Pallade Veneta - Streit um Migration: Amtsenthebungsverfahren gegen US-Minister eingeleitet

Streit um Migration: Amtsenthebungsverfahren gegen US-Minister eingeleitet


Streit um Migration: Amtsenthebungsverfahren gegen US-Minister eingeleitet
Streit um Migration: Amtsenthebungsverfahren gegen US-Minister eingeleitet / Foto: SAUL LOEB - AFP/Archiv

Erstmals seit fast 150 Jahren ist in den USA ein Amtsenthebungsverfahren gegen einen amtierenden Minister beschlossen worden. Mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus votierten die oppositionellen Republikaner am Dienstagabend (Ortszeit) für das sogenannte Impeachment von Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas, dem sie schwere Versäumnisse in der Migrationspolitik anlasten.

Textgröße ändern:

Das Votum fiel mit 214 zu 213 Stimmen allerdings hauchdünn aus. Ohnehin hat das Amtsenthebungsverfahren keinerlei Aussicht auf Erfolg: Den Republikanern fehlt im Senat - der anderen Kongresskammer - die notwendige Mehrheit für die Absetzung des Ministers. Viele Kritiker sehen in ihrem Vorgehen denn auch ein bloßes Wahlkampfmanöver. Die Republikaner wollen die Migrationspolitik zu einem zentralen Thema der Präsidentschafts- und Kongresswahlen im November machen.

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte nach dem Impeachment-Votum: "Neben einer Kriegserklärung ist ein Amtsenthebungsverfahren die wohl schwerwiegendste Befugnis des Repräsentantenhauses, und wir haben diese Angelegenheit entsprechend behandelt." Da der Minister sich weigere, seine Arbeit zu tun, "muss das Haus handeln"

Die Republikaner werfen dem Demokraten Mayorkas vor, für die deutliche Zunahme der illegalen Einreisen über die Südgrenze mit Mexiko verantwortlich zu sein. In dem Impeachment wird er des "Bruchs des öffentlichen Vertrauens" beschuldigt sowie der "vorsätzlichen und systematischen Weigerung", die Einwanderungsgesetze durchzusetzen.

US-Präsident Joe Biden kritisierte das Impeachment seines Ministers scharf. Er sprach von einem "eklatanten Akt verfassungswidriger Parteilichkeit, der einen ehrenwerten Staatsdiener ins Visier genommen hat, um kleinliche politische Spielchen zu spielen".

"Wir werden weiterhin nach echten Lösungen für die Herausforderungen suchen, vor denen die Amerikaner stehen, und die Republikaner im Repräsentantenhaus müssen sich entscheiden, ob sie sich uns anschließen wollen, um das Problem zu lösen, oder ob sie weiterhin mit der Grenze Politik machen wollen", erklärte Biden.

Zuvor hatte es nur ein einziges Mal in der US-Geschichte ein Impeachment gegen ein Kabinettsmitglied gegeben. Dies war 1876, als ein - letztlich gescheitertes - Amtsenthebungsverfahren gegen Kriegsminister William Belknap eingeleitet worden war. Die damaligen Vorwürfe waren allerdings sehr schwerwiegend und bezogen sich auf Korruption - und nicht lediglich politische Meinungsverschiedenheiten.

25 Rechtsexperten hatten in einem offenen Brief das republikanische Vorgehen gegen Mayorkas als "vollkommen ungerechtfertigt" angeprangert. Die US-Verfassung sieht die Amtsenthebung durch den Kongress wegen "Verrats, Bestechung oder anderer hoher Verbrechen und Vergehen" vor.

Für die Amtsenthebung ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Senat erforderlich, von der die Republikaner weit entfernt sind. In dieser Kammer stellen Bidens Demokraten die Mehrheit.

Selbst innerhalb der republikanischen Reihen gibt es Kritik an dem Vorgehen gegen Mayorkas. So war noch vor einer Woche ein Impeachment-Antrag gegen den Minister im Repräsentantenhaus knapp gescheitert, was eine schwere Blamage für die Oppositionspartei war.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Melania Trump scherzt über Abwesenheit: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst"

Nach Spekulationen über ihre längere Abwesenheit hat sich US-Präsidentengattin Melania Trump am Donnerstag wieder in der Öffentlichkeit gezeigt: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst", scherzte die 56-Jährige bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. "Hier bin ich."

Nord Stream: Gericht in Kroatien ordnet U-Haft für ukrainischen Taucher an

Ein Gericht in Kroatien hat nach der Festnahme des ukrainischen Tauchers Vladimir Z. im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee Untersuchungshaft angeordnet. Das Gericht in Pula teilte am Donnerstag mit, "mit Blick auf seine Auslieferung" an Deutschland habe eine Richterin wegen "Fluchtgefahr" U-Haft angeordnet. Zuvor war Z. von einem Staatsanwalt vernommen worden. Berichten zufolge wurde Z. am Rande von Dreharbeiten für einen Hollywood-Film festgenommen, der von dem Attentat auf die Pipeline inspiriert sein soll.

Berlin, London, Rom und Paris: Israel muss Siedlungspläne für Westjordanland zurücknehmen

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben Israel zur Beendigung des Siedlungsprojekts E1 im Westjordanland aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung riefen sie die israelische Regierung am Donnerstag "nachdrücklich dazu auf, diese Pläne unverzüglich zurückzunehmen".

USA fordern Unterstützung für "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran

Die USA erhöhen den Druck auf andere Länder, ihren "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran zu unterstützen, um die Regierung in Teheran zu stürzen. Washington werde auf Verbündete und Rivalen "zugehen und sagen: Entweder ihr seid auf unserer Seite oder gegen uns", sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem US-Sender CNBC am Donnerstag. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump "die vernichtendste Wirtschaftsoperation aller Zeiten" angekündigt.

Textgröße ändern: