Pallade Veneta - Linke fordert für Alleinerziehende Haushaltshilfe auf Staatskosten

Linke fordert für Alleinerziehende Haushaltshilfe auf Staatskosten


Linke fordert für Alleinerziehende Haushaltshilfe auf Staatskosten
Linke fordert für Alleinerziehende Haushaltshilfe auf Staatskosten / Foto: ANDRE PAIN - AFP

Die Linke fordert eine staatlich finanzierte Haushaltshilfe für berufstätige Alleinerziehende. Viele seien "chronisch überlastet, viele haben kaum Zeit für sich und bei den allermeisten kommen auch noch Geldsorgen dazu", sagte Parteichefin Janine Wissler am Montag in Berlin bei der Vorstellung eines Sechs-Punkte-Plans zur Verbesserung der Situation von Alleinerziehenden. "Derzeit können Alleinerziehende nur bei akuten Erkrankungen und nach Operationen eine Haushaltshilfe beantragen." Diese Möglichkeit wolle die Linke nun ausweiten.

Textgröße ändern:

Der Anspruch solle für "berufstätige Alleinerziehende mit schulpflichtigen Kindern bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze" gelten, sagte Wissler. Die Haushaltshilfe soll dann vollständig oder anteilig durch den Staat finanziert werden und einmal pro Woche in Anspruch genommen werden können. "Dazu wollen wir gemeinnützige Agenturen einrichten, um sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Einhaltung von Tarifverträgen zu garantieren", heißt es in dem Sechs-Punkte-Plan.

Es gebe keine gesellschaftliche Gruppe, die stärker von Armut bedroht sei als Alleinerziehende und ihre Kinder, sagte Wissler. Ein Drittel der etwa 1,6 Millionen Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern in Deutschland sei auf Grundsicherung angewiesen. Besonders betroffen seien Frauen, die 85 Prozent der Alleinerziehenden ausmache. Fast jede zweite sei von Armut bedroht.

"Die Lebenssituation von Alleinerziehenden müsste nicht so schwierig sein, wenn es vernünftige Rahmenbedingungen gäbe, die die Menschen nicht alleine lassen würden", betonte Wissler weiter. "Aber Alleinerziehende haben keine Lobby und ihre Stimme wird nicht so laut gehört."

Die Vorschläge sehen neben einer staatlich finanzierten Haushaltshilfe eine "echte Kitaplatz-Garantie" und eine Reform des Unterhaltsvorschusses vor. Außerdem fordert die Partei ein kostenfreies Schul-Mittagessen für alle Kinder, ein höheres Kindergeld und eine generelle Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 15 Euro. Auch eine Lernmittelfreiheit käme vor allem den ärmeren Familien und damit auch Alleinerziehenden zugute.

Die Pläne würden laut Wissler "zweistellige Milliardenbeträge" kosten. "Aber angesichts dessen, was Alleinerziehende in diesem Land leisten und für welchen Unfug in diesem Land Geld da ist, darf das nicht zu teuer sein", sagte sie.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Macron zu "ungezügelter" Gewalt: "Wir alle empfinden Wut und Scham"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die "ungezügelte" Gewalt am Rande eines nationalen Protesttages verurteilt. Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Macron am Sonntagabend mit Blick auf die Gewaltexzesse des Vortages. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham." Der Präsident rief zugleich dazu auf, Demonstranten mit "legitimen Forderungen" nicht mit denjenigen zu verwechseln, "die zerstört, zertrümmert und geplündert haben".

Auswärtiges Amt ruft Deutsche in Frankreich zu "umsichtigem" Verhalten auf

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich hat das Auswärtige Amt deutsche Staatsbürger im Nachbarland zu "umsichtigem" Verhalten aufgerufen. "Weitere Demonstrationen und gegebenenfalls Ausschreitungen in den kommenden Tagen sind nicht auszuschließen", hieß es am Sonntagabend in aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Bundesaußenministeriums für Frankreich. "Verhalten Sie sich umsichtig und meiden Sie Demonstrationen, wenn möglich."

Macron zu Gewaltexzessen: "Wir alle empfinden Wut und Scham"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die "ungezügelte" Gewalt am Rande eines nationalen Protesttages verurteilt. Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Macron am Sonntagabend mit Blick auf die Gewaltexzesse des Vortages. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham." Der Präsident rief zugleich dazu auf, Demonstranten mit "legitimen Forderungen" nicht mit denjenigen zu verwechseln, "die zerstört, zertrümmert und geplündert haben".

SPD-Vorsitz: Hubertus Heil schließt Kandidatur nicht aus

Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat eine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz nicht ausgeschlossen. "Es kommt darauf an, welche Richtung wir gemeinsam einschlagen", sagte Heil am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Eine potenzielle Kandidatin für den Ko-Vorsitz mit ihm wollte er nicht nennen. "Ich spekuliere jetzt nicht über irgendwelche Namen."

Textgröße ändern: