Pallade Veneta - Sechs Jahre nach Mord an Politikerin: Polizei-Einsatz in Rio gegen "Drahtzieher"

Sechs Jahre nach Mord an Politikerin: Polizei-Einsatz in Rio gegen "Drahtzieher"


Sechs Jahre nach Mord an Politikerin: Polizei-Einsatz in Rio gegen "Drahtzieher"
Sechs Jahre nach Mord an Politikerin: Polizei-Einsatz in Rio gegen "Drahtzieher" / Foto: Miguel SCHINCARIOL - AFP/Archiv

Sechs Jahre nach der Ermordung der brasilianischen Kommunalpolitikerin Marielle Franco hat die Polizei einen Einsatz in Rio de Janeiro gegen die mutmaßlichen Drahtzieher des Verbrechens gestartet. Dabei sollten Haft- und Fahndungsbefehle gegen 15 Verdächtige vollstreckt werden, teilte die brasilianische Bundespolizei am Sonntag mit. Ziel des Einsatzes sei es, die "Drahtzieher" des Mordanschlags vom 14. März 2018 festzunehmen.

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Brasilianische Medien berichteten bereits von mehreren Festnahmen. Festgenommen wurden demnach der Abgeordnete Chiquinho Brazão, dessen Bruder Domingos Brazão, der für die Rechnungsprüfungsstelle des Bundesstaats Rio de Janeiro tätig ist, sowie der Ex-Leiter der Zivilpolizei von Rio, Rivaldo Barbosa. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht zu Festnahmen.

Anielle Franco, die Schwester von Marielle Franco, schrieb im Onlinedienst X von einem "großen Schritt" zur Aufklärung über die Drahtzieher und Motive des Attentats. Anielle Franco ist aktuell brasilianische Ministerin für die Gleichheit ethnischer Gruppen.

Der Mord an ihrer Schwester hatte in Brasilien wie international für großes Entsetzen gesorgt. Die linksgerichtete afrobrasilianische Frauenrechtlerin und Stadträtin war erschossen worden, als sie mit dem Auto nahe des Zentrums der Millionenmetropole Rio de Janeiro unterwegs war. Der Wagen wurde von Kugeln durchsiebt, auch Francos Fahrer wurde erschossen.

Franco war in einer der als Favelas bezeichneten Armenviertel von Rio aufgewachsen. Als Politikerin kritisierte sie das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte in den Favelas.

Der Polizeieinsatz vom Sonntag fand statt, nachdem der brasilianische Justizminister Ricardo Lewandowski wenige Tage zuvor einen Durchbruch in den jahrelangen Ermittlungen verkündet hatte. Der Fall werde "in Kürze" gelöst sein, teilte er mit. Zuvor soll der mutmaßliche Schütze bei dem Attentat, der frühere Militärpolizist Ronnie Lessa, Aussagen zu den mutmaßlichen Drahtziehern gemacht haben. Lessa war bereits im März 2019 festgenommen worden.

Ebenfalls bereits vor fünf Jahren gefasst wurde der Fahrer des Wagens, aus dem die tödlichen Schüssen abgefeuert worden waren, der frühere Militärpolizist Elcio Vieira de Queiroz. Dieser gestand im vergangenen Juli, dass Lessa und er das Attentat ausgeführt hatten.

Sein Geständnis führte im vergangenen Jahr wiederum dazu, dass als weiterer mutmaßlicher Beteiligter der ehemalige Feuerwehrmann Maxwell Simões Correa festgenommen wurde. Dieser soll Franco monatelang ausgespäht und die bei dem Mord verwendeten Waffen versteckt haben.

E.Magrini--PV

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