Pallade Veneta - Israel gedenkt ein halbes Jahr nach "grauenerregendem Massaker" der Opfer der Hamas

Israel gedenkt ein halbes Jahr nach "grauenerregendem Massaker" der Opfer der Hamas


Israel gedenkt ein halbes Jahr nach "grauenerregendem Massaker" der Opfer der Hamas
Israel gedenkt ein halbes Jahr nach "grauenerregendem Massaker" der Opfer der Hamas / Foto: JACK GUEZ - AFP

Ein halbes Jahr nach schlimmsten Angriff seit seiner Staatsgründung hat Israel der Opfer des "grauenerregenden Massakers" durch die Hamas gedacht. Israel erinnere am Sonntag an "den grausamen Terrorangriff und das grauenerregende Massaker" der radikalislamischen Palästinenserorganisation vom 7. Oktober, erklärte Israels Präsident Isaac Herzog. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) forderte die Hamas auf, die Geiseln "sofort" freizulassen und "ihre Waffen" niederzulegen.

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Mit Blick auf den Hamas-Überfall am 7. Oktober und den dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen sagte Herzog, es sei ein halbes Jahr her "seit diesem Verbrechen gegen unsere Schwestern und Brüder, gegen unseren Staat, diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Diesem seien "sechs Monate eines blutigen und schwierigen Krieges" gefolgt.

Baerbock sprach mit Blick auf den 7. Oktober von einem "schwarzen Tag". Die Hamas habe "mit ihrem Terror Krieg und unendliches Leid über Israelis und Palästinenser gebracht", schrieb sie im Onlinedienst X. Die Bundesregierung werde nicht nachlassen in ihrem Einsatz, die mehr als hundert von den "Terroristen" weiter "unter unmenschlichen Bedingungen" festgehaltenen Geiseln "zurück zu ihren Lieben in Israel zu bringen".

Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas hatte am 7. Oktober in einem beispiellosen Angriff Israel überfallen und dabei nach israelischen Angaben etwa 1170 Menschen getötet sowie rund 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Von ihnen werden noch immer etwa 130 festgehalten, mehr als 30 von ihnen sind mutmaßlich tot.

Israel geht seitdem massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, inzwischen mindestens 33.100 Menschen getötet. Die Menschen in dem Palästinensergebiet leiden unter einer katastrophalen Versorgungslage.

Angesichts der humanitären Lage im Gazastreifen forderte der britische Premierminister Rishi Sunak ein Ende des Kriegs. "Dieser schreckliche Konflikt muss enden", sagte Sunak am Sonntag. Die von der Hamas und ihren Helfern aus Israel verschleppten Geiseln müssten freikommen, zugleich müssten die Menschen im Gazastreifen mit riesigen Mengen an Hilfsgütern versorgt werden.

Doch die unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars seit Monaten geführten Verhandlungen über eine Feuerpause und Geiselfreilassungen gestalten sich schwierig. Laut einem Bericht des ägyptischen Senders Al-Kahera News sollten noch am Sonntag CIA-Direktor William Burns und Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani gemeinsam mit ägyptischen Vermittlern an den indirekten Gesprächen zwischen Israel und der Hamas teilnehmen.

Zuvor hatte US-Präsident Joe Biden Ägypten und Katar aufgerufen, stärker auf die Hamas hinsichtlich einer Einigung einzuwirken. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter betonte, dass die islamistische Organisation bisher eine entsprechende Einigung verhindert habe. "Diese grundlegende Tatsache bleibt wahr: Es könnte heute eine Waffenruhe im Gazastreifen geben, wenn die Hamas schlicht zugestimmt hätte, diese besonders anfällige Kategorie von Geiseln freizulassen: die Kranken, Verletzten, Älteren und jungen Frauen."

Die Hamas hatte ihrerseits im Vorfeld erklärt, sie halte weiter an ihren Forderungen vom 14. März fest, wonach sie einen vollständigen Waffenstillstand und den Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen verlangt. "Wir werden von dieser Position nicht abrücken", hieß es am Samstag.

In Israel wächst derweil die Kritik am rechtsgerichteten Regierungschef Benjamin Netanjahu. Am Samstag beteiligten sich in Tel Aviv und anderen Städten erneut zehntausende Menschen an Protesten gegen Netanjahu. Sie forderten seinen sofortigen Rücktritt und Neuwahlen. Für Sonntag war in Jerusalem eine weitere Demonstration für die Freilassung der Hamas-Geiseln geplant.

Am Samstag hatte die israelische Armee in Chan Junis die Leiche von Elad Katzir geborgen, der am 7. Oktober aus dem Kibbuz Nir Oz als Geisel in den Gazastreifen verschleppt worden war. Ihren Erkenntnissen zufolge wurde der 47-Jährige Mitte Januar "von der Terrororganisation Islamischer Dschihad ermordet", erklärte die Armee. Kurz zuvor hatte diese ein Video von Katzir in Geiselhaft veröffentlicht.

Katzirs Schwester Carmit Palty Katzir machte im Onlinenetzwerk Facebook die israelische Regierung für den Tod ihres Bruders mitverantwortlich. Aus ihrer Sicht wäre er lebendig zurückgekehrt, wenn das Kabinett früher einem neuen Geisel-Deal zugestimmt hätte.

H.Ercolani--PV

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