Pallade Veneta - Russische Behörden führen Schachweltmeister Kasparow auf Terrorliste

Russische Behörden führen Schachweltmeister Kasparow auf Terrorliste


Russische Behörden führen Schachweltmeister Kasparow auf Terrorliste
Russische Behörden führen Schachweltmeister Kasparow auf Terrorliste / Foto: CARLOS COSTA - AFP/Archiv

Die Behörden in Russland führen den einstigen Schachweltmeister und im Exil lebenden Oppositionellen Garri Kasparow auf einer Terrorliste. Sein Name wurde auf eine Liste von "Terroristen und Extremisten" aufgenommen, wie aus einer Notiz der russischen Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring hervorgeht, die AFP am Mittwoch einsehen konnte.

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Der 1963 in der damaligen sowjetischen Republik Aserbaidschan geborene Kasparow war einer der größten Schachspieler aller Zeiten, bevor er zum erbitterten Gegner von Staatschef Wladimir Putin wurde. 2013 verließ er Russland und ging in die USA, von wo aus er weiterhin die russische Führung und die Militäroffensive in der Ukraine kritisiert.

Kasparow bezeichnete seine Aufnahme in die Terrorliste im Onlinedienst X als "eine Ehre, die mehr über Putins faschistisches Regime aussagt, als über mich". Der Schachweltmeister, dessen X-Account mehr als eine Million Menschen folgen, zitierte dort den US-Politiker Barry Goldwater (1909-1998): "Extremismus bei der Verteidigung der Freiheit ist kein Laster, Mäßigung bei der Suche nach Gerechtigkeit ist keine Tugend."

Kasparow wurde 2022 in Russland zum "ausländischen Agenten" erklärt, eine Bezeichnung für Oppositionelle, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, die strikteste Auflagen der Behörden nach sich zieht. Die meisten Oppositionellen, die in Russland geblieben sind, sind heute inhaftiert, die übrigen leben im Exil.

Die Duelle zwischen Kasparow und Anatoli Karpow, dem anderen Schachgroßmeister der Sowjetunion, gingen in den 1980er Jahren in die Geschichte ein. Karpow unterstützt Putin und sitzt heute für die Präsidentenpartei Geeintes Russland als Abgeordneter in der russischen Duma.

O.Pileggi--PV

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