Pallade Veneta - Präsidentschaftswahl in Indonesien: Verteidigungsminister erklärt sich zum Sieger

Präsidentschaftswahl in Indonesien: Verteidigungsminister erklärt sich zum Sieger


Präsidentschaftswahl in Indonesien: Verteidigungsminister erklärt sich zum Sieger
Präsidentschaftswahl in Indonesien: Verteidigungsminister erklärt sich zum Sieger / Foto: Yasuyoshi CHIBA - AFP

Der amtierende Verteidigungsminister Prabowo Subianto hat sich zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Indonesien erklärt. Die Auszählungen deuteten darauf hin, dass er sich das Amt in der ersten Wahlrunde gesichert habe, sagte Subianto am Mittwoch vor Anhängern in der Hauptstadt Jakarta. Zuvor hatten sogenannte Schnellauszählungen staatlich anerkannter Umfrageinstitute ergeben, dass der Ex-General auf mehr als 58 Prozent der Stimmen kam. Offizielle Ergebnisse werden nicht vor März erwartet, die Schnellauszählungen haben sich in der Vergangenheit jedoch als zuverlässig erwiesen.

Textgröße ändern:

Laut den Erhebungen der Institute Cyrus Network-CSIS und Poltracking kam Subianto nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen auf 58,62 beziehungsweise 59,77 Prozent. Subianto liegt demnach deutlich vor seinen Konkurrenten Anies Baswedan und Ganjar Pranowo.

Baswedan ist 54 Jahre alt, parteilos und war schon einmal Bildungsminister. Der 55-jährige Pranowo, der auf Platz drei in den Umfragen gelandet war, ist ehemaliger Gouverneur von Zentraljava. Er ging für die Demokratische Partei des Kampfes Indonesiens des derzeitigen Präsidenten Joko Widodo ins Rennen.

Um Präsident zu werden, muss sich ein Kandidat landesweit mehr als 50 Prozent der Stimmen sichern - und in mehr als der Hälfte der 38 indonesischen Provinzen jeweils mindestens 20 Prozent.

Subianto hatte im Wahlkampf versprochen, die Politik des bisherigen Präsidenten Widodo fortzusetzen, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Der seit 2014 amtierende Widodo ist in Indonesien äußerst beliebt. Seit seinem Amtstritt ist die Wirtschaft im Land beständig gewachsen - zuletzt um rund fünf Prozent im Jahr 2023.

Der 72-jährige Subianto zählt zur politischen Elite des Landes und kandidiert bereits zum dritten Mal. Subiantos Vize ist der älteste Sohn des scheidenden Präsidenten, Gibran Rakabuming Raka. "Die Hoffnung ist zu gewinnen", sagte Subianto vor seiner Stimmabgabe.

Während ein erheblicher Teil der Bevölkerung für Subiantos nationalistische Rhetorik empfänglich ist, weckt die Aussicht auf seine mögliche Präsidentschaft bei anderen die Sorge davor, dass er die demokratischen Errungenschaften im Land gefährden könnte.

"Ich möchte einen Staatschef haben, der die Demokratie fortsetzt", sagt Beraterin Debbie Sianturi in der Hauptstadt Jakarta der Nachrichtenagentur AFP, bevor sie ihre Stimme abgab. Afhary Firnanda, 28 Jahre alter Büroangestellter, sagte, Subianto könne aufgrund seiner Erfahrung im Militär ein "echter Anführer" sein.

Subianto hatte unter der bis 1998 andauernden Herrschaft von Militärmachthaber Suharto in der Armee gedient. 1998 wurde er entlassen - aufgrund von Vorwürfen, er habe die Entführung von Demokratieaktivisten angeordnet. Subianto hat die Vorwürfe stets bestritten, er wurde nie juristisch belangt.

Das südostasiatische Indonesien ist heute die drittgrößte Demokratie der Welt, die Wahlen waren ein gigantisches logistisches Unterfangen: Etwa 205 Millionen Indonesier, verstreut über tausende Inseln, wählten in rund 800.000 Wahllokalen nicht nur einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament, sondern auch die Regionalvertretungen. Die Wahlzettel wurden unter anderem per Flugzeug, Hubschrauber und Schnellboot verteilt.

Der indonesische Archipel erstreckt sich von der von Aufständen geprägten Region Papua bis zur Insel Sumatra über mehrere Zeitzonen. Die Regenzeit und drohende Überschwemmungen erschwerten die Wahlen zusätzlich. In der Hauptstadt Jakarta waren einige Gebiete nach einem Gewitter überschwemmt, so dass sich die Öffnung einiger Wahllokale um Stunden verzögerte.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Melania Trump scherzt über Abwesenheit: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst"

Nach Spekulationen über ihre längere Abwesenheit hat sich US-Präsidentengattin Melania Trump am Donnerstag wieder in der Öffentlichkeit gezeigt: "Ich habe gehört, Ihr habt mich vermisst", scherzte die 56-Jährige bei einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. "Hier bin ich."

Nord Stream: Gericht in Kroatien ordnet U-Haft für ukrainischen Taucher an

Ein Gericht in Kroatien hat nach der Festnahme des ukrainischen Tauchers Vladimir Z. im Zusammenhang mit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee Untersuchungshaft angeordnet. Das Gericht in Pula teilte am Donnerstag mit, "mit Blick auf seine Auslieferung" an Deutschland habe eine Richterin wegen "Fluchtgefahr" U-Haft angeordnet. Zuvor war Z. von einem Staatsanwalt vernommen worden. Berichten zufolge wurde Z. am Rande von Dreharbeiten für einen Hollywood-Film festgenommen, der von dem Attentat auf die Pipeline inspiriert sein soll.

Berlin, London, Rom und Paris: Israel muss Siedlungspläne für Westjordanland zurücknehmen

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben Israel zur Beendigung des Siedlungsprojekts E1 im Westjordanland aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung riefen sie die israelische Regierung am Donnerstag "nachdrücklich dazu auf, diese Pläne unverzüglich zurückzunehmen".

USA fordern Unterstützung für "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran

Die USA erhöhen den Druck auf andere Länder, ihren "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran zu unterstützen, um die Regierung in Teheran zu stürzen. Washington werde auf Verbündete und Rivalen "zugehen und sagen: Entweder ihr seid auf unserer Seite oder gegen uns", sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem US-Sender CNBC am Donnerstag. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump "die vernichtendste Wirtschaftsoperation aller Zeiten" angekündigt.

Textgröße ändern: