Pallade Veneta - Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zu Bezahlkarte für Asylsuchende

Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zu Bezahlkarte für Asylsuchende


Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zu Bezahlkarte für Asylsuchende
Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zu Bezahlkarte für Asylsuchende / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Bundesregierung hat am Freitag den Gesetzentwurf für eine bundesweite Regelung zur Bezahlkarte für Asylsuchende beschlossen. Das teilte eine Sprecherin auf Anfrage in Berlin mit. Der Kabinettsbeschluss erfolgte demnach im Umlaufverfahren.

Textgröße ändern:

Das Bundesarbeitsministerium hatte dazu eine sogenannte Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen vorgelegt. Über den Gesetzentwurf soll nun weiter im Bundestag beraten werden. Geplant ist, dass die Bezahlkarte explizit als eine Option ins Asylbewerberleistungsgesetz aufgenommen wird - neben den bereits bestehenden Möglichkeiten von Geld- oder Sachleistungen.

Bereits am Mittag hatte ein Sprecher des Arbeitsressorts deutlich gemacht, dass "die Bundesregierung die Einführung der Bezahlkarte unterstützt". Von Seiten der Grünen hatte es zuvor Vorbehalte gegen eine bundesgesetzliche Regelung zu der Bezahlkarte gegeben. Diese sei für deren Einführung durch die Länder nicht notwendig, hieß es. "Wir halten das Vorhaben grundsätzlich für richtig", sagte nun aber eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

FDP-Fraktionschef Christian Dürr begrüßte die Einigung der Ampel-Koalition über das neue Gesetz. Er sprach sich dafür aus, dazu bereits in der nächsten Sitzungswoche einen Bundestagsbeschluss herbeizuführen. Die Bezahlkarte sei "ein gutes Signal für die Kommunen: Wir werden mehr Ordnung in die deutsche Migrationspolitik bringen".

Der Innenexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Stephan Thomae, sagte zu AFP, die Bezahlkarte werde "den überlasteten Kommunen helfen und dazu beitragen, Anreize irregulärer Migration zu reduzieren". Die Einführung sei "ein Schritt hin zu einer neuen Realpolitik in der Migration". Die Bezahlkarte "wird die Anziehungskraft des deutschen Sozialsystems effektiv reduzieren", drängte auch FDP-Chef Christian Lindner im Internetdienst X auf deren rasche Einführung.

Die Bundestagsfraktion der Grünen reagierte verhaltener auf den Kompromiss der Bundesregierung zur Bezahlkarte. Der Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch verwies im Portal "t-online" auf vereinbarte weitere "Prüfungen und Gespräche". "Bezahlkarten dürfen nicht dazu führen, dass Menschen davon abgehalten werden, sich in Deutschland zu integrieren und Teil unserer Gesellschaft zu werden", warnte Audretsch.

Deutlicher wurden andere Mitglieder der Grünen-Fraktion. "Die geplante Bezahlkarte verhindert Integration", warnte die Kommunalexpertin Karoline Otte ebenfalls in t-online. Der Grünen-Migrationsexperte Julian Pahlke sagte dem Portal: "Ich sorge mich vor einer diskriminierenden Wirkung der Bezahlkarte." Zudem dürften Menschen, wenn ihnen verwehrt werde, "ihr Geld auf regulären Wegen zu verwalten", in die Schattenwirtschaft abgedrängt werden.

Die Formulierungshilfe des Arbeitsressorts sieht nach Angaben aus Koalitionskreisen vor, dass den Bundesländern überlassen wird, ob sie das neue Instrument nutzen wollen oder aber Geld- oder Sachleistungen bevorzugen. Auch die konkrete Ausgestaltung der Karte soll den Ländern obliegen - etwa ob und wie viel Bargeld Asylsuchende von der Karte abheben können.

Ein Streitpunkt war bisher auch die Frage, wie mit Asylbewerberinnen und -bewerbern verfahren wird, die nach 18 oder künftig 36 Monaten Aufenthalt Leistungen in Höhe des Bürgergeldes bekommen. Dies solle nun im parlamentarischen Verfahren geklärt werden, hieß es im Portal table.media. Gleiches gelte für den Umgang mit erwerbstätigen Asylsuchenden sowie mit Studierenden oder Auszubildenden.

Kritik an der Bezahlkarte übte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. Diese sei "reine Symbolpolitik", schrieb er im Internetdienst X.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Pakistan bestellt US-Gesandten wegen Aussagen von US-Botschafter in Indien ein

Die pakistanische Regierung hat den ranghöchsten US-Gesandten in Islamabad wegen Äußerungen des US-Botschafters in Indien zu der umstrittenen Region Kaschmir einbestellt. Wegen der "sachlich falschen Äußerungen des US-Botschafters in Indien zum Status von Jammu und Kaschmir" sei eine "strenge Protestnote" übermittelt worden, teilte das pakistanische Außenministerium am Mittwoch mit. Der US-Botschafter in Indien, Sergio Gor, hatte zuvor die geteilte Region als "wichtigen Teil Indiens" bezeichnet.

Tod von Australierin im Gazastreifen: Canberra spricht von "schwieriger" Beziehung zu Israel

Angesichts der Entscheidung der israelischen Armee, den Tod einer Australierin im Gazastreifen nicht weiter zu untersuchen, hat Australiens Außenministerin Penny Wong die Beziehungen zwischen den beiden Ländern als "schwierig" bezeichnet. "Die australische Regierung wird Israel weiterhin dazu drängen, der Gerechtigkeit Genüge zu tun", sagte Wong am Donnerstag vor Journalisten, nachdem sie mit dem israelischen Botschafter gesprochen hatte.

Behörden: Mindestens zwölf Tote bei neuen russischen Angriffen auf Region Kiew

Bei neuen russischen Angriffen auf Kiew und Umgebung sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Bei den "massiven" Angriffen seien Wohngebiete und Lagerhallen getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram. Insgesamt seien in der Hauptstadt zwölf Menschen getötet und 33 weitere verletzt worden.

Behörden: Mindestens sechs Tote bei neuen russischen Angriffen auf Region Kiew

Bei neuen russischen Angriffen auf Kiew und Umgebung sind in der Nacht zum Donnerstag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Bei den "massiven" Angriffen seien Wohngebiete und Lagerhallen getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko im Onlinedienst Telegram. Es seien Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.

Textgröße ändern: