Pallade Veneta - Berlin und Paris einig über Aufgabenverteilung für künftiges Kampfpanzer-System

Berlin und Paris einig über Aufgabenverteilung für künftiges Kampfpanzer-System


Berlin und Paris einig über Aufgabenverteilung für künftiges Kampfpanzer-System
Berlin und Paris einig über Aufgabenverteilung für künftiges Kampfpanzer-System / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Deutschland und Frankreich haben sich nach Angaben der Verteidigungsminister beider Länder auf die Einzelheiten eines geplanten gemeinsamen Kampfpanzer-Systems verständigt. "Wir haben uns auf die Verteilung aller Aufgaben für dieses große Projekt verständigt", sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem französischen Kollegen Sébastien Lecornu in Berlin. Pistorius sprach von einem "Durchbruch", der als "historisch" bezeichnet werden könne.

Textgröße ändern:

Bei dem sogenannten Mainground Combat System (MGCS) gehe es nicht um ein "simples Update" französischer Leclerc- oder deutscher Leopard-Panzer, betonte Pistorius. "Wir reden über etwas komplett Neues, etwas, das in der Zukunft wegweisend sein wird und muss als Landkampfsystem mit Plattformmodulen", sagte der Bundesverteidigungsminister. Bei dem Projekt würden "zukünftige Herausforderungen" antizipiert wie "elektronischer Kampf und Abwehr von Drohnen". Das neue System solle ab 2035 die Leclerc- und Leopard-2-Panzer ablösen.

In "komplizierten, tiefgehenden, auch schwierigen Verhandlungen" sei geklärt worden, "was macht Deutschland, was macht Frankreich, was machen wir gemeinsam". Alles sei "klar abgegrenzt" worden, "ohne Spielraum für Missverständnisse". Zudem sei klar festgelegt worden, dass es bei der Produktion eine "50-zu-50-Aufteilung der Industrie" beider Nationen geben werde, betonten sowohl Pistorius als auch Lecornu.

Pistorius kündigte an, er werde nach jetzigem Stand am 26. April nach Paris reisen, um dort eine Vereinbarung zu unterzeichnen.

Deutschland und Frankreich hatten sich 2017 geeinigt, sowohl einen modernen Kampfjet (FCAS) als auch einen Kampfpanzer (MGCS) gemeinsam zu entwickeln. Dabei traten jedoch immer wieder unterschiedliche Interessen zutage. Es ging immer auch um das geistige Eigentum an den Entwicklungen und damit um künftige Exportmöglichkeiten. Frankreich sieht die striktere Exportpolitik Deutschlands seit jeher mit Skepsis.

Weitere Themen des Treffens von Pistorius und Lecornu waren die Unterstützung der Ukraine und die Stärkung des Weimarer Dreiecks.

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Thüringen: AfD beantragt erneut Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Voigt

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die AfD im Thüringer Landtag ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) beantragt. Das teilte AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke am Mittwoch in Erfurt mit. Ein Verbleib Voigts im Amt sei "allein aus Gründen der politischen Hygiene" nicht möglich, erklärte er. Bereits im Februar war ein von der AfD beantragtes Misstrauensvotum gegen Voigt im Landtag gescheitert.

Merz verurteilt Aufruf Ben Gvirs zur gezielten Tötung von Palästinensern

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Aufruf des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir zu gezielten Tötungen von Palästinensern mit scharfen Worten verurteilt. Die "menschenverachtenden, völkerrechtswidrigen Appelle" von Ben Gvir seien "nicht hinnehmbar", sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin. Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) forderte, auf EU-Ebene Sanktionen "ernsthaft" zu prüfen.

Britischer Premier: Bis Weihnachten soll niemand mehr auf der Straße schlafen müssen

Im Kampf gegen die Obdachlosigkeit hat Großbritanniens neuer Premierminister Andy Burnham zusätzliche Mittel angekündigt, damit bis zum kommenden Weihnachtsfest kein Mensch mehr auf der Straße schlafen muss. "Niemand sollte sein Bett in einem Hausaufgang oder vor einem Bahnhof aufschlagen müssen", erklärte Burnham am Mittwoch. Es scheine, als dauere dieser Zustand schon so lange an, dass sich das Parlament daran gewöhnt habe, fügte er hinzu.

Paris nennt Äußerungen des israelischen Ministers Ben Gvir "unerträglich"

Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat einen Aufruf des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir zur gezielten Tötung von Palästinensern als "unerträglich und unmenschlich" bezeichnet. Barrot äußerte sich auch zur Lage im israelisch besetzten Westjordanland. "Was dort passiert, ist unwürdig und sollte uns alle anwidern", sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Montagne".

Textgröße ändern: