Pallade Veneta - Scholz soll prominente Rolle im SPD-Europawahlkampf spielen

Scholz soll prominente Rolle im SPD-Europawahlkampf spielen


Scholz soll prominente Rolle im SPD-Europawahlkampf spielen
Scholz soll prominente Rolle im SPD-Europawahlkampf spielen / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Trotz schlechter Umfragewerte setzt die SPD im Europawahlkampf auf eine prominente Rolle von Kanzler Olaf Scholz. Die designierte Spitzenkandidatin Katarina Barley und Scholz würden "beide Gesichter der Kampagne" der Sozialdemokraten sein, sagte SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert am Donnerstag in Berlin. "Alles andere hielte ich für absonderlich."

Textgröße ändern:

Die SPD kürt am Sonntag auf einer Delegiertenkonferenz die Kandidaten für die Europawahl am 9. Juni und beschließt das Wahlprogramm. Scholz wird dabei nach der designierten Spitzenkandidatin Barley eine Rede halten, die eine der Vize-Präsidentinnen des EU-Parlaments ist.

Die SPD hat in den Umfragen in den vergangenen Monaten massiv an Boden verloren. In bundesweiten Erhebungen kam sie zuletzt meist nur noch auf 13 bis 14 Prozent. Immer weniger Bürgerinnen und Bürgern finden dabei zudem , dass Scholz als Kanzler eine gute Arbeit macht.

Kühnert räumte ein, dass bei Europawahlen auch immer die nationale Politik eine große Rolle spiele. Die SPD wolle aber versuchen, mit konkreten europäischen Themen etwa bei der Klima- und Sozialpolitik, dem Verbraucherschutz oder der Mindestbesteuerung großer Unternehmen zu überzeugen, sagte er. "Es liegt in unserer Hand, dass daraus keine Denkzettelwahl wird."

Die jüngsten Äußerungen von AfD-Chefin Alice Weidel zu einem möglichen Austritt Deutschlands aus der EU sah Kühnert als entlarvend. "Die Katze ist jetzt einfach aus dem Sack. Es wissen jetzt alle, worum es geht", sagte er. Die Frage eines "Dexit" sei nun "eine ernsthafte" - "und damit eben auch die Frage, ob Nationalismen und Chauvinismen von einer Mehrheit der Menschen im Land höher gewichtet werden als ökonomische Perspektiven."

Auch Weidel müsse wissen, dass mehr als die Hälfte von Deutschlands Exporten in die EU-Länder gingen und viele Arbeitsplätze davon abhingen, sagte Kühnert. "Dass sie trotzdem diese Forderung aufstellt, zeigt schlicht und ergreifend den nationalistischen Wahn, in dem sich diese Bewegung befindet."

Weidel hatte am Montag in der "Financial Times" den Brexit als "Modell für Deutschland" bezeichnet. Demnach will ihre Partei im Fall einer Regierungsübernahme zunächst versuchen, über eine Reform der EU deren "Demokratiedefizit" aufzulösen. Sollte dies keinen Erfolg haben, würde ein Referendum über Deutschlands Verbleib in der EU angesetzt.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Ukraine-Koalition berät am Montag - Teilnehmer treffen sich in Kiew

Staats- und Regierungschefs der sogenannten Koalition der Willigen werden am Montag über die weitere Unterstützung für die Ukraine beraten. Wie der Élysée-Palast in Paris am Freitag mitteilte, wird das Treffen im "hybriden Format" stattfinden - also mit einigen Teilnehmern vor Ort und anderen per Video zugeschaltet. Ein EU-Vertreter erklärte, rund zehn Teilnehmer würden für das Treffen nach Kiew reisen, unter ihnen EU-Ratspräsident António Costa.

"Wirtschaftskrieg" gegen Teheran: China lehnt "illegale einseitige Sanktionen" ab

Als einer der wichtigsten Handelspartner des Iran hat China den von den USA angekündigten "Wirtschaftskrieg" gegen Teheran als unangemessen zurückgewiesen. "Sanktionen und Druck werden nicht dazu beitragen, das Problem zu lösen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, am Freitag in Peking. Derweil sagte der iranische Präsident Massud Peseschkian, er sehe sein Land derzeit in einer "Position der Stärke".

Merz besucht Hürtgenwald

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will am Samstag die Gemeinde Hürtgenwald besuchen, in der ein großer und folgenschwerer Waldbrand in den letzten Tagen die Feuerwehr in Atem hielt. Merz wolle sich bei den Einsatzkräften bedanken, die den Brand bekämpft haben, teilte ein Regierungssprecher am Freitag mit. Er werde sich mit den Helferinnen und Helfern austauschen und sich über den Einsatzverlauf sowie die Lage vor Ort informieren.

IStGH-Präsidentin warnt nach US-Sanktionen vor "Niedergang des Völkerrechts"

Die vor drei Tagen mit US-Sanktionen belegte Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) hat vor einem "Niedergang des Völkerrechts" gewarnt. Sie habe erwartet, dass es dieses Mal sie selbst treffen würde, teilte Tomoko Akane am Freitag in einer Erklärung im Onlinedienst X mit, die von ihrem Verlag Bungei Shunju veröffentlicht wurde. Sie sei deshalb nicht überrascht. "Das Wichtigste ist, nicht zuzulassen, dass dies der Beginn des Niedergangs des Völkerrechts ist", schrieb Akane.

Textgröße ändern: