Pallade Veneta - Tausende versammeln sich zur Unterstützung von Ex-Präsident Bolsonaro in São Paulo

Tausende versammeln sich zur Unterstützung von Ex-Präsident Bolsonaro in São Paulo


Tausende versammeln sich zur Unterstützung von Ex-Präsident Bolsonaro in São Paulo
Tausende versammeln sich zur Unterstützung von Ex-Präsident Bolsonaro in São Paulo / Foto: Miguel SCHINCARIOL - AFP

In Brasilien haben sich tausende Anhänger des ultrarechten früheren Präsidenten Jair Bolsonaro in São Paulo versammelt, gegen den wegen eines "Putschversuchs" nach seiner Abwahl ermittelt wird. In den brasilianischen Nationalfarben Grün und Gelb gekleidet strömten die Demonstranten am Sonntag in Richtung der Avenida Paulista, einer der wichtigsten Straßen der größten Metropole Lateinamerikas.

Textgröße ändern:

Bolsonaro kam mit einer israelischen Flagge zur Kundgebung, zu der Organisatoren mindestens 500.000 Menschen erwarteten - eine Geste gegen die Äußerungen des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Lula hatte das israelische Vorgehen im Gazastreifen eine Woche zuvor mit dem Holocaust verglichen.

Bolsonaro, der das Präsidentenamt von 2019 bis 2022 innehatte, hatte seine Unterstützer in den vergangenen Tagen in mehreren Videos in den Onlinenetzwerken zu einer "friedlichen Versammlung zur Verteidigung des demokratischen Rechtsstaats" aufgerufen. Das Oberste Gericht ermittelt derzeit gegen Bolsonaro wegen des Verdachts, zu Unruhen nach seiner Wahlniederlage angestiftet zu haben.

Am 8. Januar 2023 hatten seine Anhänger zu Tausenden das Regierungsviertel in der Hauptstadt Brasília gestürmt. Sie attackierten und verwüsteten das Parlament, das Oberste Gericht und den Präsidentenpalast. Bolsonaro hatte den Wahlsieg seines linksgerichteten Nachfolgers Luiz Inácio Lula da Silva nicht explizit anerkannt; vor und nach der Wahl hatte er immer wieder von Wahlbetrug gesprochen.

Im Juni vergangenen Jahres war Bolsonaro vom Obersten Wahlgericht wegen seiner unbelegten Wahlbetrugsvorwürfe für acht Jahre von allen politischen Ämtern ausgeschlossen worden. Vor kurzem musste der Ex-Staatschef nach Angaben seines Anwalts wegen der Ermittlungen seinen Pass abgeben.

In der Menschenmenge in São Paulo befand sich auch der 63-jährige Wilson Aseka, der aus seinem 700 Kilometer entfernten Wohnort im Nachbarstaat Minas Gerais angereist war. "Bolsonaro ist ein ehrlicher Mensch, ein Opfer von Verfolgung", sagte Aseka. "Es ist wichtig, ihn zu unterstützen, denn er steht für Gott, Vaterland und Familie", wiederholte der Demonstrant den Slogan Bolsonaros.

Bolsonaro weist die Vorwürfe zurück. Bei einer halbstündigen Befragung am Donnerstag im Hauptquartier der Bundespolizei in Brasilia weigerte er sich, Fragen zu beantworten.

Trotz erdrückender Vorwürfe gilt Bolsonaro weiterhin als Oppositionsführer und wird von seinen Anhängern bewundert. Der Protest am Sonntag gilt als Test für seine Unterstützung vor den Kommunalwahlen im Oktober, bei denen sein Einfluss eine Rolle spielen dürfte.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Aufklärung nach 56 Jahren: Neonazi soll Anschlag mit sieben Toten 1970 begangen haben

Jahrzehnte nach einem der schlimmsten antisemitischen Anschläge der Bundesrepublik ist der mutmaßliche Täter gefunden - doch er ist schon tot. 56 Jahre nach der Tat und auf Grundlage von neuen Ermittlungen teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Donnerstag mit, dass sich der Verdacht gegen einen 2020 gestorbenen Neonazi erhärtet habe. Er soll 1970 Feuer in einem jüdischen Altersheim in der bayerischen Landeshauptstadt gelegt und so sieben Menschen getötet haben.

Mindestens 16 Tote bei russischen Angriffen auf Region Kiew

Neun Stunden Dauerbeschuss: Bei neuen russischen Angriffen auf Kiew und Umgebung sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet worden. Bei den "massiven" Angriffen seien Wohngebiete und Lagerhallen getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die "Eskalation" durch Moskau. Die rumänische Armee zerstörte nach Angaben aus Bukarest eine mit Sprengstoff beladene Marine-Drohne hunderte Meter vom Gasfeld Neptun Deep im Schwarzen Meer entfernt.

Drogen und Kosmetik in Haftanstalt geschmuggelt: Großrazzia in Bremen und Niedersachsen

In Bremen und Niedersachsen sind Ermittler zu einer Großrazzia wegen mutmaßlichen Schmuggels von Drogen und verbotenen Gegenständen in einer Haftanstalt ausgerückt. Sie durchsuchten am Donnerstag unter anderem zehn Zellen in der Justizvollzugsanstalt Bremen-Oslebshausen sowie elf Wohnungen in Bremen und Niedersachsen, wie die Staatsanwaltschaft in Bremen mitteilte. Ermittelt wird demnach gegen 23 Beschuldigte, darunter sechs Bedienstete der Bremer Haftanstalt und zehn Gefangene.

Seoul: Nordkorea feuert rund zehn ballistische Raketen ab

Während eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas hat Nordkorea nach Angaben aus Seoul mehrere ballistische Raketen abgefeuert. Die nordkoreanischen Streitkräfte hätten "etwa zehn ballistische Kurzstrecken-Raketen" aus dem Großraum Pjöngjang abgefeuert, teilte die südkoreanische Armee am Donnerstag mit. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt.

Textgröße ändern: