Pallade Veneta - Faeser kündigt Gesetzesänderung zur Unterbindung rechtsextremer Finanzströme an

Faeser kündigt Gesetzesänderung zur Unterbindung rechtsextremer Finanzströme an


Faeser kündigt Gesetzesänderung zur Unterbindung rechtsextremer Finanzströme an
Faeser kündigt Gesetzesänderung zur Unterbindung rechtsextremer Finanzströme an / Foto: Attila KISBENEDEK - AFP

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat eine Gesetzesänderung zur besseren Verfolgung von Finanzströmen rechtsextremer Organisationen angekündigt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) solle damit mehr rechtliche Möglichkeiten erhalten, Finanzströme zu unterbinden, sagte Faeser am Freitag dem ARD-Hauptstadtstudio. "Niemand, der an rechtsextreme Organisationen spendet, darf sich sicher sein, dass das unentdeckt bleibt." Bei entsprechenden Anhaltspunkten könnten solche Konten auch stillgelegt werden.

Textgröße ändern:

Der Verfassungsschutz habe solche Finanzströme zwar bisher schon untersucht, sagte Faeser laut von der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" auf der Plattform X (vormals Twitter) veröffentlichten Interview-Ausschnitten. "Uns fehlen aber weitere rechtliche Möglichkeiten, weil bislang ist das einzig und allein an den Gewaltbegriff gekoppelt. Das wollen wir verändern." Künftig solle "quasi schon beim Gefährdungspotenzial" angesetzt werden.

Die Stilllegung von Konten solle bei Anhaltspunkten möglich sein, "dass mit solchen Geldern illegale Dinge finanziert werden oder Dinge finanziert werden, um die demokratische Grundordnung zu unterbinden", sagte Faeser. Dabei gehe es "insbesondere um die Vernetzung" in die sogenannte Neue Rechte. Wenn nachgewiesen werde, dass die AfD Verbindungen in diese rechtsextremen Netzwerke habe, "dann hätte das auch Auswirkungen auf die AfD", betonte die Ministerin.

Die Möglichkeiten des Verfassungsschutzes wurden nach Angaben aus Faesers Ministerium in den vergangenen anderthalb Jahren bereits deutlich gestärkt. Dies gelte sowohl für die Analyse als auch für die "Disruption" - also die Unterbrechung solcher Finanzströme, hieß es am Freitag. Das BfV stehe "im Austausch mit Banken, um diese für Transaktionen und Akteure zu sensibilisieren". Darüber hinaus würden vom BfV systematisch Unternehmensstrukturen und Finanzierungsnetzwerke analysiert.

Das BfV teile dabei seine Erkenntnisse mit anderen Behörden, hieß es aus Faesers Ministerium weiter. Ziel seien Maßnahmen zur finanziellen Schwächung rechtsextremistischer Akteure. Dazu gehörten etwa "die Verhinderung von Konzerten und anderen Events, der Widerruf von Gaststättenkonzessionen, die Beschränkung der Ausreise von Rechtsextremisten oder auch Steuerprüfungen".

"All dies tut der Szene weh, gerade auch finanziell", hieß es. Allerdings habe sich gezeigt, dass das Vorgehen gesetzlich an Grenzen stoße. "Das Gefährdungspotenzial insbesondere von Organisationen und Akteuren der sogenannten Neuen Rechten wird dadurch nicht hinreichend erfasst."

Zudem müssten Verfahrenshürden bei der Aufdeckung der Finanzströme beseitigt werden, hieß es aus dem Ministerium weiter. Verwiesen wurde dabei darauf, dass für Auskünfte, wo eine Person ihr Girokonto habe, derzeit die gleichen Voraussetzungen gelten würden wie bei einer Telekommunikationsüberwachung. Sie müssen damit durch eine unabhängige Stelle (G10-Kommission) genehmigt werden, die nachrichtendienstliche Eingriffe in diesem Bereich überwacht.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Organisatoren von Tiananmen-Mahnwachen in Hongkong schuldig gesprochen

In Hongkong sind zwei Organisatoren von Mahnwachen zum Gedenken an die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989 der "Anstiftung zur Subversion" schuldig gesprochen worden. Die 41-jährige Chow Hang-tung und der 69-jährige Lee Cheuk-yan hätten andere Menschen zu "illegalen" Aktionen angestachelt, hieß es in dem am Freitag in der chinesischen Sonderverwaltungszone veröffentlichten Urteil. Damit drohen den beiden Demokratie-Aktivisten jeweils bis zu zehn Jahre Haft.

IS-Anhängerin soll Anschlag auf Parlament von Bundesstaat New York geplant haben

Eine Anhängerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) soll einen Anschlag auf das Parlamentsgebäude des US-Bundesstaates New York geplant haben. Die Frau wurde wegen Terrorismus-Verdachts angeklagt, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Demnach sagte die 35-Jährige einem Informanten der US-Bundespolizei FBI, dass sie das Kapitol in der Bundesstaat-Hauptstadt Albany "zerstören" und "Senatoren töten" wolle.

Melania Trump scherzt über Abwesenheit: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst"

Nach Spekulationen über ihre längere Abwesenheit hat sich US-Präsidentengattin Melania Trump am Donnerstag wieder in der Öffentlichkeit gezeigt: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst", scherzte die 56-Jährige bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. "Hier bin ich."

Nord Stream: Gericht in Kroatien ordnet U-Haft für ukrainischen Taucher an

Ein Gericht in Kroatien hat nach der Festnahme des ukrainischen Tauchers Vladimir Z. im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee Untersuchungshaft angeordnet. Das Gericht in Pula teilte am Donnerstag mit, "mit Blick auf seine Auslieferung" an Deutschland habe eine Richterin wegen "Fluchtgefahr" U-Haft angeordnet. Zuvor war Z. von einem Staatsanwalt vernommen worden. Berichten zufolge wurde Z. am Rande von Dreharbeiten für einen Hollywood-Film festgenommen, der von dem Attentat auf die Pipeline inspiriert sein soll.

Textgröße ändern: