Pallade Veneta - Polen will wegen Massakers von Katyn vor internationales Gericht ziehen

Polen will wegen Massakers von Katyn vor internationales Gericht ziehen


Polen will wegen Massakers von Katyn vor internationales Gericht ziehen
Polen will wegen Massakers von Katyn vor internationales Gericht ziehen

Mehr als 80 Jahre nach dem Massaker an mehr als 21.000 Polen nahe Katyn durch die sowjetische Geheimpolizei will der polnische Präsident Andrzej Duda vor der internationalen Justiz Gerechtigkeit suchen. "Völkermord verjährt nicht. Deshalb werde ich beantragen, dass dieser Fall vor internationale Gerichte kommt", sagte Duda am Sonntag in einer Ansprache. Er werde "in nächster Zukunft" entsprechende Schritte einleiten. Welches Gericht Polen anrufen will, sagte Duda nicht.

Textgröße ändern:

In seiner Rede verwies Duda auch auf mutmaßliche russische Kriegsverbrechen in der Ukraine. "Vergessene, ungesühnte Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, befeuern unter den Tätern das Gefühl der Straflosigkeit", sagte er. "Das ist, als ob man deren Nachfolgern und Anhängern grünes Licht geben würde." Dies zeige sich heute in der "brutalen Aggression Russlands gegen die unabhängige und demokratische Ukraine".

Nach dem Einmarsch der Roten Armee in Polen im September 1939 waren mehr als 21.000 Polen - vor allem Offiziere, aber auch Intellektuelle und Kirchenvertreter - festgenommen und in russische Gefangenenlager gebracht worden. Im April und Mai 1940 wurden sie auf Anweisung des Moskauer Innenministeriums von der russischen Geheimpolizei erschossen und im Wald von Katyn nahe der Stadt Smolensk in Massengräbern verscharrt.

Diese Gräber entdeckten Anfang 1943 Soldaten der deutschen Wehrmacht. Das NS-Regime gab den Fund bekannt und nutzte ihn für seine eigene Propaganda. Die Sowjetunion lehnte eine internationale Untersuchung ab und lastete das Verbrechen lange Zeit Hitler-Deutschland an.

Anfang der 50er Jahre belegte ein US-Untersuchungsausschuss, dass Moskau den Massenmord angeordnet hatte. Doch erst 1990 erkannte der damalige Präsident Michail Gorbatschow die sowjetische Verantwortung an. Russland leitete Ermittlungen ein, die aber 2004 eingestellt wurden.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Mehrere tausend Teilnehmer versammeln sich zu Demokratiefestival in Magdeburg

Am Tag vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich am Samstag in der Hauptstadt Magdeburg mehrere tausend Teilnehmer eines Demokratiefestivals zu versammeln begonnen. Sie zogen vom Hauptbahnhof durch die Stadt zum Domplatz, wo das Festival stattfindet, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein AFP-Journalist schätzte die Teilnehmerzahl auf mehrere tausend. Die Veranstaltung sollte bis zum Abend dauern.

US-Gesandte Kushner und Witkoff zu Gesprächen über Ukraine-Krieg in Moskau

Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff sind zu Gesprächen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs in der russischen Hauptstadt Moskau eingetroffen. Ihr Flugzeug landete am Samstagmittag auf dem Flughafen Wnukowo, wie die russischen Nachrichtenagenturen Ria Nowosti und Tass meldeten. In der Folge wollen Kushner und Witkoff Gespräche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew führen.

Angriffe auf Umspannwerke: Amprion-Chef will für Unternehmen mehr Befugnisse

Angesichts von Angriffen auf das Stromnetz in Deutschland hat der Chef des Netzbetreibers Amprion, Christoph Müller, die Lockerung mehrerer Vorschriften gefordert, damit Unternehmen sich besser schützen können. So sollte der Bund Drohnenüberflüge erlauben - "Drohnen sind eine Chance, die wir derzeit nur in sehr speziellen Fällen nutzen dürfen", sagte Müller der "Rheinischen Post" vom Samstag. Drohnen könnten regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen - "das dürfen wir bislang nicht".

CDU im Saarland wählt Landeschef Toscani als Spitzenkandidat für Landtagswahl

Die CDU im Saarland hat ihren Landesvorsitzenden Stephan Toscani zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden April gewählt. Bei einer Landesvertreterversammlung in Eppelborn bekam der 59-Jährige nach Parteiangaben am Freitagabend 91,3 Prozent der Stimmen. Toscani ist seit 2022 CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzender im Saarland. Er ist damit Oppositionsführer im Landtag.

Textgröße ändern: