Pallade Veneta - Bericht: Fortschritte bei Gesprächen über Waffenruhe - Israel hält an Rafah-Offensive fest

Bericht: Fortschritte bei Gesprächen über Waffenruhe - Israel hält an Rafah-Offensive fest


Bericht: Fortschritte bei Gesprächen über Waffenruhe - Israel hält an Rafah-Offensive fest
Bericht: Fortschritte bei Gesprächen über Waffenruhe - Israel hält an Rafah-Offensive fest / Foto: - - AFP

In die Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Hamas-Geiseln kommt offenbar Bewegung. Bei den Gesprächen in Kairo seien bei mehreren strittigen Punkten des zur Diskussion stehenden Abkommens "bedeutende Fortschritte" erzielt worden, berichtete am Montag der staatsnahe ägyptische Fernsehsender Al-Kahera News unter Berufung auf einen ranghohen Vertreter Ägyptens. Israel treibt unterdessen die Planungen für eine Offensive in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens voran.

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Nach Angaben von Al-Kahera News verließen die Delegationen Katars und der radikalislamischen Hamas die ägyptische Hauptstadt. Sie würden "innerhalb von zwei Tagen zurückkehren, um die Bedingungen des Abkommens zu finalisieren". Die Delegationen der USA und Israels reisen nach Informationen des Senders ebenfalls "in den nächsten Stunden" aus Kairo ab. Die Beratungen sollen innerhalb der nächsten 48 Stunden fortgesetzt werden, hieß es in dem Bericht weiter.

Die Verhandlungen über eine Feuerpause und Geiselfreilassungen unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars treten seit Wochen auf der Stelle. Die Hamas und Israel beschuldigen sich gegenseitig, die indirekten Gespräche zu behindern.

Die Hamas hatte am Samstag betont, sie rücke von ihrer Forderung nach einem vollständigen Waffenstillstand und dem Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen nicht ab.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag, dass "Israel zu einer Einigung bereit ist". Zugleich machte er aber deutlich, dass es ohne die Rückkehr der Geiseln "keinen Waffenstillstand" geben werde. Netanjahu wird von der US-Regierung, dem wichtigsten Verbündeten Israels, zunehmend unter Druck gesetzt, den Krieg zu beenden und die humanitäre Lage im Gazastreifen zu verbessern.

Ungeachtet internationaler Kritik hält Israel an seinen Plänen für eine Offensive in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens fest. "Unsere Streitkräfte bereiten sich auf die Fortsetzung ihrer Missionen in der Region Rafah vor", erklärte Verteidigungsminister Joav Gallant am Sonntag.

Ähnlich hatte sich zuvor bereits Netanjahu geäußert. Er sei entschlossen, die Hamas "im gesamten Gazastreifen" auszulöschen, "einschließlich Rafah". Die westlichen Verbündeten Israels, darunter die USA und Deutschland, hatten sich gegen eine Offensive in Rafah ausgesprochen. In der an der Grenze zu Ägypten gelegenen Stadt befinden sich mehr als 1,5 Millionen geflüchtete Bewohner des Gazastreifens.

Israel hatte am Wochenende nach eigenen Angaben alle Soldaten nach monatelangen erbitterten Kämpfen aus dem südlichen Gazastreifen abgezogen. Die Streitkräfte hätten dies getan, "um sich zu erholen und sich auf zukünftige Operationen vorzubereiten", erklärte ein Armeevertreter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die israelische Armee traf nach eigenen Angaben auch weitere Vorbereitungen für einen möglichen Krieg an der Grenze zum Libanon. Es sei "eine neue Phase in der Vorbereitung des Nordkommandos auf den Krieg abgeschlossen" worden, teilte das Militär am Sonntag mit. Die Armee sei damit in der Lage, "alle benötigten Soldaten innerhalb weniger Stunden einzuberufen und auszurüsten und sie für defensive und offensive Einsätze an die Front zu bringen".

Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober kommt es im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon fast täglich zu Gefechten zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der mit der Hamas verbündeten schiitischen Hisbollah-Miliz, die über ein großes Arsenal an Kurz- und Mittelstreckenraketen verfügen soll.

Die Hamas hatte den Krieg am 7. Oktober mit ihrem brutalen Überfall auf Israel ausgelöst. Kämpfer der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas und weiterer militanter Palästinensergruppen drangen in israelische Orte ein und verübten Massaker an Zivilisten. Nach israelischen Angaben töteten sie etwa 1170 Menschen, zudem verschleppten sie rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen. Von ihnen werden noch immer etwa 130 festgehalten, mehr als 30 von ihnen sind mutmaßlich tot.

Als Reaktion auf den Angriff startete Israel einen massiven Militäreinsatz im Gazastreifen, zunächst vor allem im Norden des Palästinensergebiets, dann in der als Hamas-Hochburg geltenden Stadt Chan Junis. Nach jüngsten Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei mehr als 33.100 Menschen getötet.

L.Barone--PV

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