Pallade Veneta - Familienunternehmen: Deutschland weniger wettbewerbsfähig als vor zwei Jahren

Familienunternehmen: Deutschland weniger wettbewerbsfähig als vor zwei Jahren


Familienunternehmen: Deutschland weniger wettbewerbsfähig als vor zwei Jahren
Familienunternehmen: Deutschland weniger wettbewerbsfähig als vor zwei Jahren / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands in Deutschland hat sich einer Umfrage zufolge in den vergangenen zwei Jahren verschlechtert. Die Vorzeichen für mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der befragten Firmen hätten sich negativ verändert, erklärte der Verband der Familienunternehmer am Donnerstag in Berlin. Von der Politik forderten sie weniger Bürokratie und Regulierungen.

Textgröße ändern:

"Zweieinhalb Jahre Ampelregierung haben wirtschaftspolitisch ihre Spuren hinterlassen", erklärte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann. Die Unternehmen im Land könnten ihr zufolge nur noch schwer mit der internationalen Konkurrenz mithalten und entscheiden sich deshalb immer häufiger gegen Investitionen im Inland. "Die Enttäuschung über nicht eingehaltene Entlastungsversprechen wächst in der Unternehmerschaft rasant", mahnte Ostermann.

63 Prozent der befragten Unternehmen kritisierten nach Angaben des Verbands die hohen Bürokratiekosten und die Überregulierung der Verwaltung als große Investitionshemmnisse. Es folgt mit 50 Prozent die "unberechenbare Finanz- und Wirtschaftspolitik". Gefragt nach Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessern würden, nannten 65 Prozent der Familienunternehmer den Abbau von Bürokratie und Berichtspflichten. 37 Prozent fordern weniger steuerliche Belastungen und 34 Prozent niedrigere Lohnnebenkosten.

Deutschland müsse in Brüssel lauter für die Entbürokratisierung auf EU-Ebene einstehen und "immer neuen Regelungen einen Riegel vorschieben", forderte Ostermann. Konkret nannte sie etwa das Lieferkettengesetz und die Taxonomie, ein EU-Regelwerk, das festlegt, welche wirtschaftlichen Bereiche die EU als nachhaltig betrachtet.

Am Donnerstag wurde Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zur Feier des 75. Jubiläums des Familienunternehmer-Verbandes in Wiesbaden erwartet. Der Umfrage zufolge erwarteten die Unternehmer von ihm "mehr Führung".

Nach eigenen Angaben vertreten die Familienunternehmer die Interessen von mehr als 180.000 Betrieben in Deutschland, die insgesamt rund acht Millionen Menschen beschäftigen. Die Umfrage wurde unter 838 Mitgliedsfirmen zwischen 11. April und 21. April 2024 durchgeführt.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Kriegsverbrechensvorwürfe auf Facebook: Gericht senkt Ordnungsgeld gegen Meta ab

Nach falschen Kriegsverbrechervorwürfen gegen einen israelischen Soldaten im sozialen Netzwerk Facebook hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main ein gegen den Konzern Meta verhängtes Ordnungsgeld auf 75.000 Euro reduziert. Die Auswirkungen des Unterlassens rechtfertigten kein höheres Ordnungsgeld, erklärte das Gericht am Dienstag. In vorheriger Instanz hatte das Landgericht ein Ordnungsgeld von 100.000 Euro gegen den Konzern verhängt. (Az.: 16 W 32/26)

Von Wahl in Niedersachsen ausgeschlossen: Auch AfD-Vizelandeschef scheitert vor Gericht

Auch der wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue von der niedersächsischen Kommunalwahl im Kreis Lüneburg ausgeschlossene AfD-Politiker Stephan Bothe ist mit einem Eilantrag auf Zulassung vor Gericht gescheitert. Entscheidungen der zuständigen Gremien, die sich unmittelbar auf das Wahlverfahren bezögen, könnten nur durch nachträglichen Wahleinspruch angefochten werden, teilte das Verwaltungsgericht Lüneburg am Montagabend mit. Ein "vorgelagerter Rechtsbehelf" sei nicht vorgesehen. (Az. 1 B 76/26)

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Justizminister verzichtet auf Kandidatur

Acht Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich klärt sich das Kandidatenfeld des Mitte-Rechts-Lagers: Justizminister Gérald Darmanin verzichtet auf eine eigene Kandidatur und will Ex-Premierminister Edouard Philippe unterstützen. "Es ist im allgemeinen Interesse, die Zahl der Kandidaturen nicht zu vergrößern", sagte Darmanin in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Voix du Nord". Darmanin warnte vor einer Stichwahl der Extreme: "Die Gefahr eines Duells zwischen (der Rechtspopulistin) Marine Le Pen und (dem Linkspopulisten) Jean-Luc Mélenchon ist groß", sagte er.

Hessen verbietet israelfeindlichen Palästina-Verein

Das Land Hessen hat den israelfeindlichen Verein Palästina e. V. verboten. Der Zweck des Vereins richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung, wie das hessische Innenministerium am Dienstag mitteilte. "Der Verein hat mit seiner antisemitischen Propaganda die Grenzen zulässiger politischer Meinungsäußerung überschritten", erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU).

Textgröße ändern: