Pallade Veneta - Streit um ölreiches Essequibo: Guyana wirft Venezuela Völkerrechtsbruch vor

Streit um ölreiches Essequibo: Guyana wirft Venezuela Völkerrechtsbruch vor


Streit um ölreiches Essequibo: Guyana wirft Venezuela Völkerrechtsbruch vor
Streit um ölreiches Essequibo: Guyana wirft Venezuela Völkerrechtsbruch vor / Foto: JHONN ZERPA - Venezuelan Presidency/AFP

Im Streit um die ölreiche Region Essequibo hat Guyana dem Nachbarland Venezuela einen "eklatanten Verstoß" gegen das Völkerrecht vorgeworfen. Ein am Mittwoch von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro verabschiedetes Gesetz, in dem sein Land seinen Hoheitsanspruch über die Region erklärt, "widerspricht dem Text und dem Geist der gemeinsamen Erklärung von Argyle für Dialog und Frieden zwischen Guyana und Venezuela", erklärte das Außenministerium von Guyana in der Nacht zu Donnerstag.

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Am Mittwoch hatte Maduro ein Ende März vom venezolanischen Parlament beschlossenes Gesetz verabschiedet, das Essequibo zu einem Bundesstaat Venezuelas macht und die Einrichtung "geheimer Militärbasen" durch die USA in der Region anprangert. Guyana werde nicht von Präsident Irfaan Ali, sondern vom US-Militär, dem US-Geheimdienst CIA und dem US-Ölkonzern ExxonMobil regiert, sagte Maduro bei einer Zeremonie am Sitz der Nationalversammlung in Caracas.

Das Gesetz sei ein Versuch, "mehr als zwei Drittel des Hoheitsgebiets von Guyana zu annektieren und es zu einem Teil Venezuelas zu machen", argumentierte das Ministerium in Georgetown. In der Erklärung warnt Guyana Venezuela und die Vereinten Nationen, dass es die "Annexion, Beschlagnahmung oder Besetzung irgendeines Teils" seines Staatsgebiets nicht tolerieren werde.

Venezuela reklamiert Essequibo seit mehr als einem Jahrhundert für sich. Caracas' Begehrlichkeiten nahmen zu, nachdem der Ölkonzern ExxonMobil 2015 in dem Gebiet Ölvorkommen entdeckt hatte. Anfang Dezember hatten sich die Teilnehmer eines nicht bindenden Referendums in Venezuela laut Regierungsangaben mit großer Mehrheit für die Zugehörigkeit des Gebiets zu Venezuela ausgesprochen.

Bei Gesprächen in Argyle im Karibikstaat St. Vincent und die Grenadinen vereinbarten beide Länder wenig später, den Grenzstreit ohne den Einsatz von Gewalt beilegen zu wollen. In Essequibo leben rund 125.000 der insgesamt 800.000 Bewohner der ehemaligen britischen und niederländischen Kolonie Guyana.

L.Guglielmino--PV

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