Pallade Veneta - Moskau wirft Kiew Angriffe auf russische Grenzorte vor - Ukraine dementiert

Moskau wirft Kiew Angriffe auf russische Grenzorte vor - Ukraine dementiert


Moskau wirft Kiew Angriffe auf russische Grenzorte vor - Ukraine dementiert
Moskau wirft Kiew Angriffe auf russische Grenzorte vor - Ukraine dementiert / Foto: Anatolii STEPANOV - AFP

Mit Meldungen über angebliche Angriffe von ukrainischer Seite auf russische Dörfer wächst die Furcht vor einer weiteren Eskalation des Kriegs. Kiew wies am Donnerstag die Anschuldigungen Moskaus zurück, wonach ukrainische Streitkräfte zwei Dörfer in Grenznähe bombardiert hätten, und warf Russland "Terroranschläge" auf eigenes Territorium vor. Derweil musste Russlands Marine einen schweren Schlag im Ukraine-Krieg hinnehmen: Das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, die "Moskwa", wurde stark beschädigt.

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Russland beschuldigte die Ukraine, zwei Ortschaften in Grenznähe angegriffen zu haben, eine davon mit Hubschraubern. Bei dem Angriff mit zwei Helikoptern auf das Dorf Klimowo in der Region Brjansk seien acht Menschen verletzt worden, teilte das russische Ermittlungskomitee am Donnerstag mit.

Auch der Gouverneur der Grenzregion Belgorod warf den ukrainischen Streitkräften vor, das Dorf Spodarjuschino bombardiert zu haben. Von unabhängiger Seite lassen sich die Anschuldigungen nicht überprüfen.

Kiew erklärte, Moskau inszeniere solche "Terroranschläge", um eine "anti-ukrainische Hysterie" im Land zu schüren. Russland hat seit dem Beginn des Krieges im Nachbarland die Kiewer Streitkräfte mehrfach beschuldigt, Angriffe auf sein Territorium geflogen zu haben.

Der Ukraine hingegen gelang nach eigenen Angaben ein wichtiger Schlag gegen die russische Marine und sein Flaggschiff, den Lenkwaffenkreuzer "Moskwa". Während Moskau von einer Munitionsexplosion sprach, gab die ukrainische Seite an, sie habe das Kriegsschiff am späten Mittwochabend mit Raketen attackiert.

Die zu Sowjetzeiten gebaute "Moskwa" blockierte zusammen mit anderen Schiffen der russischen Schwarzmeerflotte die belagerte Hafenstadt Mariupol. Russische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, dass das Kriegsschiff "schwer beschädigt" worden sei. Es handelt sich um einen der größten materiellen Schäden für die russische Armee seit Kriegsbeginn am 24. Februar.

Nach Angaben des Gouverneurs der südukrainischen Region Odessa, Maxym Martschenko, wurde die "Moskwa" mit ukrainischen Raketen vom Typ "Neptun" attackiert, was auch der Sprecher der Militärverwaltung von Odessa bestätigte. Der ukrainische Präsidentschaftsberater Olexij Arestowytsch erklärte, das wichtigste Schiff der russischen Schwarzmeerflotte stehe in Flammen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte später mit, dass die "Moskwa" nicht gesunken und das Feuer gelöscht sei. Die "Haupt-Raketenbewaffnung" des Schiffs sei nicht beschädigt worden. Die Besatzung sei evakuiert und auf nahe gelegene Schiffe im Schwarzen Meer gebracht worden, erklärte das Ministerium. Die "Moskwa" solle nun in den Hafen geschleppt werden.

Die zu Sowjetzeiten gebaute "Moskwa" war laut russischen Medienberichten 1983 in Betrieb gegangen. Im Jahr 2015 war das Kriegsschiff mit seiner 510-köpfigen Besatzung nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass im östlichen Mittelmeer im Einsatz, um von dort aus den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien abzusichern.

Im Osten und Süden der Ukraine sollten unterdessen der Regierung in Kiew zufolge die Evakuierungen der Zivilbevölkerung wieder aufgenommen werden. Am Mittwoch waren sie nach ukrainischen Angaben aus Sicherheitsgründen ausgesetzt worden. Unterdessen verurteilte das Parlament in Kiew das Vorgehen der russischen Truppen im Ukraine-Krieg als "Völkermord".

Nach Einschätzung Kiews und westlicher Staaten steht nach dem Rückzug der russischen Streitkräfte aus dem Großraum Kiew eine russische Großoffensive im Osten der Ukraine unmittelbar bevor. Ziel Moskaus ist laut Experten die Errichtung einer direkten Landverbindung zwischen der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und den von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebieten in den Regionen Luhansk und Donezk. Die am Asowschen Meer gelegene Hafenstadt Mariupol gilt dabei als strategisch entscheidend und wird seit Wochen belagert.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba warnte in den ARD-"Tagesthemen" vor "schrecklichen" Nachrichten aus dem Donbass. Russlands Präsident Wladimir Putin sei vollkommen auf diesen Kampf fokussiert. Tausende Panzer, Artillerie und andere schwere Waffen seien dort an die Front gebracht worden, sagte Kuleba.

Angesichts der Lage forderte er auch erneut von der Bundesregierung eine schnelle Entscheidung bei Waffenlieferungen. "Die Zeit halbherziger Maßnahmen ist vorbei."

A.Tucciarone--PV

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