Pallade Veneta - Abkommen über deutsch-französischen Kampfpanzer unterzeichnet

Abkommen über deutsch-französischen Kampfpanzer unterzeichnet


Abkommen über deutsch-französischen Kampfpanzer unterzeichnet
Abkommen über deutsch-französischen Kampfpanzer unterzeichnet / Foto: Thomas SAMSON - AFP

Nach langer Verzögerung ist der neue deutsch-französische Kampfpanzer seiner Verwirklichung einen wichtigen Schritt näher gekommen: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein französischer Kollege Sébastien Lecornu unterzeichneten am Freitag in Paris eine Absichtserklärung, die eine hälftige Aufgabenverteilung zwischen den Rüstungsunternehmen beider Länder festlegt. "Dies ist ein weiterer wichtiger Meilenstein", sagte Pistorius. Es gehe nicht um die Weiterentwicklung der aktuellen Panzer, sondern um "etwas völlig Neues".

Textgröße ändern:

Dabei handle es sich um mehrere "miteinander vernetzte Gefechtsfahrzeuge", die teils unbemannt seien. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz bedeute einen "deutlichen qualitativen Fähigkeitsvorsprung", betonte Pistorius.

Das gemeinsame Vorhaben, das Deutschland und Frankreich bereits 2017 auf den Weg gebracht hatten, unterstreiche die "tiefe Verbundenheit und Freundschaft" beider Länder. Die deutsch-französische Achse habe eine "Dynamik vorgebende Bedeutung für das, was in Europa passiert", betonte Pistorius.

Pistorius begrüßte den Aufruf von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu einer Stärkung der europäischen Rüstungsindustrie. "Wir brauchen ein europäisches Verständnis für Rüstungsindustrie, für die Entwicklung von Rüstungsgütern in Europa", sagte Pistorius. Europa setze auf industrielle Eigenständigkeit, "nicht morgen, nicht übermorgen, aber sobald es geht", fügte er hinzu.

Details zu der Aufgabenverteilung für den neuen Kampfpanzer nannten die beiden Minister nicht. Dies sei aber auch nicht das Wichtigste dieses Abkommens, sagte Lecornu. "Das Wichtigste ist, dass Deutschland und Frankreich 2040 denselben Panzer haben werden", sagte er. Neben der deutsch-französischen Holding KNDS würden auch Rheinmetall, Thales und zahlreiche weitere Unternehmen beteiligt werden. "Wir gehen pragmatisch vor und suchen jeweils das Beste, was jede Industrie zu bieten hat", sagte Lecornu.

Dabei ist weiterhin nicht öffentlich bekannt, wer für das Hauptgeschoss zuständig sein soll: Während Rheinmetall für seine 130mm-Kanone plädiert, bevorzugt Nexter seine 140mm-Kanone.

Vorbild für die Aufgabenverteilung sei das Vorgehen beim deutsch-französischen Kampfflugzeug FCAS gewesen, sagte Pistorius. Während Frankreich beim FCAS die Führungsrolle übernommen habe, habe Deutschland die Federführung beim Kampfpanzer MGSC.

Der Vertrag solle Ende des Jahres fertig sein und im kommenden Jahr den Parlamenten vorgelegt werden, sagte Pistorius weiter. Er habe keinen Zweifel, dass der Bundestag mehrheitlich dafür stimmen werde. "Das Projekt lebt von der Unterstützung durch die Parlamentarier", sagte Pistorius. Mittelfristig solle das Vorhaben auch weiteren Partnern offenstehen, etwa Italien. "Wenn wir Europa stärker machen wollen, bedeutet es auch, andere Partner ins Boot zu holen", betonte er.

Das Projekt hatte sich verzögert, weil es Spannungen hinsichtlich des geistigen Eigentums und der Exportmöglichkeiten gab. Ursprünglich sollte das neue System 2035 einsatzbereit sein, inzwischen ist von 2040 die Rede. Das nun unterzeichnete Abkommen markiert den Beginn der Phase 1A, in der die Vorstufe eines Prototyps entwickelt werden soll.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Diplomat: Alle Bewerber um Amt des UN-Generalsekretärs fallen bei Vetomächten durch

Bei der jüngsten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat sind nach Diplomaten-Angaben alle sieben Kandidaten für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres auf Ablehnung bei den ständigen Ratsmitgliedern gestoßen. Bei dem Votum am Freitag habe sich keiner der Bewerber die Unterstützung aller fünf Vetomächte sichern können, hieß es aus Diplomatenkreisen. Die Abstimmung dürfte den Weg für neue Kandidaturen ebnen.

Schweitzer würde erneute Kandidatur von Klingbeil für SPD-Vorsitz begrüßen

SPD-Vize Alexander Schweitzer befürwortet eine erneute Kandidatur von Parteichef Lars Klingbeil für den SPD-Vorsitz. "Ich habe ihn bei der letzten Wahl zum Parteivorsitzenden unterstützt. Und wenn er sich entscheidet, wieder anzutreten, würde ich das begrüßen", sagte der neue Bundesarbeitsminister der "Rheinpfalz" (Samstagsausgabe). Er verwies auf die "teils sehr schwierigen Wahlergebnisse" und die Umfragewerte seiner Partei. "In so einer Situation sollten wir nicht über Personal diskutieren, sondern um den Kurs dieser Partei ringen", betonte Schweitzer.

Junge Union startet Deutschlandtag - Winkel warnt CDU vor rückwärtsgewandter Politik

Die Junge Union (JU) hat ihren Deutschlandtag in Bonn eröffnet. Zum Auftakt des dreitägigen Treffens wählte die Jugendorganisation von CDU und CSU am Freitagabend ihren Vorsitzenden Johannes Winkel wieder. Dieser warnte die Kanzlerpartei CDU vor dem Hintergrund jüngster Wahlniederlagen vor einer rückwärtsgewandten Politik.

Marokkos König ernennt Regierung unter erster Ministerpräsidentin der Geschichte

Marokkos König Mohammed VI. hat die neue Regierung unter Ministerpräsidentin Fatima Ezzahra El Mansouri ernannt. Der Monarch nahm am Freitag im Palast in Rabat die Ernennung der Kabinettsmitglieder vor, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP berichtete. El Mansouri war Ende September als erste Frau zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt worden.

Textgröße ändern: