Pallade Veneta - Habeck: Deutsche Beteiligung an Seekorridor für Gazastreifen kein Strategiewandel

Habeck: Deutsche Beteiligung an Seekorridor für Gazastreifen kein Strategiewandel


Habeck: Deutsche Beteiligung an Seekorridor für Gazastreifen kein Strategiewandel
Habeck: Deutsche Beteiligung an Seekorridor für Gazastreifen kein Strategiewandel / Foto: ANGELA WEISS - AFP

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat mögliche Vermutungen zurückgewiesen, dass die deutsche Beteiligung an dem geplanten Seekorridor für Hilflieferungen in den Gazastreifen einen Wandel im Umgang mit Israel darstellt. Die Bundesregierung strebe nach wie vor nach Frieden und Schutz für Israel, sagte Habeck am Freitag nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär António Guterres in New York. "Umgekehrt verändert sich die Situation dauernd und deswegen müssen wir auch unsere Bemühungen permanent anpassen."

Textgröße ändern:

Habeck verwies auf die zerstörte Infrastruktur im Gazastreifen, die Hilfslieferungen für die Menschen dort erschwere. Hinzu kämen die "massiven Vorwürfe" gegen das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen. Es müssten daher neue Wege gefunden werden, um den Menschen in dem Palästinensergebiet zu helfen. Mit Guterres sei er sich "sehr einig" darüber gewesen, "dass die Arbeit für einen Waffenstillstand das ist, was unmittelbar ansteht", sagte Habeck weiter. Es werde konkret darüber verhandelt.

"Wir sagen sehr klar, wie die Lage ist und dass Israel seine Strategie im Gazastreifen ändern muss", führte Habeck aus. Israel müsse die Hamas bekämpfen, "aber die Zahl der zivilen Opfer ist hoch". Es sei nicht zu akzeptieren, "dass der Schutz der Zivilbevölkerung so gar nicht da ist, dass sich Seuchen ausbreiten, dass Menschen Hunger leiden und vielleicht irgendwann an Hunger sterben". Dies seien "unhaltbare Zustände".

Zahlreiche Länder wollen innerhalb der kommenden Tage einen Seekorridor zur Versorgung des Gazastreifens mit dringend benötigten Hilfslieferungen einrichten. Die EU-Kommission, die USA, Zypern, Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten am Freitag die Öffnung des Korridors an, an dem sich auch Deutschland, Griechenland, Italien und die Niederlande beteiligen wollen. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen soll er möglicherweise bereits am Sonntag den Betrieb aufnehmen.

US-Präsident Joe Biden hatte am Donnerstagabend bei seiner Rede zur Lage der Nation die Einrichtung eines provisorischen Hafens vor der Küste des Gazastreifens für zusätzliche Hilfslieferungen auf dem Seeweg angekündigt. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters wird dessen Bau allerdings mehrere Wochen dauern.

Beim Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober waren israelischen Angaben zufolge etwa 1160 Menschen getötet sowie rund 250 als Geiseln verschleppt worden. Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bisher mindestens 30.800 Menschen getötet.

Nach fünf Monaten Krieg ist die humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet katastrophal. Laut dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) befinden sich die dort lebenden 2,4 Millionen Menschen am Rande einer Hungersnot.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

"Wut und Scham": Gewaltexzesse bei Protesttag senden Schockwelle durch Frankreich

Die Gewaltexzesse am Rande eines landesweiten Protesttages haben eine Schockwelle durch Frankreich gesandt. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham", sagte Präsident Emmanuel Macron am Sonntag in einer Fernsehansprache. Er verurteilte die "ungezügelte" Gewalt und rief zugleich dazu auf, zwischen Demonstranten mit "legitimen Forderungen" und Randalierern zu unterscheiden. Bei den Ausschreitungen am Samstag wurden rund 2400 Menschen festgenommen, fast tausend Sicherheitskräfte wurden verletzt.

Macron zu "ungezügelter" Gewalt: "Wir alle empfinden Wut und Scham"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die "ungezügelte" Gewalt am Rande eines nationalen Protesttages verurteilt. Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Macron am Sonntagabend mit Blick auf die Gewaltexzesse des Vortages. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham." Der Präsident rief zugleich dazu auf, Demonstranten mit "legitimen Forderungen" nicht mit denjenigen zu verwechseln, "die zerstört, zertrümmert und geplündert haben".

Auswärtiges Amt ruft Deutsche in Frankreich zu "umsichtigem" Verhalten auf

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich hat das Auswärtige Amt deutsche Staatsbürger im Nachbarland zu "umsichtigem" Verhalten aufgerufen. "Weitere Demonstrationen und gegebenenfalls Ausschreitungen in den kommenden Tagen sind nicht auszuschließen", hieß es am Sonntagabend in aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Bundesaußenministeriums für Frankreich. "Verhalten Sie sich umsichtig und meiden Sie Demonstrationen, wenn möglich."

Macron zu Gewaltexzessen: "Wir alle empfinden Wut und Scham"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die "ungezügelte" Gewalt am Rande eines nationalen Protesttages verurteilt. Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Macron am Sonntagabend mit Blick auf die Gewaltexzesse des Vortages. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham." Der Präsident rief zugleich dazu auf, Demonstranten mit "legitimen Forderungen" nicht mit denjenigen zu verwechseln, "die zerstört, zertrümmert und geplündert haben".

Textgröße ändern: