Pallade Veneta - MeToo: Französische Schauspielerin Godrèche fordert Untersuchungskommission

MeToo: Französische Schauspielerin Godrèche fordert Untersuchungskommission


MeToo: Französische Schauspielerin Godrèche fordert Untersuchungskommission
MeToo: Französische Schauspielerin Godrèche fordert Untersuchungskommission / Foto: STEPHANE DE SAKUTIN - AFP/Archiv

Die Schauspielerin Judith Godrèche, die in Frankreich zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der MeToo-Bewegung zählt, hat eine Untersuchungskommission zu sexueller Gewalt in der Filmbranche gefordert. Sie verglich die Kinowelt in ihrem Land mit einer "Familie, wo sich niemand traut, einen anderen anzuzeigen". Bei einer Anhörung vor dem Senatsausschuss für Frauenrechte in Paris sagte sie am Donnerstag: "Wir müssen aufhören, so zu tun, als wüssten wir nichts."

Textgröße ändern:

Godrèche forderte strengere Regeln für Dreharbeiten mit Minderjährigen, unter anderem einen unabhängigen Referenten. Die Kontrollen müssten verschärft werden, so dass Kinder und Jugendliche bei Dreharbeiten und Castings niemals allein blieben.

Die Schauspielerin forderte zudem den Rückzug des Vorsitzenden der nationalen Filmkommission Dominique Boutonnat, gegen den ein Verfahren wegen sexueller Übergriffe auf sein 21 Jahre altes Patenkind läuft. Boutonnat weist die Vorwürfe zurück.

Godrèche, die den Regisseuren Benoît Jacquot und Jacques Doillon vorwirft, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben, hatte bereits bei der Verleihung der César-Filmpreise eine Aufsehen erregende Rede zu dem Thema gehalten. Darin prangerte sie "das Ausmaß an Straflosigkeit, Leugnen und Privilegiertheit" im Film-Milieu an. Es dürfe nicht toleriert werden, dass die Filmkunst "als Deckmantel für den illegalen Handel mit jungen Mädchen" missbraucht werde.

Die MeToo-Bewegung ist in Frankreich wieder aufgeflammt, seit sich Vorwürfe gegen den Schauspielstar Gérard Depardieu mehren. Depardieu wurde in fünf Fällen der Vergewaltigung oder sexueller Übergriffe angezeigt. Eines der Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Der Schauspieler weist alle Vorwürfe zurück. Präsident Emmanuel Macron hatte Depardieu mehrfach öffentlich in Schutz genommen und auf die Unschuldsvermutung verwiesen.

Am Montag beginnt zudem ein Prozess gegen den Schauspieler Roman Polanski, der ebenfalls mit Vorwürfen sexueller Gewalt konfrontiert ist. In dem Prozess geht es um eine Verleumdungsklage der britischen Schauspielerin Charlotte Lewis. Polanski hatte sie als Lügnerin bezeichnet. Lewis wirft Polanski sexuelle Gewalt vor, wurde aber von einem britischen Klatschblatt mit der Aussage zitiert, eine einvernehmliche Affäre mit Polanski gehabt zu haben.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Spahn gibt auch Vorsitz von CDU Münsterland ab

Nach dem Unions-Fraktionsvorsitz will Jens Spahn (CDU) auch in seiner Heimat den Vorsitz des CDU-Bezirks Münsterland abgeben. "Ich habe mich entschieden, nicht erneut für den Vorsitz der CDU-Münsterland zu kandidieren", sagte Spahn den "Westfälischen Nachrichten" vom Donnerstag. Der CDU-Politiker entschloss sich der Zeitung zufolge nach Sondierungsgesprächen mit den Kreisvorsitzenden seiner Partei für den Schritt.

BSW-Politikerin Wolf: Wagenknecht hat Grenze überschritten mit AfD-Annäherung

Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf hat Parteigründerin Sahra Wagenknecht für ihren Umgang mit der AfD scharf kritisiert. "Mit der Annäherung an die AfD hat Sahra Wagenknecht eine Grenze überschritten", sagte Wolf der Wochenzeitung "Die Zeit" nach Angaben vom Donnerstag. "Sie geht ja nicht nur inhaltlich auf die extreme Rechte zu, sondern bietet sich ihnen als Machtoption an."

Trump kündigt "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran an - Teheran reagiert gelassen

Ein "wirtschaftlicher D-Day": Angesichts der stockenden Verhandlungen hat US-Präsident Donald Trump einen umfassenden "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran angekündigt. Es werde sich um "die vernichtendste Wirtschaftsoperation" aller Zeiten handeln, schrieb er am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Zudem drohte Trump jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit "enormen" Strafmaßnahmen. Teheran tat Trumps Pläne als "gescheiterte Politik" ab.

Nach 56 Jahren: Antisemitischer Anschlag mit sieben Toten in München aufgeklärt

Einer der schlimmsten antisemitischen Anschläge der Bundesrepublik ist aufgeklärt - 56 Jahre nach der Tat. Ein inzwischen gestorbener Neonazi legte im Februar 1970 vermutlich den Brand in einem jüdischen Altersheim in München, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der bayerischem Landeshauptstadt am Donnerstag mitteilte. Der Tatverdacht gegen ihn habe sich durch neue Ermittlungen erhärtet. Bei dem Anschlag waren sieben Menschen getötet worden.

Textgröße ändern: