Pallade Veneta - Referendum für neue Bürgermeister im serbisch dominierten Teil des Kosovo gescheitert

Referendum für neue Bürgermeister im serbisch dominierten Teil des Kosovo gescheitert


Referendum für neue Bürgermeister im serbisch dominierten Teil des Kosovo gescheitert
Referendum für neue Bürgermeister im serbisch dominierten Teil des Kosovo gescheitert / Foto: Armend NIMANI - AFP

Die serbische Minderheit im Kosovo hat ein Referendum über den Austausch albanischstämmiger Bürgermeister durch serbischstämmige Politiker boykottiert. An der Abstimmung nahmen am Sonntag nur 253 der rund 45.000 Stimmberechtigten teil, wie die Zentrale Wahlkommission mitteilte. Für ein gültiges Votum wäre eine Beteilung von über 50 Prozent notwendig gewesen.

Textgröße ändern:

Das Kosovo mit seiner mehrheitlich ethnisch-albanischen Bevölkerung hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird aber von Belgrad bis heute als serbische Provinz betrachtet. Zu den rund 1,8 Millionen Einwohnern des Kosovo zählen rund 120.000 Serben, die vor allem im Norden des Landes leben.

Die Beziehungen zwischen ethnischen Albanern und ethnischen Serben im Nordkosovo sind äußerst angespannt. Ein Auslöser war, dass die Regierung in Pristina im Mai 2023 beschlossen hatte, ethnisch-albanische Bürgermeister in vier Gemeinden mit serbischer Mehrheit einzusetzen, nachdem die serbische Minderheit die Kommunalwahlen boykottiert hatte. Bei den folgenden Ausschreitungen wurden unter anderem mehr als 30 Soldaten der Nato-Friedenstruppe KFOR verletzt.

In der Folge führte die größte von Belgrad unterstützte Partei der serbischen Minderheit, die Serbische Liste, eine Bewegung an, die eine Ablösung der albanischstämmigen Bürgermeister in den vier Gemeinden durch ein Referendum forderte. Für entsprechende Petitionen wurden tausende Unterschriften gesammelt.

Nachdem das Ziel erreicht war, rief die Serbische Liste etwa zwei Wochen vor dem Referendum jedoch überraschend zu einem Boykott des Referendums auf. Die Gründe dafür blieben unklar.

Die kosovarische Präsidentin Vjosa Osmani erklärte, die Partei habe die Entscheidung hauptsächlich "auf Druck aus Belgrad" gefällt. Serbien habe sich damit einmal mehr "illegal in den Wahlprozess eines anderen Landes eingemischt". Osmani hatte für den Fall eines erfolgreichen Referendums vorgezogene Neuwahlen in den betreffenden Gemeinden Zvecan, Mitrovica-Nord, Leposavic und Zubin Potok zugesagt.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Russische Cyberangriffe auf Kandidaten: Frankreichs Justiz ermittelt

Wegen mutmaßlicher russischer Cyberangriffe auf zwei Präsidentschaftskandidaten in Frankreich hat die Justiz Ermittlungen aufgenommen. Sie befasse sich aus eigener Initiative mit dem Fall, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Paris. Anlass sei das Auftauchen gefälschter Websites mit Falschinformationen, welche die beiden ehemaligen Premierminister Gabriel Attal und Edouard Philippe destabilisieren sollten.

Britischer Premier bestätigt Nachrichten-Austausch mit falscher US-Stabschefin

Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat bestätigt, "einige Nachrichten" mit einem Absender ausgetauscht zu haben, den er fälschlich für US-Stabschefin Susie Wiles hielt. Auf die Frage eines Journalisten, ob ihm der Vorfall "peinlich" sei, antwortete Burnham am Dienstag: "Nein, denn es war nur ein minimaler Austausch." Er habe "schnell erkannt, dass das gemeldet werden muss, und das habe ich auch gemacht", fügte Burnham hinzu.

Wahlen in Sambia: Präsident Hichilema für zweite Amtszeit wiedergewählt

In Sambia ist Präsident Hakainde Hichilema nach Angaben der Wahlkommission für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Der seit 2021 regierende Staatschef sei mit 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden, teilte die Wahlkommission des südafrikanischen Landes am Dienstag mit. Internationale Wahlbeobachter hatten zuvor Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl beklagt, mehrere Vertreter der Opposition wurden festgenommen und befanden sich in Polizeigewahrsam.

Drohnenvorfall in Leipzig: Dobrindt vermutet Verbindungen zu anderen Anschlagsplänen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hält nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig Verbindungen zu anderen Anschlagsplanungen für möglich. "Leipzig ist kein singulärer Fall, sondern Leipzig ist Teil eines größeren Gebildes", sagte Dobrindt am Dienstag bei der Eröffnung eines Zentrums zur Drohnensicherheit in Sachsen-Anhalt. "Mein Verdacht an der Stelle ist, dass wir es eben auch mit einer Situation zu tun haben, die Zusammenhänge mit unterschiedlichsten Anschlagsszenarien hat."

Textgröße ändern: