Pallade Veneta - Menschen in Sarajevo gedenken der Opfer von Markt-Massaker vor 30 Jahren

Menschen in Sarajevo gedenken der Opfer von Markt-Massaker vor 30 Jahren


Menschen in Sarajevo gedenken der Opfer von Markt-Massaker vor 30 Jahren
Menschen in Sarajevo gedenken der Opfer von Markt-Massaker vor 30 Jahren / Foto: ELVIS BARUKCIC - AFP

30 Jahre nach einem der tödlichsten Angriffe bosnischer Serben auf die belagerte Stadt Sarajevo haben die Menschen in der bosnischen Hauptstadt des Massakers von damals gedacht. Am Montag legten Politiker und Einwohner gegen Mittag, zur gleichen Zeit wie am 5. Februar 1994, Kränze und Blumen an einem Denkmal aus weißem Stein nieder - genau an der Stelle, wo damals die Granate auf dem belebten Markale-Markt eingeschlagen war und 67 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 140 weitere verletzt hatte.

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Es sei "ein schöner, sonniger Tag gewesen, so wie heute", sagte die 72-jährige Vahida Tvico der Nachrichtenagentur AFP. Sie habe damals das Gefühl gehabt, "dass ganz Sarajevo an diesem Tag auf dem Markt war". Die von Heckenschützen auf den umliegenden Hügeln abgefeuerte Granate sei damals etwa 20 Meter von ihr entfernt explodiert.

Sie selbst sei unverletzt geblieben, doch überall hätten Tote gelegen. Andere Menschen hätten geschrien und seien panisch davongerannt. Die Überlebenden wie sie würden diese schrecklichen Bilder "niemals los".

Eine andere Teilnehmerin, Fazila Smajovic, erinnerte sich bei der Gedenkveranstaltung an ihre bei dem Angriff getötete Schwester Hasija Karavdic. Die 34-Jährige war auf den Markt gegangen, "um Kaffee zu holen", als die Granate einschlug, sagte Smajovic. Einen Tag später sei sie an den Folgen ihrer schweren Verletzung im Krankenhaus gestorben.

Die Belagerung der bosnischen Hauptstadt von April 1992 bis November 1995 durch die bosnischen Serben unter Führung von Radovan Karadzic gehört zu den dramatischsten Ereignissen des Bosnien-Krieges. Unter dem Dauerbeschuss von Heckenschützen und der serbischen Artillerie auf den umliegenden Hügeln wurden in der von der Außenwelt abgeschnittenen Stadt mehr als 11.000 Menschen getötet, darunter mehrere hundert Kinder.

Die Bilder der hungernden Einwohner einer europäischen Großstadt schockierten die westliche Öffentlichkeit, doch gelang es dem Westen über Jahre nicht, den bosnischen Bürgerkrieg zu beenden. Die in Sarajevo stationierten UN-Blauhelme mussten ohnmächtig zuschauen, wie die serbischen Milizen wahllos in die Stadt feuerten - wie im Februar 1994. Die 44-monatige Belagerung endete erst, als die bosnischen Serben aus dem Umland der Stadt vertrieben wurden.

Der damals für die Region Sarajevo zuständige General der serbischen Streitkräfte, Stanislav Galic, wurde später vom UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen "Terrors gegen die Zivilbevölkerung" in der bosnischen Hauptstadt zu lebenslanger Haft verurteilt.

In den Jugoslawien-Kriegen wurden etwa 130.000 Menschen getötet, Millionen weitere mussten fliehen. Einige Hauptverantwortlichen einschließlich des bosnischen Serbenführers Karadzic und des bosnisch-serbischen Armeechefs Ratko Mladic wurden bereits vom Internationalen Strafgerichtshof für das frühere Jugoslawien als Kriegsverbrecher verurteilt. Trotz der Schuldsprüche werden Mladic und Karadzic von vielen bosnischen Serben bis heute als Helden verehrt.

A.Tucciarone--PV

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