Pallade Veneta - 20 Journalisten bei Demonstration von Soldaten-Frauen in Moskau festgenommen

20 Journalisten bei Demonstration von Soldaten-Frauen in Moskau festgenommen


20 Journalisten bei Demonstration von Soldaten-Frauen in Moskau festgenommen
20 Journalisten bei Demonstration von Soldaten-Frauen in Moskau festgenommen / Foto: Olga MALTSEVA - AFP

Bei einer Demonstration von Ehefrauen und Partnerinnen russischer Soldaten sind in Moskau mindestens 20 Journalisten vorübergehend festgenommen worden. Die Frauen forderten laut dem Bericht eines AFP-Reporters am Samstag auf dem Roten Platz im Zentrum der russischen Hauptstadt die Rückkehr ihrer Männer von der Front in der Ukraine. Die Demonstration wurde von Journalisten beobachtet - von denen mindestens 20 festgenommen und später wieder frei gelassen wurden, darunter ein AFP-Videoreporter.

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Der AFP-Journalist wurde mit etwa 20 weiteren russischen und ausländischen Journalisten in einen Polizeiwagen gezwungen. Dieser sei offenbar unterwegs zu einem Polizeirevier, berichtete der AFP-Videojournalist aus dem fahrenden Fahrzeug heraus. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie die Polizei die Journalisten, die gelbe Westen mit der Aufschrift "Presse" trugen, in Polizeiwagen brachte. Später kamen die Journalisten wieder frei.

Dem AFP-Journalisten zufolge nahmen an dem Protest rund 40 Menschen teil. Ein von den Protestteilnehmerinnen online veröffentlichter Livestream zeigte die Frauen, wie sie gemeinsam durch das Zentrum Moskaus zogen. "Wir sind hier als die Frauen, die ihre Männer brauchen", sagte eine der Frauen in dem Livestream. Die Frauen würden "kreativ werden", sollten die Behörden versuchen, ihren Protest niederzuschlagen.

Eine andere Teilnehmerin sagte, mit ihrem Protest wollten die Frauen dem Teil der vom Ukraine-Konflikt im Alltag unberührten Russen zeigen, "dass es einen anderen Teil der Gesellschaft gibt, der ständig leidet".

In Russland gibt es seit einigen Wochen Demonstrationen von Angehörigen von in der Ukraine kämpfenden Soldaten. Unter anderem versammeln sich regelmäßig Ehefrauen an der Mauer des Kremls auf dem Roten Platz und legen Blumen am Grab des unbekannten Soldaten nieder. Seit Monaten wächst die Wut der Angehörigen von Reservisten, die Präsident Wladimir Putin im September 2022 mobilisiert hat.

Während die Behörden seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 verstärkt gegen Andersdenkende vorgehen, schritt die Polizei bei den Protesten der Frauen bislang nicht ein. Die Initiative ist für die Behörden äußerst heikel - offenbar wollen sie weitere Unruhe durch eine Festnahme von Frauen vermeiden.

Die russischen Staatsmedien haben den Protest der Frauen bisher weitgehend ignoriert, da der Kreml im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im März, bei denen Putin eine weitere Amtszeit anstrebt, ein Bild der nationalen Einheit vermitteln möchte.

B.Cretella--PV

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