Pallade Veneta - Führende FDP-Politiker bekräftigen vor Parteitag Forderung nach Wirtschaftsreform

Führende FDP-Politiker bekräftigen vor Parteitag Forderung nach Wirtschaftsreform


Führende FDP-Politiker bekräftigen vor Parteitag Forderung nach Wirtschaftsreform
Führende FDP-Politiker bekräftigen vor Parteitag Forderung nach Wirtschaftsreform / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Vor dem Bundesparteitag der FDP am Wochenende in Berlin haben führende Liberale ihre Forderungen nach Wirtschaftsreformen bekräftigt und die Partner in der Ampel-Koalition zur Mitwirkung aufgefordert. "Wir haben die eindeutige Erwartungshaltung an SPD und Grüne, die Wirtschaftswende für Land und Bürger zu unterstützen", sagte FDP-Fraktionsvize Christoph Meyer der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Menschen, Industrie und Betriebe zählen auf die Koalition, hier dürfen wir nicht enttäuschen."

Textgröße ändern:

Ähnlich äußerte sich Bundestagsfraktionschef Christian Dürr. "Auch unsere Koalitionspartner wollen nicht vor die Wählerinnen und Wähler treten und sagen: 'Sorry, das mit dem Wirtschaftswachstum hat halt nicht geklappt'", sagte Dürr dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Deutschland brauche Reformen. "Und es spricht alles dafür, dass wir das als Koalition hinbekommen."

Am Wochenende findet in Berlin der Bundesparteitag der FDP statt. Fraktionschef Dürr zufolge werden davon keine Signale eines Koalitionsbruchs ausgehen, falls die FDP-Forderungen nach einer Wirtschaftswende nicht erfüllt werden. "Solche taktischen Spielchen sind der Situation nicht angemessen", sagte Dürr dem "Handelsblatt". "Das Signal des FDP-Bundesparteitages wird sein, dass wir Deutschland wieder auf Wachstumskurs bringen wollen."

Fraktionsvize Meyer kündigte an, die FDP werde auf dem Parteitag "wenig überraschend einen klaren Beschluss mit liberalen Positionen beschließen, nicht mit roten oder grünen." Die Partei stelle "Erwirtschaften, Unternehmertum und die Innovationskräfte des Mittelstands in die erste Reihe, nicht Umverteilung oder Planungswirtschaft", sagte Meyer der AFP. "Wir machen Vorschläge, wie die Wirtschaftswende aus liberaler Sicht gelingen kann und dazu gehören Bürokratieabbau, Steueranreize und mehr Effizienz im Sozialstaat."

In den vergangenen Tagen hatte die FDP mit einem Zwölf-Punkte-Papier zur Wirtschaftswende vor allem bei der SPD für Kritik gesorgt, weil die Pläne unter anderem Einschnitte in den Sozialstaat vorsehen. Dürr verteidigte den Vorstoß nun. "Wir müssen ganz ehrlich sein, eineinhalb Jahrzehnte hat in Deutschland keine echte Reformpolitik stattgefunden", sagte er dem Bayerischen Rundfunk am Freitag. Die "hart arbeitende Mitte der Gesellschaft" müsse entlastet werden, sagte der Fraktionschef.

SPD-Chef Lars Klingbeil geht indes beim Thema Erleichterungen für die Wirtschaft auf die Liberalen zu. "Mein Angebot an die FDP ist: Lasst uns in der Ampel zusammensetzen und den großen Wurf beim Bürokratieabbau wagen", sagte Klingbeil der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Freitagsausgaben). "Versuchen wir, ein gesellschaftliches Bündnis aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik zu bilden, um Bürokratieabbau voranzubringen."

"Für die zweite Hälfte der Legislaturperiode ist die wirtschaftliche Stabilisierung das Topthema, auf das die Ampelkoalition sich konzentrieren muss", sagte Klingbeil. "Alle drei – SPD, Grüne und FDP – müssen schnell gemeinsam schauen, was die Punkte sind, die wir anpacken können", betonte er. "Am Wochenende ist FDP-Parteitag. Dass es da auch um Eigenprofilierung geht – geschenkt", sagte der SPD-Vorsitzende. "Ab Montag müssen wir gemeinsam loslegen", forderte er.

Die Jungen Liberalen fordern vor dem Parteitag Nachbesserungen am Rentenpaket II. "Das Rentenpaket, wie Hubertus Heil und Christian Lindner es kürzlich erstmals vorgestellt haben, reicht mir nicht aus", sagte JuLis-Chefin Franziska Brandmann der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe) mit Blick auf den Sozialminister und den Finanzminister.

"Im Koalitionsvertrag heißt es, dass die Haltelinie von 48 Prozent generationengerecht finanziert werden soll – das vorgeschlagene Paket erfüllt diesen Anspruch nicht. Ich erwarte signifikante Nachbesserungen", sagte Brandmann. "Etwa durch eine echte Aktienrente mit dem Erwerb individueller Ansprüche für Bürgerinnen und Bürger wie in Schweden, durch eine Stärkung der privaten Altersvorsorge und das Ende der abschlagsfreien Rente mit 63, die jeden Monat drei Milliarden Euro kostet."

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Kriegsverbrechensvorwürfe auf Facebook: Gericht senkt Ordnungsgeld gegen Meta ab

Nach falschen Kriegsverbrechervorwürfen gegen einen israelischen Soldaten im sozialen Netzwerk Facebook hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main ein gegen den Konzern Meta verhängtes Ordnungsgeld auf 75.000 Euro reduziert. Die Auswirkungen des Unterlassens rechtfertigten kein höheres Ordnungsgeld, erklärte das Gericht am Dienstag. In vorheriger Instanz hatte das Landgericht ein Ordnungsgeld von 100.000 Euro gegen den Konzern verhängt. (Az.: 16 W 32/26)

Von Wahl in Niedersachsen ausgeschlossen: Auch AfD-Vizelandeschef scheitert vor Gericht

Auch der wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue von der niedersächsischen Kommunalwahl im Kreis Lüneburg ausgeschlossene AfD-Politiker Stephan Bothe ist mit einem Eilantrag auf Zulassung vor Gericht gescheitert. Entscheidungen der zuständigen Gremien, die sich unmittelbar auf das Wahlverfahren bezögen, könnten nur durch nachträglichen Wahleinspruch angefochten werden, teilte das Verwaltungsgericht Lüneburg am Montagabend mit. Ein "vorgelagerter Rechtsbehelf" sei nicht vorgesehen. (Az. 1 B 76/26)

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Justizminister verzichtet auf Kandidatur

Acht Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich klärt sich das Kandidatenfeld des Mitte-Rechts-Lagers: Justizminister Gérald Darmanin verzichtet auf eine eigene Kandidatur und will Ex-Premierminister Edouard Philippe unterstützen. "Es ist im allgemeinen Interesse, die Zahl der Kandidaturen nicht zu vergrößern", sagte Darmanin in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung "La Voix du Nord". Darmanin warnte vor einer Stichwahl der Extreme: "Die Gefahr eines Duells zwischen (der Rechtspopulistin) Marine Le Pen und (dem Linkspopulisten) Jean-Luc Mélenchon ist groß", sagte er.

Hessen verbietet israelfeindlichen Palästina-Verein

Das Land Hessen hat den israelfeindlichen Verein Palästina e. V. verboten. Der Zweck des Vereins richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und gegen den Gedanken der Völkerverständigung, wie das hessische Innenministerium am Dienstag mitteilte. "Der Verein hat mit seiner antisemitischen Propaganda die Grenzen zulässiger politischer Meinungsäußerung überschritten", erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU).

Textgröße ändern: