Pallade Veneta - BSW setzt bei Kampagne für Europawahl auf ganz Zugkraft von Sahra Wagenknecht

BSW setzt bei Kampagne für Europawahl auf ganz Zugkraft von Sahra Wagenknecht


BSW setzt bei Kampagne für Europawahl auf ganz Zugkraft von Sahra Wagenknecht
BSW setzt bei Kampagne für Europawahl auf ganz Zugkraft von Sahra Wagenknecht / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) setzt in seiner Kampagne für die Europawahl am 9. Juni ganz auf die Zugkraft seiner Namensgeberin. Im Wahlkampf werden zahlreiche Großplakate mit dem Konterfei Wagenknechts plakatiert, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden. Die Europawahl sei "die erste Chance, uns stark zu machen", sagte Wagenknecht. Inhaltlich wolle sich das BSW unter anderem dafür einsetzen, "dass Europa wieder eine Friedensmacht wird".

Textgröße ändern:

Wagenknecht bezifferte den Etat der Partei für den Europawahlkampf auf rund drei Millionen Euro. Am 15. Mai startet das BSW eine Wahlkampftour mit zahlreichen Stationen durch ganz Deutschland, die am 6. Juni auf dem Alexanderplatz in Berlin endet, wie Ko-Parteichefin Amira Mohamed Ali sagte. Wagenknecht werde bei allen Veranstaltungen auftreten.

Das BSW hatte sich im Januar gegründet. Generalsekretär Christian Leye verwies darauf, dass es erst drei Landesverbände gebe, die Strukturen in den Bundesländer würden gerade etabliert. "Wir wissen, dass wir in diesen Wahlkampf als Underdog reingehen", sagte Leye. Mit dem ersten Antritt bei einer Wahl "legen wir auch unsere Visitenkarte auf den Tisch". Das BSW habe den Anspruch, "ein bisschen die deutsche Parteienlandschaft aufzumischen", fügte Leye hinzu.

Wagenknecht sagte, es gehe bei der Wahl am 9. Juni "auch um Deutschland". Eine Stimme für ihre Partei sei "ein erster Schritt zur Abwahl der 'Ampel'". Diese habe "keinen Plan für die Zukunft", so der Vorwurf. Mit Blick auf die AfD fügte sie hinzu: "Das BSW gibt den Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit, gegen diese schlechte Politik zu protestieren, ohne eine Partei wählen zu müssen, in der es Neonazis und Rechtsextreme gibt."

Die Großplakate, die allesamt das Konterfei Wagenknechts zeigen, sind mit Fragen wie "Gier oder Gerechtigkeit?", "Abstieg oder Aufbruch?" und "Krieg oder Frieden" versehen. Das Thema Migration ist darunter nicht vertreten. Wagenknecht sagte dazu, das BSW "muss nicht jedes einzelne Thema auf ein Plakat setzen, um dazu eine Position zu haben".

Sie bekräftigte die Forderung nach Asylverfahren an den EU-Außengrenzen und in Drittstaaten. Die Zuwanderungszahlen müssten "ganz klar reduziert werden". Von dem jetzigen Asylsystem profitierten vor allem diejenigen, "die Schleuser und Schlepper finanzieren" könnten, so Wagenknecht.

Das beste Mittel gegen Migration sei, Kriege möglichst schnell zu beenden, um Flucht nicht notwendig zu machen, sagte die BSW-Chefin weiter. Das Bemühen um diplomatische Lösungen sei ihrer Partei ein "sehr wichtiges Anliegen", sagte sie auch mit Blick auf den Umgang mit Russland.

Auf kleineren Wahlplakaten sind auch die BSW- Spitzenkandidaten für die Europawahl, Fabio de Masi und Thomas Geisel, zu sehen. Auf die Frage, warum Wagenknecht so prominent plakatiert wird, obwohl sie nicht für das Europaparlament kandidiere, verwies Ko-Parteichefin Mohamed Ali auf die Bekanntheit der BSW-Gründerin. Bei der ersten Wahl, zu der die Partei antritt, sei es daher sinnvoll, das Wagenknecht im Fokus stehe. Aktuelle Umfragen für die Europawahl sehen das BSW zwischen fünf und 6,5 Prozent.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Kriegsverbrechensvorwürfe auf Facebook: Gericht senkt Ordnungsgeld gegen Meta ab

Nach falschen Kriegsverbrechervorwürfen gegen einen israelischen Soldaten im sozialen Netzwerk Facebook hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main ein gegen den Konzern Meta verhängtes Ordnungsgeld auf 75.000 Euro reduziert. Die Auswirkungen des Unterlassens rechtfertigten kein höheres Ordnungsgeld, erklärte das Gericht am Dienstag. In vorheriger Instanz hatte das Landgericht ein Ordnungsgeld von 100.000 Euro gegen den Konzern verhängt. (Az.: 16 W 32/26)

Von Wahl in Niedersachsen ausgeschlossen: Auch AfD-Vizelandeschef scheitert vor Gericht

Auch der wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue von der niedersächsischen Kommunalwahl im Kreis Lüneburg ausgeschlossene AfD-Politiker Stephan Bothe ist mit einem Eilantrag auf Zulassung vor Gericht gescheitert. Entscheidungen der zuständigen Gremien, die sich unmittelbar auf das Wahlverfahren bezögen, könnten nur durch nachträglichen Wahleinspruch angefochten werden, teilte das Verwaltungsgericht Lüneburg am Montagabend mit. Ein "vorgelagerter Rechtsbehelf" sei nicht vorgesehen. (Az. 1 B 76/26)

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Justizminister verzichtet auf Kandidatur

Acht Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich klärt sich das Kandidatenfeld des Mitte-Rechts-Lagers: Justizminister Gérald Darmanin verzichtet auf eine eigene Kandidatur und will Ex-Premierminister Edouard Philippe unterstützen. "Es ist im allgemeinen Interesse, die Zahl der Kandidaturen nicht zu vergrößern", sagte Darmanin in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Voix du Nord". Darmanin warnte vor einer Stichwahl der Extreme: "Die Gefahr eines Duells zwischen (der Rechtspopulistin) Marine Le Pen und (dem Linkspopulisten) Jean-Luc Mélenchon ist groß", sagte er.

Hessen verbietet israelfeindlichen Palästina-Verein

Das Land Hessen hat den israelfeindlichen Verein Palästina e. V. verboten. Der Zweck des Vereins richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung, wie das hessische Innenministerium am Dienstag mitteilte. "Der Verein hat mit seiner antisemitischen Propaganda die Grenzen zulässiger politischer Meinungsäußerung überschritten", erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU).

Textgröße ändern: