Pallade Veneta - Aktivisten in Hongkong organisieren selten gewordenen Protest gegen neues Sicherheitsgesetz

Aktivisten in Hongkong organisieren selten gewordenen Protest gegen neues Sicherheitsgesetz


Aktivisten in Hongkong organisieren selten gewordenen Protest gegen neues Sicherheitsgesetz
Aktivisten in Hongkong organisieren selten gewordenen Protest gegen neues Sicherheitsgesetz / Foto: Peter PARKS - AFP

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong haben Aktivisten am Dienstag gegen ein neues nationales Sicherheitsgesetz demonstriert. "Die nationale Sicherheit ist für die Menschen wichtig, aber sie muss auf Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit beruhen", sagte Aktivistin Chan Po-ying, die mit zwei Mitstreitern vor dem Sitz der Hongkonger Regierung Slogans skandierte. Dabei waren sie von Journalisten und mehr als einem Dutzend Polizisten umgeben. In Hongkong sind Demonstrationen fast vollständig aus dem öffentlichen Leben verschwunden, seit Peking im Jahr 2019 die damaligen massiven pro-demokratischen Proteste niederschlug.

Textgröße ändern:

2020 hatte Peking als Antwort auf die Proteste in Hongkong das sogenannte Nationale Sicherheitsgesetz erlassen. Das international scharf kritisierte Gesetz ermöglicht den Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen - und damit auch ein drakonisches Vorgehen gegen Kritiker.

Nun sagen Hongkonger Regierungsvertreter, dass ein zusätzliches, vor Ort erlassenes Sicherheitsgesetz nötig sei, um "Schlupflöcher" zu stopfen. Justizminister Paul Lam gab an, er habe während der einmonatigen öffentlichen Beratungen keine Einwände gehört.

Viele Hongkonger seien "ziemlich besorgt", sagte Aktivist Yu Wai-pan von der Liga der Sozialdemokraten (LSD), einer der wenigen verbliebenen Oppositionsgruppen. "Ich verstehe nicht, wieso der Justizminister sagt, er habe keine Einwände oder Befürchtungen gehört." Die öffentlichen Beratungen seien auf Peking nahestehende Stimmen beschränkt gewesen, sagte Chan.

Die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong galt bis vor wenigen Jahren als Bastion der Meinungsfreiheit in China. Seit Peking im Jahr 2020 das sogenannte Sicherheitsgesetz erlassen hatte, gehen die Behörden in der Sonderverwaltungszone jedoch massiv gegen pro-demokratische Aktivisten und andere Peking-kritische Stimmen vor.

Bei der Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie 1997 an China hatte Peking zugesichert, das Prinzip "ein Land, zwei Systeme", das den Menschen in Hongkong zahlreiche Bürgerrechte zusicherte, 50 Jahre lang aufrecht zu erhalten.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Brasilien: Lula und Bolsonaro überziehen sich im TV-Duell mit Vorwürfen

Eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien haben sich der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro eine teils chaotische TV-Debatte geliefert. Beide Politiker überzogen sich in dem Duell des Fernsehsenders Band am Sonntag gegenseitig mit Vorwürfen und Beleidigungen und warfen einander vor, korrupt zu sein.

Juso-Chef Türmer verteidigt Rot-Grün-Rot in Berlin auch gegen Kritik aus der SPD

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat ein mögliches Bündnis von Linken, Grünen und SPD in Berlin gegen Kritik auch aus Reihen der Sozialdemokraten verteidigt. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus hätten die Berlinerinnen und Berliner klar gemacht, dass sie sich einen Politikwechsel wünschen, sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Er sehe da eine Chance für Berlin.

SPD-Fraktionschef Miersch zweifelt an Berliner Koalition mit der Linken

In der schwarz-roten Koalition wächst die Kritik an einem möglichen Regierungsbündnis unter Führung der Linkspartei in der Hauptstadt. "Ich habe noch erhebliche Zweifel", sagte der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Vor allem Teile der Berliner Linken hätten aus seiner Sicht Fragen zum Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität nicht ausreichend geklärt. Die SPD trage eine große Verantwortung und müsse sich genau überlegen, mit wem sie zusammenarbeite.

Nach tödlichem Brand auf Armeestützpunkt in Kanada wochenlange Ermittlungen erwartet

Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag keine Angabe zum möglichen Auslöser. Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem "kritischen Zustand".

Textgröße ändern: