Pallade Veneta - "Ampel" wirft Union "einseitigen Ausstieg" aus geplantem Antisemitismus-Antrag vor

"Ampel" wirft Union "einseitigen Ausstieg" aus geplantem Antisemitismus-Antrag vor


"Ampel" wirft Union "einseitigen Ausstieg" aus geplantem Antisemitismus-Antrag vor
"Ampel" wirft Union "einseitigen Ausstieg" aus geplantem Antisemitismus-Antrag vor / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Die Ampel-Fraktionen haben der Union vorgeworfen, eine Verabredung zu einem gemeinsamen Antrag gegen Antisemitismus einseitig aufgekündigt zu haben. "Die Art und Weise der öffentlichen Absage exakt sechs Monate nach dem fürchterlichen Terrorangriff der Hamas auf Israel empfinden wir als befremdlich und der Sache unangemessen", heißt es in einem gemeinsamen Statement der Vizefraktionsvorsitzenden Dirk Wiese (SPD), Konstantin von Notz (Grüne) und Konstantin Kuhle (FDP).

Textgröße ändern:

Der "einseitige Ausstieg von CDU und CSU aus den Verhandlungen" schade dem Anliegen, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen und die Solidarität mit Jüdinnen und Juden zu stärken, erklärten die Fraktionen. Die Koalition stehe für einen gemeinsamen Antrag weiter zur Verfügung und strebe an, die Verhandlungen weiterzuführen. "Wir appellieren nachdrücklich an Friedrich Merz, auf den gemeinsamen Weg für eine gemeinsame und wirkungsvolle Bekämpfung von Antisemitismus zurückzukehren", erklärten sie an den Unionsfraktionschef gerichtet.

Merz hatte am Dienstag gesagt, dass die Union entschlossen habe, einen eigenen Text im Bundestag zur Abstimmung zu bringen - "ohne Zustimmung der Koalitionsfraktionen". Seit fünf Monaten sei seine Fraktion bemüht, mit den Ampel-Fraktionen einen gemeinsamen Entschließungsantrag zu erarbeiten. Erst am Montagabend habe er Hinweise bekommen, "dass man sich möglicherweise in der Koalition auf einen gemeinsamen Koalitionstext geeinigt" habe. Den Text habe seine Fraktion aber noch nicht.

Die Beratung über den Unionsantrag zur Bekämpfung des Antisemitismus ist nun am Freitag im Bundestag vorgesehen. "Die Gesellschaft als Ganzes samt den in ihrem Auftrag agierenden Institutionen ist gefordert, jüdisches Leben mit aller Kraft zu schützen und Antisemitismus in jedweder Ausprägung den Nährboden zu entziehen", heißt es in dem Antrag. So müsse Antisemitismus etwa an Schulen und Hochschulen "wirksam und nachhaltig" unterbunden werden.

Ferner fordert die Union, dass Studierende "nach einer Verurteilung wegen einer Gewalttat oder wegen Drohung mit Gewalt gegenüber Kommilitonen exmatrikuliert werden können". Universitäten, die nicht konsequent gegen Antisemitismus vorgingen, dürften überdies nicht mit Bundesmitteln gefördert werden. Über Antisemitismus insbesondere in Wissenschaftseinrichtungen, im Kunstbetrieb und in anderen Institutionen in Deutschland müsse gesprochen werden, sagte Merz am Dienstag.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Ausschreitungen in Frankreich: Rathaus von Limoges in Flammen

Bei den Ausschreitungen am Rande der landesweiten Massenproteste in Frankreich ist das 143 Jahre alte Rathaus von Limoges in Flammen aufgegangen. Das markante Gebäude sei "zum großen Teil verloren", sagte am Samstagabend der zuständige Präfekt Maurice Barate der Nachrichtenagentur AFP. Es habe sich um eine "vorsätzliche Tat von Randalierern" gehandelt. Augenzeugen zufolge waren maskierte Demonstranten in das Rathaus der zentralfranzösischen Stadt eingedrungen, um Feuer zu legen.

"Komplett unverantwortlich": Republikaner kritisieren Trump wegen Russland-Kurs

US-Präsident Donald Trump ist wegen der von ihm verfügten Aussetzung von Sanktionen gegen Russland auch in der eigenen Partei in die Kritik geraten. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte am Samstag der republikanische Senator Thom Tillis. "Wenn der Präsident die Energiepreise wirklich senken will, kann er das tun, indem er die Iran-Frage löst - nicht, indem er Wladimir Putin Gefallen erweist."

400 Festnahmen bei Gewaltausbrüchen bei nationalem Protesttag in Frankreich

Bei den Gewaltausbrüchen am Rande von Massendemonstrationen in Frankreich sind etwa 400 Menschen festgenommen worden. Dies teilte am Samstagabend Innenminister Laurent Nuñez mit. Er bezifferte die Zahl der Teilnehmer des landesweiten Protesttages gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf 550.000. Die Organisatoren hatten ihrerseits zuvor von rund 800.000 Demonstranten gesprochen.

Rumänische Armee schießt zwei Drohnen über dem Schwarzen Meer ab

Nach mehreren Angriffen auf Schiffe in der Region hat die rumänische Armee nach eigenen Angaben über dem Schwarzen Meer zwei Drohnen abgeschossen. Die Drohnen seien "illegal" in den rumänischen Luftraum eingedrungen, erklärte am Samstagabend Verteidigungsminister Radu Miruta. Er machte keine konkreten Angaben dazu, von wem die Drohnen stammten.

Textgröße ändern: