Pallade Veneta - Mindestens zwei Tote bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine

Mindestens zwei Tote bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine


Mindestens zwei Tote bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine
Mindestens zwei Tote bei nächtlichen Angriffen auf die Ukraine / Foto: Handout - Service d'urgences ukrainien/AFP

Russland und die Ukraine haben erneut nächtliche Angriffe des jeweils anderen Landes gemeldet. Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine wurden in der Nacht zum Dienstag nach Angaben Kiews mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Russland wehrte nach eigenen Angaben mehrere Drohnenangriffe ab. Indes einigte sich die EU-Botschafter in Brüssel darauf, Zinsgewinne aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten künftig für den Wiederaufbau an Kiew weiterzugeben.

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Die russische Armee habe 35 Drohnen und zwei Raketen auf Ziele in der gesamten Ukraine abgefeuert, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Die ukrainische Luftabwehr habe 15 Drohnen aus iranischer Produktion abgefangen. Ziele der Drohnenangriffe waren demnach unter anderem "Treibstoff- und Energieinfrastruktur sowie zivile und militärische Einrichtungen in der Nähe der Frontlinie und der Grenze zu Russland".

Die Behörden erklärten, die Angriffe hätten zivile Infrastruktur in Kiew und den Regionen Dnipropetrowsk und Charkiw beschädigt. Der ukrainische Energieversorger Ukrenergo bestätigte, dass eine seiner zentralen Stromanlagen getroffen wurde.

In der östlichen Region Donezk wurden bei den Angriffen nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt. Ein weiteres Todesopfer gab es den Behörden zufolge in der Region Cherson durch Artilleriebeschuss.

Auch Russland wehrte nach eigenen Angaben in der Nacht mehrere Drohnenangriffe ab. 21 ukrainische Drohnen seien in mehreren russischen Regionen und über der annektierten Halbinsel Krim abgeschossen worden sowie in den Regionen Belgorod, Briansk, Kaloga und Tula, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben staatlicher Medien.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte nach dem Angriff, Russland habe die Ukraine allein im Januar mit rund 330 Raketen und etwa 600 Drohnen angegriffen. "Wir müssen die Kontrolle der Ukraine über ihren Luftraum sicherstellen, was auch für die (...) Sicherheit am Boden wichtig ist - von der Front bis hin zu den Krankenhäusern und Schulen", sagte er am Dienstag. Um dem "terroristischen" Druck standzuhalten, sei ein starker Luftschild notwendig, den die Ukraine derzeit mit ihren Partnern aufbaue.

Die Ukraine fordert angesichts des russischen Angriffskriegs von ihren westlichen Verbündeten mehr Unterstützung bei der Verstärkung ihrer Luftverteidigung. Zudem benötigt die ukrainische Armee nach eigenen Angaben dringend Waffen und Munition. Bei einem EU-Sondergipfel am Donnerstag wollen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union Fortschritte bei dem durch das Veto von Ungarn blockierte geplante Hilfspaket in Höhe von 50 Milliarden Euro für Kiew erzielen.

Indes einigten sich in Brüssel die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten auf einen Vorschlag, nach dem die Zinsgewinne aus eingefrorenen russischen Mitteln in einem ersten Schritt getrennt verbucht und dann an die Ukraine weitergegeben werden, wie der belgische EU-Ratsvorsitz mitteilte. Wie die Gelder tatsächlich an die Ukraine ausgezahlt werden können, ist weiter unklar.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Europäische Union rund 200 Milliarden Euro an russischen Vermögenswerten eingefroren. Wegen hoher juristischer Hürden in Deutschland und anderen Ländern können sie aber nicht einfach beschlagnahmt werden. Wie viel Geld allein durch die Zinsgewinne generiert werden kann, ist unklar. Derzeit wird mit einem niedrigen einstelligen Milliardenbetrag gerechnet. Die Weltbank hatte im vergangenen Jahr die Kosten für den Wiederaufbau in der Ukraine auf mehr als 400 Milliarden US-Dollar (rund 372 Milliarden Euro) geschätzt.

I.Saccomanno--PV

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