Pallade Veneta - Ischinger lobt Macrons Vorstoß für westliche Bodentruppen in der Ukraine

Ischinger lobt Macrons Vorstoß für westliche Bodentruppen in der Ukraine


Ischinger lobt Macrons Vorstoß für westliche Bodentruppen in der Ukraine
Ischinger lobt Macrons Vorstoß für westliche Bodentruppen in der Ukraine / Foto: Thomas KIENZLE - AFP

Der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für dessen Äußerungen zum möglichen Einsatz westlicher Bodentruppen in der Ukraine gelobt. "Es ist natürlich in einer solchen Konfliktsituation, in der wir uns mit Russland befinden, im Prinzip richtig, nichts auszuschließen", sagte Ischinger am Dienstagabend dem Sender Welt. "Sobald man irgendwas ausschließt, macht man es natürlich im Prinzip für den Gegner leichter, sich auf das, was da vielleicht kommen könnte, einzurichten."

Textgröße ändern:

Er finde es "ein bisschen kühn, aber nicht falsch", dass Macron sage: "Wenn das so weitergeht, ist es besser, wir schließen gar nichts aus", sagte Ischinger weiter. Trotzdem sei der Grundsatz richtig, dass die Nato nicht militärisch in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine hineingezogen werden wolle. Es sei "zutiefst bedauerlich, dass ausgerechnet in dieser schwersten strategischen, militärischen, politischen Krise, in der sich Europa sicherheitspolitisch seit vielen Jahren befindet, der deutsch-französische Segen schiefhängt".

Wenn sich Deutschland und Frankreich "vor den Augen der Russen hier mit Kabbeleien und Uneinigkeit" präsentierten - "wo werden da wohl die Champagnerkorken knallen? Nicht in Washington und auch nicht in Italien, aber in Moskau", sagte Ischinger, der ehemals deutscher Botschafter in den USA und Großbritannien war. Es sei "staatspolitisch die Pflicht aller Beteiligten" alles zu tun, um ein "gemeinsames Vorgehen in dieser schweren Krise zu erreichen".

Macron hatte am Montagabend zum Abschluss einer Ukraine-Konferenz in Paris gesagt, die Entsendung westlicher Truppen in die Ukraine dürfe nicht ausgeschlossen werden. Derzeit gebe es jedoch "keinen Konsens" dazu. "Wir werden alles Notwendige dafür tun, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann", betonte Macron. In Europa stieß der Vorschlag auf Ablehnung. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erteilte dem Ansinnen eine klare Absage.

Scholz erneuerte Anfang der Woche auch seine ablehnende Haltung gegenüber der Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. Ischinger warnte in der Debatte davor, "sich ein bisschen zu sehr selbst abzuschrecken, indem man Sorge hat, dass man mit der Lieferung dieses oder jenes Waffensystems die russische Seite provoziert".

Umgekehrt könne der russischen Seite signalisiert werden: "Ihr bombardiert unablässig in der ganzen Ukraine zivile Ziele. Wenn ihr das fortsetzt, dann werden wir nicht anders können, als Taurus zu liefern. Und dann wäre es an der russischen Seite, auf diese rote Linie zu reagieren", so Ischinger.

O.Merendino--PV

Empfohlen

Juso-Chef Türmer verteidigt Rot-Grün-Rot in Berlin auch gegen Kritik aus der SPD

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat ein mögliches Bündnis von Linken, Grünen und SPD in Berlin gegen Kritik auch aus Reihen der Sozialdemokraten verteidigt. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus hätten die Berlinerinnen und Berliner klar gemacht, dass sie sich einen Politikwechsel wünschen, sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Er sehe da eine Chance für Berlin.

SPD-Fraktionschef Miersch zweifelt an Berliner Koalition mit der Linken

In der schwarz-roten Koalition wächst die Kritik an einem möglichen Regierungsbündnis unter Führung der Linkspartei in der Hauptstadt. "Ich habe noch erhebliche Zweifel", sagte der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Vor allem Teile der Berliner Linken hätten aus seiner Sicht Fragen zum Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität nicht ausreichend geklärt. Die SPD trage eine große Verantwortung und müsse sich genau überlegen, mit wem sie zusammenarbeite.

Nach tödlichem Brand auf Armeestützpunkt in Kanada wochenlange Ermittlungen erwartet

Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag keine Angabe zum möglichen Auslöser. Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem "kritischen Zustand".

Nach Brand auf Armeestützpunkt in Kanada: 19 Verletzte laut Behörden in "kritischem Zustand"

Nach dem Brand auf einem Armeestützpunkt im Westen Kanadas mit vier Toten haben die Behörden genauere Angaben zu den Verletzten vorgelegt. 39 Menschen seien verletzt worden, sagte die Regierungschefin des Bundesstaats Alberta, Danielle Smith, am Sonntag. 19 von ihnen seien in einem "kritischen Zustand". Acht der Verletzten befanden sich nach Behördenangaben in einem "stabilen" Zustand; zwölf von ihnen wurden wegen leichterer Verletzungen medizinisch behandelt.

Textgröße ändern: