Pallade Veneta - Menschenrechtsgericht verurteilt Frankreich wegen Einkesselns von Demonstranten

Menschenrechtsgericht verurteilt Frankreich wegen Einkesselns von Demonstranten


Menschenrechtsgericht verurteilt Frankreich wegen Einkesselns von Demonstranten
Menschenrechtsgericht verurteilt Frankreich wegen Einkesselns von Demonstranten / Foto: Bertrand GUAY - AFP/Archiv

Wegen des Einkesselns von Demonstranten, die 2010 gegen eine geplante Rentenreform protestiert hatten, hat das Europäische Menschenrechtsgericht Frankreich verurteilt. Die Polizeitaktik, eine Gruppe von Menschen einzukreisen und dadurch festzuhalten, habe "zu dem Zeitpunkt keine rechtliche Basis gehabt", urteilten die Richter am Donnerstag in Straßburg.

Textgröße ändern:

Die zwölf Klägerinnen und Kläger waren im Oktober 2010 bei einer Demonstration in Lyon mehrere Stunden lang mit zahlreichen weiteren Menschen von der Polizei eingekesselt worden. Die Behörden erklärten das Vorgehen der Sicherheitskräfte mit der möglichen Präsenz von Randalierern und einer gründlichen Ausweiskontrolle.

Das Straßburger Gericht hingegen betonte, dass jede Einschränkung der Bewegungsfreiheit eine gesetzliche Grundlage haben müsse. Dies sei damals nicht der Fall gewesen.

Das französische Innenministerium veröffentlichte 2021 neue Regeln für den Einsatz von Polizisten bei Demonstrationen. Demnach ist das Einkesseln unter bestimmten Umständen möglich. Die Technik dürfe nur so lange angewandt werden wie nötig. Das Verlassen des abgesperrten Bereichs müsse ständig den Umständen angepasst werden, heißt es in der Urteilsbegründung.

Der Anwalt der Klagenden begrüßte einen "grundsätzlichen Sieg". Die Tatsache, dass der Einsatz der Technik nun gesetzlich geregelt sei, bedeute jedoch keinen Blankoscheck für die Sicherheitskräfte, betonte Patrice Spinosi. Ein unangemessener Einsatz bedrohe weiterhin die Bewegungs- und Meinungsfreiheit, fügte er hinzu.

Das Gericht verurteilte Frankreich dazu, den Klägerinnen und Klägern die Verfahrenskosten in Höhe von 1700 Euro zu erstatten.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Organisatoren von Tiananmen-Mahnwachen in Hongkong schuldig gesprochen

In Hongkong sind zwei Organisatoren von Mahnwachen zum Gedenken an die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989 der "Anstiftung zur Subversion" schuldig gesprochen worden. Die 41-jährige Chow Hang-tung und der 69-jährige Lee Cheuk-yan hätten andere Menschen zu "illegalen" Aktionen angestachelt, hieß es in dem am Freitag in der chinesischen Sonderverwaltungszone veröffentlichten Urteil. Damit drohen den beiden Demokratie-Aktivisten jeweils bis zu zehn Jahre Haft.

IS-Anhängerin soll Anschlag auf Parlament von Bundesstaat New York geplant haben

Eine Anhängerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) soll einen Anschlag auf das Parlamentsgebäude des US-Bundesstaates New York geplant haben. Die Frau wurde wegen Terrorismus-Verdachts angeklagt, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Demnach sagte die 35-Jährige einem Informanten der US-Bundespolizei FBI, dass sie das Kapitol in der Bundesstaat-Hauptstadt Albany "zerstören" und "Senatoren töten" wolle.

Melania Trump scherzt über Abwesenheit: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst"

Nach Spekulationen über ihre längere Abwesenheit hat sich US-Präsidentengattin Melania Trump am Donnerstag wieder in der Öffentlichkeit gezeigt: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst", scherzte die 56-Jährige bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. "Hier bin ich."

Nord Stream: Gericht in Kroatien ordnet U-Haft für ukrainischen Taucher an

Ein Gericht in Kroatien hat nach der Festnahme des ukrainischen Tauchers Vladimir Z. im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee Untersuchungshaft angeordnet. Das Gericht in Pula teilte am Donnerstag mit, "mit Blick auf seine Auslieferung" an Deutschland habe eine Richterin wegen "Fluchtgefahr" U-Haft angeordnet. Zuvor war Z. von einem Staatsanwalt vernommen worden. Berichten zufolge wurde Z. am Rande von Dreharbeiten für einen Hollywood-Film festgenommen, der von dem Attentat auf die Pipeline inspiriert sein soll.

Textgröße ändern: