Pallade Veneta - Frankreichs neue Kulturministerin will Pariser Bürgermeisterin werden

Frankreichs neue Kulturministerin will Pariser Bürgermeisterin werden


Frankreichs neue Kulturministerin will Pariser Bürgermeisterin werden
Frankreichs neue Kulturministerin will Pariser Bürgermeisterin werden / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP/Archiv

Kaum im Amt, schon das nächste im Blick: Die umstrittene französische Kulturministerin Rachida Dati hat wenige Tage nach ihrer Ernennung zur Ministerin bekräftigt, dass sie 2026 Pariser Bürgermeisterin werden möchte. "Natürlich, das habe ich ja immer gesagt", betonte sie am Mittwoch im Sender RTL. "Ich werde alle um mich versammeln, die wollen, dass Paris sich ändert", sagte die bisherige Bezirksbürgermeisterin des schicken 7. Arrondissements.

Textgröße ändern:

"Sie hat sich noch nicht einmal zur Kulturpolitik geäußert, aber strebt schon die nächste Wahl an", kritisierte der sozialistische Vize-Bürgermeister von Paris, Emmanuel Grégoire, der ebenfalls an dem Chefposten im Rathaus interessiert ist. "Die Kultur ist doch kein Trittbrett", fügte er hinzu.

Dati steht im Verdacht, von einer Renault-Filiale mithilfe undurchsichtiger Beraterverträge 900.000 Euro für Lobby-Arbeit erhalten zu haben. Präsident Emmanuel Macron war in die Kritik geraten, weil er eine Ministerin ernannt hatte, gegen die die Justiz wegen Korruption ermittelt.

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte er eine "beispielhafte Republik" in Aussicht gestellt und erklärt, dass Kabinettsmitglieder die Regierung verlassen müssten, sobald sie im Visier der Justiz seien. Diese Regel wurde jedoch bald aufgeweicht.

Viele Kulturschaffende hatten die mangelnde Expertise der neuen Kulturministerin angeprangert. Ihre Vorgängerin Rima Abdul Malak war in Ungnade gefallen, nachdem sie ein Verfahren eingeleitet hatte, um dem mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten Schauspieler Gérard Depardieu die Mitgliedschaft in der Ehrenlegion zu entziehen.

Der Parteichef der Republikaner, Eric Ciotti, hatte nach Datis Ernennung ihren Ausschluss aus der konservativen Partei angekündigt. Dati stammt aus bescheidenen Verhältnissen, ist in einer maghrebinischen Familie aufgewachsen und hat auch die marokkanische Staatsangehörigkeit. Der frühere konservative Präsident Nicolas Sarkozy hatte sie 2007 zur Justizministerin ernannt. Sie war die erste Frau mit nordafrikanischen Wurzeln auf diesem Posten, den sie gut zwei Jahre lang behielt.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Oberstes Gericht in den USA erlaubt vorerst Weiterbau von Trumps Ballsaal

Der Oberste Gerichtshof der USA hat Präsident Donald Trump erlaubt, den Bau seines umstrittenen Ballsaals im Weißen Haus vorerst fortzusetzen. Der Vorsitzende Richter John Roberts hob am Freitag vorübergehend das Urteil einer Vorinstanz auf, in dem ein Baustopp verfügt worden war. Trump zeigte sich "dankbar" für die Entscheidung des Obersten Gerichts und lobte den geplanten Komplex aus Ballsaal und Militärbunker als "großartigsten seiner Art".

Mindestens 18 Tote und Dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen im Zentrum und Süden der Ukraine sind am Freitag mindestens 18 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Allein bei einem doppelten Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Krywyj Rih am hellichten Tage wurden nach Angaben der Regionalverwaltung mindestens 14 Menschen getötet und 120 weitere verletzt. Bei einem Angriff in der südlichen Region Mykolajiw starben vier Menschen, darunter drei Kinder.

Mindestens 14 Tote bei russischem Angriff auf Einkaufszentrum in der Ukraine

Nach einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum im Zentrum der Ukraine am hellichten Tage ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 14 gestiegen. Mehr als 120 weitere Menschen wurden nach Angaben der Regionalverwaltung bei dem Angriff in der Stadt Krywyj Rih am Freitag verletzt.

Ermittlungen zu Gaza-Hilfsflotte: Türkei erlässt internationalen Haftbefehl gegen Netanjahu

Weitere Verschärfung der Spannungen zwischen der Türkei und Israel: Im Rahmen von Ermittlungen zu der Behandlung von Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte hat die Türkei einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Der türkische Justizminister Akin Gürlek teilte am Freitag im Onlinedienst X mit, Netanjahu und ein weiterer israelische Staatsbürger würden der "Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermords, der schweren Freiheitsberaubung" sowie weiterer Vergehen beschuldigt, darunter Folter. Netanjahus Büro bezeichnete Erdogan daraufhin als "antisemitischen Diktator".

Textgröße ändern: