein Baustopp verfügt worden war. Trump zeigte sich "dankbar" für die Entscheidung des Obersten Gerichts und lobte den geplanten Komplex aus Ballsaal und Militärbunker als "großartigsten seiner Art".

Mindestens 18 Tote und Dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen im Zentrum und Süden der Ukraine sind am Freitag mindestens 18 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Allein bei einem doppelten Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Krywyj Rih am hellichten Tage wurden nach Angaben der Regionalverwaltung mindestens 14 Menschen getötet und 120 weitere verletzt. Bei einem Angriff in der südlichen Region Mykolajiw starben vier Menschen, darunter drei Kinder.

Mindestens 14 Tote bei russischem Angriff auf Einkaufszentrum in der Ukraine

Nach einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum im Zentrum der Ukraine am hellichten Tage ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 14 gestiegen. Mehr als 120 weitere Menschen wurden nach Angaben der Regionalverwaltung bei dem Angriff in der Stadt Krywyj Rih am Freitag verletzt.

Ermittlungen zu Gaza-Hilfsflotte: Türkei erlässt internationalen Haftbefehl gegen Netanjahu

Weitere Verschärfung der Spannungen zwischen der Türkei und Israel: Im Rahmen von Ermittlungen zu der Behandlung von Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte hat die Türkei einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Der türkische Justizminister Akin Gürlek teilte am Freitag im Onlinedienst X mit, Netanjahu und ein weiterer israelische Staatsbürger würden der "Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermords, der schweren Freiheitsberaubung" sowie weiterer Vergehen beschuldigt, darunter Folter. Netanjahus Büro bezeichnete Erdogan daraufhin als "antisemitischen Diktator".

Textgröße ändern: