Pallade Veneta - Ehemaliger Labour-Abgeordneter gewinnt von Gaza-Krieg bestimmte Nachwahl in England

Ehemaliger Labour-Abgeordneter gewinnt von Gaza-Krieg bestimmte Nachwahl in England


Ehemaliger Labour-Abgeordneter gewinnt von Gaza-Krieg bestimmte Nachwahl in England
Ehemaliger Labour-Abgeordneter gewinnt von Gaza-Krieg bestimmte Nachwahl in England / Foto: NIKLAS HALLE'N - AFP

Der streitbare linke Politiker George Galloway ist bei einer Nachwahl in England ins britische Unterhaus gewählt worden. Der 69-jährige ehemalige Labour-Abgeordnete holte am Freitag im Wahlkreis Rochdale im Nordwesten Englands knapp 40 Prozent der Stimmen. Die Labour-Partei hatte ihren Kandidaten Azhar Ali aus dem Rennen genommen, nach dem dieser mit einer Verschwörungstheorie zum Krieg im Nahen Osten für Aufsehen gesorgt hatte.

Textgröße ändern:

Die Nachwahl wurde durch den Tod des langjährigen Labour-Abgeordneten Tony Lloyd notwendig. Zweitplatzierter wurde ein örtlicher Geschäftsmann, der als unabhängiger Kandidat antrat. Ein Sprecher der Labour-Partei erklärte, die Partei bedauere "zutiefst", dass sie keinen Kandidaten aufstellen konnte und entschuldigte sich bei den Einwohnern von Rochdale.

Galloway war erstmals 1987 ins Unterhaus eingezogen. In den 2000er Jahren wurde er aus der Labour-Partei ausgeschlossen, seit 2015 saß er nicht mehr im Parlament. Inzwischen ist er der Vorsitzende der von ihm gegründeten Britischen Arbeiterpartei.

Labour-Kandidat Ali hatte eine Verschwörungstheorie verbreitet, wonach Israel der radikalislamischen Hamas erlaubt habe, den tödlichen Überfall vom 7. Oktober auszuführen. Galloway zog den Krieg im Gazastreifen ins Zentrum seiner Kampagne in Rochdale, das zu 30 Prozent von Muslimen bewohnt wird. In seiner Siegesansprache sagte er in Richtung des Labour-Parteichefs: "Keir Starmer, das ist für Gaza." Galloway warf Starmer vor, die "Katastrophe" im Gazastreifen "ermöglicht, ermutigt und verschleiert" zu haben.

Starmer hat sich in dem Konflikt bisher mit Kritik an Israel zurückgehalten und sich erst kürzlich den Rufen nach einer Waffenruhe angeschlossen. Labours offizielle Position spaltet die Partei und hat zu mehreren Rücktritten an der Parteispitze geführt. Für die Parlamentswahl, die für den Herbst erwartet wird, gilt Labour als Favorit und Starmer als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Premierministers.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Nach tödlichem Brand auf Armeestützpunkt in Kanada wochenlange Ermittlungen erwartet

Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag keine Angabe zum möglichen Auslöser. Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem "kritischen Zustand".

Nach Brand auf Armeestützpunkt in Kanada: 19 Verletzte laut Behörden in "kritischem Zustand"

Nach dem Brand auf einem Armeestützpunkt im Westen Kanadas mit vier Toten haben die Behörden genauere Angaben zu den Verletzten vorgelegt. 39 Menschen seien verletzt worden, sagte die Regierungschefin des Bundesstaats Alberta, Danielle Smith, am Sonntag. 19 von ihnen seien in einem "kritischen Zustand". Acht der Verletzten befanden sich nach Behördenangaben in einem "stabilen" Zustand; zwölf von ihnen wurden wegen leichterer Verletzungen medizinisch behandelt.

Kanadische Provinz Alberta entscheidet über Referendum zu Unabhängigkeit

Die Wähler von Alberta im Westen Kanadas entscheiden am Montag darüber, ob ein Referendum über die Unabhängigkeit der ölreichen Provinz abgehalten werden soll. Die nicht bindende Volksabstimmung war von der rechtsgerichteten Ministerpräsidentin Albertas, Danielle Smith, initiiert worden, nachdem ein Richter zuvor ein geplantes Bürger-Referendum wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gestoppt hatte.

Berliner SPD und Grüne entscheiden über Aufnahme von Koalitionsverhandlungen

Nach der Einigung in den Sondierungsgesprächen über eine neue Berliner Landesregierung entscheiden Parteigremien von SPD und Grünen am Montag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei. Der Landesvorstand der Berliner SPD kommt dazu am Nachmittag zu einer digitalen Sitzung zusammen (16.30 Uhr); bei den Berliner Grünen tagt am Abend ein Landesausschuss (20.00 Uhr). Bei der Linkspartei soll hingegen erst am 31. Oktober ein Landesparteitag über Koalitionsverhandlungen entscheiden.

Textgröße ändern: