Pallade Veneta - Frankreichs Präsident Macron will in TV-Interview Haltung zu Ukraine erklären

Frankreichs Präsident Macron will in TV-Interview Haltung zu Ukraine erklären


Frankreichs Präsident Macron will in TV-Interview Haltung zu Ukraine erklären
Frankreichs Präsident Macron will in TV-Interview Haltung zu Ukraine erklären / Foto: OLIVIER CHASSIGNOLE - AFP/Archiv

Mit seiner scharfen Rhetorik zum Ukraine-Krieg hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron international, aber auch im eigenen Land Unruhe ausgelöst - nun will er seine Haltung in einem halbstündigen TV-Interview den Französinnen und Franzosen erklären. Mehrere Sender übertragen das Live-Gespräch am Donnerstagabend ab 20.00 Uhr.

Textgröße ändern:

Der französische Senat hatte am Vorabend die Sicherheitsvereinbarung gebilligt, die Frankreich und die Ukraine kürzlich unterzeichnet hatten. Die Abstimmung hatte - ebenso wie die Abstimmung in der Nationalversammlung am Dienstag - in erster Linie symbolische Bedeutung. Frankreich hatte der Ukraine insbesondere Militärhilfe in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro im laufenden Jahr zugesagt.

"Unsere Sicherheit hat einen Preis", betonte Verteidigungsminister Sébastien Lecornu. Dabei komme die angekündigte Militärhilfe auch der französischen Rüstungsindustrie zugute. Die drei Milliarden Euro würden sich nicht zuletzt in "Aufträgen für unsere Industrie" niederschlagen.

Macron will sich in dem Interview am Abend auch zur Lage in Nahost äußern. Der Präsident hatte sich zuletzt im Januar in einer etwa zweieinhalbstündigen, live übertragenen Pressekonferenz an die Französinnen und Franzosen gewandt. Dabei hatte Macron mit Ankündigungen zum nationalen Pflichtdienst, zur Schuluniform und zu mehr Staatsbürgerkunde vor allem rechte Wähler umworben.

Die Ukraine-Politik ist in Frankreich zu einem wichtigen Wahlkampfthema mit Blick auf die Europawahl im Juni geworden. Das Regierungslager wirft der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) deren Russlandnähe vor. Die Partei hatte früher einen Millionenkredit von einer tschechisch-russischen Bank angenommen. In Umfragen liegt der RN derzeit bei bis zu 30 Prozent und damit mit Abstand vorn.

Macron hatte zudem international Aufsehen erregt, indem er die Entsendung westlicher Soldaten in die Ukraine ausdrücklich nicht ausschließen wollte. Zahlreiche Verbündete distanzierten sich von dieser Idee, besonders deutlich auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Macron wird am Freitag in Berlin erwartet, wo er zunächst mit Scholz und anschließend zu dritt mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk zusammentreffen wird. Thema der Gespräche ist in erster Linie die Ukraine-Hilfe. Konkrete neue Zusagen werden jedoch nicht erwartet.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

SPD-Vorsitz: Hubertus Heil schließt Kandidatur nicht aus

Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat eine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz nicht ausgeschlossen. "Es kommt darauf an, welche Richtung wir gemeinsam einschlagen", sagte Heil am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin". Eine potenzielle Kandidatin für den Ko-Vorsitz mit ihm wollte er nicht nennen. "Ich spekuliere jetzt nicht über irgendwelche Namen."

Neue Ausschreitungen in Paris - Jugendliche in Mulhouse verliert Auge

Einen Tag nach den Gewaltexzessen am Rande eines nationalen Protesttages in Frankreich ist es in Paris erneut zu Ausschreitungen gekommen. Am Platz der Republik im Zentrum der Hauptstadt habe es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen mehreren hundert Demonstranten und den Ordnungskräften gegeben, teilte am Sonntagabend die Polizei mit. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie in dem Stadtviertel erneut Geschäfte geplündert wurden. Am Rande der Proteste im ostfranzösischen Mulhouse verlor eine Jugendliche ein Auge.

Carney: Vier Soldaten bei Brand auf Armeestützpunkt im Westen Kanadas getötet

Bei dem Brand auf einem Armeestützpunkt im Westen Kanadas sind nach Angaben von Premierminister Mark Carney vier Soldaten getötet worden. Dutzende weitere seien "schwer verletzt" worden, teilte Carney am Sonntag mit. Verteidigungsminister David McGuinty hatte am Samstag mitgeteilt, ein "schwerwiegender Vorfall" auf dem Stützpunkt Wainwright in der Provinz Alberta habe einen Großbrand ausgelöst. Der Stützpunkt liegt etwa 200 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Edmonton.

Selenskyj: USA liefern wieder Geheimdienstinformationen an die Ukraine

Nach mehrtägiger Unterbrechung liefern die USA nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wieder Geheimdienstinformationen an Kiew. "Es war blockiert für einige Zeit. Und dann wurde es von US-Seite wieder deblockiert", sagte Selenskyj in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem US-Fernsehsender NBC. Sein Land sei "dankbar" dafür.

Textgröße ändern: