Pallade Veneta - Vor Ukraine-Votum im US-Kongress: Trump fordert von Europa mehr Geld für Kiew

Vor Ukraine-Votum im US-Kongress: Trump fordert von Europa mehr Geld für Kiew


Vor Ukraine-Votum im US-Kongress: Trump fordert von Europa mehr Geld für Kiew
Vor Ukraine-Votum im US-Kongress: Trump fordert von Europa mehr Geld für Kiew / Foto: JUSTIN LANE - POOL/AFP

Vor der für Samstag geplanten Abstimmung im US-Kongress über neue Milliardenhilfen für die Ukraine hat Ex-Präsident Donald Trump die Europäer aufgefordert, das Land stärker finanziell zu unterstützen. Die USA gäben mehr Geld für die Ukraine aus als Europa, beklagte der Rechtspopulist am Donnerstag. Trumps Republikaner blockieren seit Monaten ein 61-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für Kiew. US-Geheimdienstchef Bill Burns warnte, ohne die neuen Hilfen könnte die Ukraine ihren Abwehrkrieg gegen Russland bald verlieren.

Textgröße ändern:

"Wir sind uns alle einig, dass das Überleben und die Stärke der Ukraine für Europa viel wichtiger sein sollten als für uns, aber es ist auch für uns wichtig! Komm in die Gänge, Europa!", erklärte Trump am Donnerstag. Auf seiner Onlineplattform Truth Social schrieb der voraussichtliche erneute Präsidentschaftskandidat der Republikaner weiter: "Wie kommt es, dass die Vereinigten Staaten über 100 Milliarden Dollar mehr in den Ukraine-Krieg stecken als Europa, und wir haben einen Ozean als Trennung zwischen uns!" Er fordere die Europäer auf, die gleichen Summen wie die USA für die Ukraine aufzubringen, "um einem Land in verzweifelter Not zu helfen".

Der Ex-Präsident äußerte sich nicht dazu, wie er zu dem Vorgehen des republikanischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, steht. Johnson hat angekündigt, nach der monatelangen Blockade durch seine Partei die Ukraine- sowie andere Auslandshilfen am Samstag in der Kongresskammer zur Abstimmung zu bringen.

Trump gilt als Strippenzieher hinter der monatelangen Blockade der Ukraine-Hilfen. Vergangene Woche war Johnson extra zu Trump in den Bundesstaat Florida gereist, um sich mit diesem abzustimmen. Was dabei hinsichtlich der Ukraine besprochen wurde, wurde nicht bekannt.

Johnson droht allerdings wegen des angekündigten Votums über die Ukraine-Hilfen eine Revolte des ultrarechten Flügels seiner Fraktion. Die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, eine fanatische Trump-Unterstützerin, arbeitet auf eine Absetzung des Repräsentantenhaus-Vorsitzenden hin.

Johnson, eigentlich selbst ein hartgesottener Konservativer, steht der Kammer erst seit Ende Oktober vor. Sein Vorgänger, der Republikaner Kevin McCarthy, war nach weniger als zehn Monaten im Amt wegen eines Haushaltskompromisses mit Bidens Demokraten durch eine Rebellion rechter Hardliner gestürzt worden.

Laut Johnsons Plan soll das Repräsentantenhaus am Samstag über ein insgesamt 95 Milliarden Dollar (89 Milliarden Euro) umfassendes Paket abstimmen. Neben den 61 Milliarden Dollar für die Ukraine enthält es 26 Milliarden Dollar für Israel sowie acht Milliarden Dollar für Taiwan und den Indopazifik. Über die einzelnen Teile des Pakets will Johnson separat abstimmen lassen.

Die Republikaner haben im Repräsentantenhaus eine knappe Mehrheit. Wegen des Widerstands des Rechtsaußen-Flügels werden die Ukraine-Hilfen aber nur durchkommen, wenn die hinter Johnson stehenden Republikaner zusammen mit Vertretern der Demokraten für die Vorlage stimmen.

Danach müsste noch der Senat - die andere Kongresskammer - über die Ukraine-Hilfen votieren. Dort haben die Demokraten eine knappe Mehrheit. Ein früheres 95-Milliarden-Dollar-Paket inklusive der Ukraine-Hilfen hatte der Senat bereits im Februar verabschiedet. Präsident Biden erklärte diese Woche, er unterstütze auch das neue Paket "nachdrücklich" und kündigte an, dieses nach einer Verabschiedung durch den Kongress "sofort" zu unterzeichnen.

CIA-Direktor Burns warnte am Donnerstag eindringlich, dass die Ukraine ohne neue US-Militärhilfen noch in diesem Jahr den Krieg gegen den Aggressor Russland verlieren könnte. "Es besteht ein sehr reales Risiko, dass die Ukrainer bis Ende 2024 auf dem Schlachtfeld verlieren", sagte der Chef des Auslandsgeheimdienstes in einer Rede. Zumindest bestehe ohne die neuen Ukraine-Hilfen die Gefahr, dass Russlands Präsident Wladimir Putin in eine Position gelange, "in der er die Bedingungen einer politischen Lösung diktieren kann", warnte Burns.

Die Ukraine befindet sich im Krieg gegen die russischen Invasionstruppen in einer zusehends schwierigen Lage und mussten eine Reihe von Geländeverlusten hinnehmen. Kiew appelliert seit Monaten immer wieder an die Verbündeten, mehr Munition und mehr Mittel für die Luftabwehr zur Verfügung zu stellen.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Rund 1500 Aktionen bei landesweitem Protesttag in Frankreich geplant

In Frankreich wollten am Samstag erneut zehntausende Menschen bei einem landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände an Schulen demonstrieren. Im westfranzösischen Rennes errichteten Demonstranten bereits am frühen Morgen Blockaden aus Mülltonnen und Paletten um ein Einkaufszentrum, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Allein für den Großraum Paris rechnete die Polizei mit 40.000 Protestierenden, landesweit mit weiteren 150.000. Befürchtet wurden Ausschreitungen wie bei den Schülerprotesten der vergangenen Wochen.

Unionsfraktionschef Frei warnt SPD vor Aufschnüren des Rentenpakets

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), hat die SPD davor gewarnt, Teile der geplanten Rentenreform wieder infrage zu stellen. "Die Ergebnisse der Alterssicherungskommission wurden vom Koalitionsausschuss als Gesamtpaket übernommen und bestätigt. So müssen wir sie auch umsetzen", sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Samstag. "Wir dürfen das Paket nicht aufschnüren, sondern sollten jetzt entschlossen handeln.“

Trump setzt geplante Sanktionen gegen Russland per Dekret aus

Eine Woche nach Abschluss eines umstrittenen Diesel-Deals mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump geplante Sanktionen gegen Russland vorerst gestoppt. Per Dekret setzte er am Freitag (Ortszeit) ein im vergangenen Monat beschlossenes Sanktionspaket aus, das sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor richtete. Trump begründete das Vorgehen mit dem nationalen Interesse der USA. Indes wurden bei Angriffen auf die ukrainischen Städte Cherson und Saporischschja zahlreiche Menschen getötet.

Trump setzt vom US-Kongress beschlossenes Sanktionspaket gegen Russland aus

Eine Woche nach dem Diesel-Deal mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump die Anwendung verschärfter Sanktionen gegen Russland vorerst gestoppt. Per Dekret setzte er am Freitag (Ortszeit) ein im September beschlossenes Sanktionspaket aus, das sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor richtete.

Textgröße ändern: