Pallade Veneta - Jemen: Huthi-Gegner zum neuen Regierungschef ernannt

Jemen: Huthi-Gegner zum neuen Regierungschef ernannt


Jemen: Huthi-Gegner zum neuen Regierungschef ernannt
Jemen: Huthi-Gegner zum neuen Regierungschef ernannt / Foto: Mazen Mahdi - AFP/Archiv

Die international anerkannte Regierung im Jemen hat am Montag überraschend Außenminister Ahmed Awad bin Mubarak zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Bin Mubarak löst den bisherigen Regierungschef Maeen Abdulmalik Saeed ab, der seinerseits zum Präsidentenberater ernannt wurde, wie die amtliche Nachrichtenagentur Saba mit Verweis auf den jemenitischen Präsidialrat berichtete. Ein Grund für den Schritt wurde nicht genannt.

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Der Wechsel erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im ärmsten Land der Arabischen Halbinsel. Nach Angriffen der vom Iran unterstützen Huthi-Miliz auf Handelsschiffe im Roten Meer haben die USA und Großbritannien in den vergangenen Tagen mehrere Vergeltungsangriffe im Jemen ausgeführt.

Bin Mubarak, der früher Botschafter Jemens in den USA war, gilt als Gegner der Huthi-Miliz und war 2015 von den Kämpfern entführt und mehrere Tage lang gefangen gehalten worden. 2018 wurde der Diplomat zum jemenitischen UN-Botschafter ernannt.

Mohammed Al-Bascha, Jemen-Experte der in den USA ansässigen Forschungsgruppe Navanti, sagte, bin Mubarak gelte als einer der "Architekten der von Saudi-Arabien angeführten Koalition", die 2015 gegen die Huthis vorging, um die international anerkannte Regierung zu unterstützen - ein Jahr nachdem die Miliz die Hauptstadt Sanaa erobert hatte.

"Es ist unwahrscheinlich, dass die Huthis die Ernennung bin Mubaraks begrüßen werden", erklärte der Experte. Der Wechsel werde "wahrscheinlich die Spannungen zwischen den Huthis und der international anerkannten Regierung weiter verschärfen", fügte er hinzu.

Seit Mitte November haben die Huthis im Jemen zahlreiche Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden attackiert, denen sie Verbindungen zu Israel vorwerfen. Die Miliz sieht sich als Teil der gegen Israel gerichteten selbsternannten "Achse des Widerstands", der auch die radikalislamische Hamas im Gazastreifen angehört. Als Reaktion auf die Attacken griffen die USA und Großbritannien Huthi-Stellungen im Jemen an.

B.Cretella--PV

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