Pallade Veneta - Bewährungsstrafen gegen französische Polizisten wegen brutaler Festnahme gefordert

Bewährungsstrafen gegen französische Polizisten wegen brutaler Festnahme gefordert


Bewährungsstrafen gegen französische Polizisten wegen brutaler Festnahme gefordert
Bewährungsstrafen gegen französische Polizisten wegen brutaler Festnahme gefordert / Foto: Thomas SAMSON - AFP/Archiv

Wegen der brutalen Festnahme eines schwarzen Franzosen, dem ein Polizist einen Schlagstock in den Anus gerammt hatte, hat die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen für die drei beteiligten Polizisten gefordert. "Was als Kontrolle begann, endete in einem zerstörten Leben", sagte Staatsanwalt Loïc Pageot am Donnerstag in Bobigny.

Textgröße ändern:

Die extrem brutale Festnahme von Théo Luhaka war 2017 von Überwachungskameras gefilmt worden. Die Verbreitung der Bilder im Internet hatte große Empörung in Frankreich ausgelöst

Für den Verursacher von Luhakas Verletzung, die zu einer lebenslangen Behinderung geführt hat, forderte die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von drei Jahren. Für die beiden anderen Polizisten wurden Bewährungsstrafen von drei und sechs Monaten gefordert. Das Urteil wird für Freitag erwartet.

Die Polizisten erklärten vor Gericht, dass sie nicht die Absicht gehabt hätten, den damals 22-Jährigen zu verletzen. Er habe mit dem Schlagstock "auf den Oberschenkel" gezielt, sagte der Hautpangeklagte Marc-Antoine C.. Diese Geste habe er in der Polizeischule gelernt, betonte der Polizist, der nach einer internen Untersuchung auf einen Verwaltungsposten versetzt worden war.

Er räumte ein, dass eine Ohrfeige, die er dem bereits mit Handschellen gefesselten jungen Mann verabreichte, "nicht regelgerecht" war. Ein Hieb mit dem Schlagstock auf den Kopf des Festgenommenen, der auf den Videos zu sehen ist, sei dem "Stress" der Situation geschuldet.

"Ich habe nicht gemerkt, dass ihm etwas wehtat. Er hat seinen Schmerz nicht geäußert", sagte der Polizist, der den Festgenommenen im Auto auf die Polizeiwache begleitet hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Théo Luhaka eine zehn Zentimeter tiefe Wunde neben dem Schließmuskel und blutete stark. Auf der Hinterbank des Polizeiwagens fanden sich Blutspuren.

Luhaka hatte ausgesagt, dass er sich als Opfer einer Vergewaltigung sah. Der Vorwurf der Vergewaltigung wurde jedoch fallengelassen, weil der Polizist nach Einschätzung der Ermittler nicht die Absicht gehabt hatte, ihn zu penetrieren.

Der heute 29-Jährige hatte sich vor seiner Festnahme keines Vergehens schuldig gemacht. Er wurde mehrfach operiert und leidet bis heute unter Inkontinenz. "Die Gewalt, die einen solchen Schaden anrichtet, ist durch nichts zu rechtfertigen", betonte sein Anwalt, Antoine Vey.

Die französische Menschenrechtsbeauftragte Claire Hédon hatte nach einer mehrjährigen Recherche 2020 angeprangert, dass die Polizisten zunächst lediglich mit milden Sanktionen belegt worden waren. Sie zeigte zudem auf, dass einer der Polizisten dem auf dem Boden liegenden Mann sein Knie in den Nacken gedrückt hatte - eine Geste, die durch den Tod des Schwarzen George Floyd in den USA drei Jahre später eine hohe Symbolwirkung bekam.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Mindestens 18 Tote und Dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen im Zentrum und Süden der Ukraine sind am Freitag mindestens 18 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Allein bei einem doppelten Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Krywyj Rih am hellichten Tage wurden nach Angaben der Regionalverwaltung mindestens 14 Menschen getötet und 120 weitere verletzt. Bei einem Angriff in der südlichen Region Mykolajiw starben vier Menschen, darunter drei Kinder.

Mindestens 14 Tote bei russischem Angriff auf Einkaufszentrum in der Ukraine

Nach einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum im Zentrum der Ukraine am hellichten Tage ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 14 gestiegen. Mehr als 120 weitere Menschen wurden nach Angaben der Regionalverwaltung bei dem Angriff in der Stadt Krywyj Rih am Freitag verletzt.

Ermittlungen zu Gaza-Hilfsflotte: Türkei erlässt internationalen Haftbefehl gegen Netanjahu

Weitere Verschärfung der Spannungen zwischen der Türkei und Israel: Im Rahmen von Ermittlungen zu der Behandlung von Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte hat die Türkei einen internationalen Haftbefehl gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu erlassen. Der türkische Justizminister Akin Gürlek teilte am Freitag im Onlinedienst X mit, Netanjahu und ein weiterer israelische Staatsbürger würden der "Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermords, der schweren Freiheitsberaubung" sowie weiterer Vergehen beschuldigt, darunter Folter. Netanjahus Büro bezeichnete Erdogan daraufhin als "antisemitischen Diktator".

Mindestens sechs Tote bei russischem Angriff auf Einkaufszentrum in der Ukraine

Bei einem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum im Zentrum der Ukraine sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. 91 weitere Menschen wurden nach Angaben der Regionalverwaltung bei dem Angriff in der Stadt Krywyj Rih am Freitag verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff auf seine Heimatstadt als "zynisch und verabscheuungswürdig".

Textgröße ändern: