Pallade Veneta - Macron und Le Pen gehen einander persönlich an

Macron und Le Pen gehen einander persönlich an


Macron und Le Pen gehen einander persönlich an
Macron und Le Pen gehen einander persönlich an / Foto: CHRISTOPHE SIMON - AFP

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen gehen einander auf der Ziellinie des Präsidentschaftswahlkampfs auch persönlich an. "Millionen von Franzosen sind überzeugt, dass die Regierung unter Emmanuel Macron schrecklich autoritär war, dass er allein und brutal regiert hat", sagte Le Pen am Freitag dem Sender BFM. Macron betonte seinerseits, Le Pen sei "auch nicht gerade die Sanftheit in Person".

Textgröße ändern:

Während der Wahlkampf vor der ersten Runde am vergangenen Sonntag eher mau verlief, haben die beiden Kandidaten der Stichwahl nun aufgedreht. Macron und Le Pen geben reihenweise Interviews, wobei Fernsehen und Rundfunk verpflichtet sind, ihnen dieselbe Redezeit einzuräumen. Sie besuchen Märkte, lassen sich auf zahllose Selfies mit Anhängern ein und verteidigen bei Großveranstaltungen ihr Programm.

Le Pen rief am Donnerstagabend in Avignon vor 4000 Anhängern dazu auf, einen "Staudamm" gegen eine zweite Amtszeit von Macron zu errichten. Damit eignete sie sich einen Begriff an, der in Frankreich bislang für breite Wählerbündnisse gegen Rechtsextremisten benutzt wurde.

Macron hat in der vergangenen Woche den Kontakt zur Bevölkerung im vernachlässigten Norden und im Elsass gesucht, wo Le Pen und der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon gut abgeschnitten hatten. Außerdem besuchte er eine Fabrik für Windkraftanlagen, ein Wink an grüne Wähler, die in seinem Programm Konzepte für eine Klimapolitik vermissen.

"Macron will aufholen, was er vor der ersten Runde versäumt hat", sagt die Chefin des Meinungsforschungsinstitut Odoxa, Céline Bracq. "Er versucht vor allem, das Image loszuwerden, dass er hochnäsig sei."

Für kommenden Mittwoch ist die einzige Fernsehdebatte zwischen Le Pen und Macron geplant. Bei ihrer TV-Debatte vor fünf Jahren hatte Macron seine Widersacherin auflaufen lassen. Dieses Mal dürfte Le Pen besser vorbereitet sein. Nach den jüngsten Umfragen kann Macron in der Stichwahl mit 53 bis 56 Punkten rechnen, deutlich weniger als bei der vorigen Wahl, die er mit 66 Prozent der Stimmen gewann.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Hybride Angriffe: Große Mehrheit wünscht sich starken Staat

Im Fall eines hybriden Angriffs wünscht sich die Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger einen handlungsfähigen Staat und starke Behörden. Nach einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Digitalverbands Bitkom befürworten drei Viertel (75 Prozent) zur Abwehr hybrider Angriffe eine Ausweitung der Überwachungsbefugnisse der Sicherheitsbehörden. Fast zwei Drittel (63 Prozent) sind für eine staatliche Informationskampagne zum Verhalten bei solchen Angriffen, 45 Prozent wünschen sich regelmäßige bundesweite Übungen.

Russland-Sanktionen: Betroffenen Anteilseignern darf Stimmrecht entzogen werden

Als Reaktion auf finanzielle Sanktionen gegen Anteilseigner darf eine Holding ihnen das Stimmrecht entziehen. Das Einfrieren ihrer Gelder hindert sie daran, an der Hauptversammlung teilzunehmen, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg entschied. Es ging um die Tochtergesellschaft einer russischen Bank. (Az. C-465/24)

Klima: Grüne kritisieren Koalitionsausschuss als "Arbeitsverweigerung"

Die Grünen haben kritisiert, dass der Koalitionsausschuss von Spitzen der Regierungsparteien ohne konkrete Ergebnisse beim Klimaschutzprogramm zu Ende gegangen ist. Das sei "schlichtweg Arbeitsverweigerung" von Union und SPD, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Koalitionsausschuss hatte am Mittwochabend als Arbeitstreffen stattgefunden, konkrete Beschlüsse wurden anschließend nicht mitgeteilt.

Ifo-Institut: Iran-Krieg kostet Deutschland mindestens 0,2 Prozentpunkte Wachstum

Der Krieg im Nahen Osten und der Ölpreisanstieg kosten die deutsche Wirtschaft voraussichtlich mindestens 0,2 Prozentpunkte Wachstum. Sollte der Konflikt rasch beendet werden, halte das Ifo-Institut an seiner Wachstumsprognose von 0,8 Prozent in diesem Jahr fest, wie die Münchener Ökonomen am Donnerstag mitteilten. "Ohne den Energiepreisschock hätte sich allerdings eine leichte Aufwärtsrevision der Prognose für das laufende Jahr auf 1,0 Prozent ergeben."

Textgröße ändern: