Pallade Veneta - 30 Jahre Haft für Angeklagten nach tödlichem Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt

30 Jahre Haft für Angeklagten nach tödlichem Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt


30 Jahre Haft für Angeklagten nach tödlichem Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt
30 Jahre Haft für Angeklagten nach tödlichem Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt / Foto: Frederick FLORIN - AFP/Archiv

Gut fünf Jahre nach dem Anschlag auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt mit fünf Todesopfern hat ein Gericht in Paris einen Helfer des Täters zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der 42 Jahre alte Audrey Mondjehi wurde wegen seiner "großen Nähe" zu dem von der Polizei erschossenen Täter der "terroristischen Vereinigung" schuldig gesprochen. Ein 29-Jähriger Islamist hatte 2018 auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt fünf Menschen durch Schüsse getötet.

Textgröße ändern:

Der aus der Elfenbeinküste stammende Mondjehi hatte vor Gericht eingeräumt, dass er als Mittelsmann beim Waffenkauf gedient habe. Er habe jedoch nicht gewusst, was der Täter Cherif Chekatt damit vorgehabt habe, hatte er betont. Nach Einschätzung der Ermittler war Mondjehi hingegen "an allen Phasen der Vorbereitung und Ausführung" des Anschlags beteiligt. Er habe zudem von der "starken Radikalisierung" des Täters gewusst, hieß es in der am Donnerstagabend veröffentlichten Urteilsbegründung.

Der 29-Jährige Attentäter Chekatt hatte im Dezember 2018 auf dem Weihnachtsmarkt vor der berühmten Straßburger Kathedrale um sich geschossen. Er tötete fünf Menschen und verletzte elf weitere.

Vor dem Anschlag war Chekatt bereits mehrfach wegen gewöhnlicher Straftaten verurteilt worden und wurde als Islamist in der Gefährderkartei geführt. Er hinterließ ein Video, in dem er der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue schwor. Die Organisation reklamierte den Anschlag anschließend für sich.

Der Täter floh zunächst in einem Taxi. Die Polizei spürte ihn zwei Tage nach der Tat auf, bei einem Schusswechsel wurde Chekatt getötet.

Neben Mondjehi waren im nun zuende gegangenen Prozess drei weitere Männer angeklagt. Zwei von ihnen wurden zu vier beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt, weil sie in geringerem Maß an der Beschaffung von Waffen beteiligt waren. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen.

Die Opfer seien "erleichtert" über das Urteil, sagte Taxifahrer Mostafa Salhane, den Chekatt bei der Flucht als Geisel nahm. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan", erklärte die Straßburger Bürgermeisterin Jeanne Barseghian. Sie hoffe, dass "dieses Urteil zur Trauerarbeit" der Opfer beitrage, "auch wenn ihr Schmerz für immer unermesslich sein wird".

Der Anschlag hinterließ in Straßburg tiefe Spuren. Der auch bei Touristen beliebte Weihnachtsmarkt wird seitdem stark gesichert.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

"Völlig unverantwortlich": Republikaner kritisieren Trump wegen Russland-Kurs

US-Präsident Donald Trump ist wegen der Aussetzung von Sanktionen gegen Russland auch in der eigenen Partei in die Kritik geraten. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte der republikanische Senator Thom Tillis am Samstag. "Wenn der Präsident die Energiepreise wirklich senken will, kann er das tun, indem er die Iran-Frage löst - nicht, indem er Wladimir Putin Gefallen erweist."

Landesweite Anti-Trump-Proteste vor wichtigen US-Kongresswahlen

Zweieinhalb Wochen vor den Kongresswahlen in den USA haben landesweit zahlreiche Menschen gegen Präsident Donald Trump demonstriert. Die Proteste unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) vom Samstag richteten sich gegen die Politik und den Regierungsstil von Trump - und sollten vor den sogenannten Midterms vom 3. November Wähler mobilisieren.

SPD-Chef Klingbeil fordert von seiner Partei Bekenntnis zum Regierungswillen

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil fordert von seiner Partei beim anstehenden Parteitag im Januar ein Bekenntnis für die Regierung und den eingeschlagenen Reformkurs ein. "Ich will, dass die SPD immer ausstrahlt: Wir wollen Verantwortung", sagte Klingbeil der "Bild am Sonntag".

1200 Festnahmen bei Ausschreitungen in Frankreich - 150 Polizisten verletzt

Bei den Ausschreitungen am Rande von Massenprotesten in Frankreich sind nach Angaben der Regierung rund 1200 Menschen festgenommen worden. 150 Polizisten seien am Samstag verletzt worden, sagte Premierminister Sébastien Lecornu am späten Abend bei einem Besuch von Einsatzkräften in Paris. Er sprach von "Gewalt von einer extremen Intensität". Es sei "ein Wunder, dass die Bilanz heute Abend nicht noch schlimmer ausfällt", sagte der Premier.

Textgröße ändern: