Pallade Veneta - Tschad: Regierung meldet mehrere Tote bei Angriff auf Geheimdienstsitz

Tschad: Regierung meldet mehrere Tote bei Angriff auf Geheimdienstsitz


Tschad: Regierung meldet mehrere Tote bei Angriff auf Geheimdienstsitz
Tschad: Regierung meldet mehrere Tote bei Angriff auf Geheimdienstsitz / Foto: Denis Sassou Gueipeur - AFP

Im Tschad sind bei einem Anschlag auf die Zentrale des Inlandsgeheimdienstes nach offiziellen Angaben mehrere Menschen getötet worden. Die Regierung des zentralafrikanischen Landes erklärte, der Angriff in der Hauptstadt N'Djamena sei in der Nacht auf Mittwoch erfolgt. In der Folge umzingelte die Armee die Hauptgeschäftsstelle der Oppositionspartei Sozialistische Partei ohne Grenzen (PSF) im Stadtzentrum, von wo Schüsse zu hören waren.

Textgröße ändern:

Menschen flohen aus dem Bereich um die PSF-Zentrale. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Fahrzeugen der Präsidentengarde, die auf dem Weg zum Hauptsitz der Oppositionspartei gewesen seien. Ein PSF-Vertreter erzählte AFP am Telefon von Kalaschnikow-Gewehrsalven und Tränengas. Ab der Mittagszeit waren Telefon- und Internetverbindungen gestört.

Vor dem Angriff auf die Geheimdienstzentrale war ein PSF-Mitglied wegen des Vorwurfs festgenommen worden, einen Mordversuch gegen den Präsidenten des Obersten Gerichtshofs verübt zu haben. Die Behörden machten "Elemente" der PSF auch für den Angriff auf den Geheimdienst verantwortlich, diese hätten unter Anleitung des PSF-Vorsitzenden Yaya Dillo gehandelt. Die Lage sei "inzwischen vollständig unter Kontrolle", hieß es in der Regierungserklärung. Die Täter seien zur Fahndung ausgeschrieben oder bereits festgenommen worden.

Oppositionspolitiker Dillo ist ein entschiedener Gegner des tschadischen Übergangspräsidenten Mahamat Idriss Déby Itno, dessen Cousin er ist. Der Vorwurf eines Mordversuchs gegen den Gerichtshofspräsidenten sei "inszeniert", erklärte Dillo.

Der Angriff auf den Geheimdienstsitz erfolgte einen Tag nachdem im Tschad ein Termin für die Präsidentschaftswahl bekanntgegeben worden war - drei Jahre nach der Machtübernahme einer Militärregierung. Die erste Wahlrunde soll am 6. Mai stattfinden, sowohl Staatschef Déby Itno als auch Oppositionspolitiker Dillo haben ihren Willen zu einer Kandidatur erklärt.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte Dillo, er habe nichts mit dem Vorfall am Geheimdienstsitz zu tun. Ziel sei es vielmehr, ihn von einer Kandidatur bei der anstehenden Präsidentschaftswahl abzuhalten, "mich physisch zu eliminieren" und "mir Angst einzujagen".

Déby Itno war im April 2021 im Alter von 37 Jahren von der Armee zum Übergangspräsidenten an der Spitze einer Militärregierung ernannt worden, nachdem sein Vater Idriss Déby Itno von Rebellen getötet worden war. Dieser hatte den Tschad, den die UNO als eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt einstuft, 30 Jahre lang mit harter Hand regiert.

Nach seiner Machtübernahme als Übergangspräsident hatte Déby Itno Wahlen in einem Zeitraum von 18 Monaten angekündigt. Wenig später hatte er diese Übergangszeit jedoch um zwei Jahre bis zum 10. Oktober 2024 verlängert. Diese Entscheidung hatte zu heftigen Protesten geführt, die von der Militärregierung blutig niedergeschlagen wurden.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

SPD-Fraktionschef Miersch zweifelt an Berliner Koalition mit der Linken

In der schwarz-roten Koalition wächst die Kritik an einem möglichen Regierungsbündnis unter Führung der Linkspartei in der Hauptstadt. "Ich habe noch erhebliche Zweifel", sagte der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Vor allem Teile der Berliner Linken hätten aus seiner Sicht Fragen zum Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität nicht ausreichend geklärt. Die SPD trage eine große Verantwortung und müsse sich genau überlegen, mit wem sie zusammenarbeite.

Nach tödlichem Brand auf Armeestützpunkt in Kanada wochenlange Ermittlungen erwartet

Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag keine Angabe zum möglichen Auslöser. Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem "kritischen Zustand".

Nach Brand auf Armeestützpunkt in Kanada: 19 Verletzte laut Behörden in "kritischem Zustand"

Nach dem Brand auf einem Armeestützpunkt im Westen Kanadas mit vier Toten haben die Behörden genauere Angaben zu den Verletzten vorgelegt. 39 Menschen seien verletzt worden, sagte die Regierungschefin des Bundesstaats Alberta, Danielle Smith, am Sonntag. 19 von ihnen seien in einem "kritischen Zustand". Acht der Verletzten befanden sich nach Behördenangaben in einem "stabilen" Zustand; zwölf von ihnen wurden wegen leichterer Verletzungen medizinisch behandelt.

Kanadische Provinz Alberta entscheidet über Referendum zu Unabhängigkeit

Die Wähler von Alberta im Westen Kanadas entscheiden am Montag darüber, ob ein Referendum über die Unabhängigkeit der ölreichen Provinz abgehalten werden soll. Die nicht bindende Volksabstimmung war von der rechtsgerichteten Ministerpräsidentin Albertas, Danielle Smith, initiiert worden, nachdem ein Richter zuvor ein geplantes Bürger-Referendum wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gestoppt hatte.

Textgröße ändern: