Pallade Veneta - Ukrainischer Regierungschef: Verteidiger von Mariupol werden "bis zum Ende kämpfen"

Ukrainischer Regierungschef: Verteidiger von Mariupol werden "bis zum Ende kämpfen"


Ukrainischer Regierungschef: Verteidiger von Mariupol werden "bis zum Ende kämpfen"
Ukrainischer Regierungschef: Verteidiger von Mariupol werden "bis zum Ende kämpfen" / Foto: Sergei SUPINSKY - AFP

Die verbliebenen ukrainischen Kämpfer in Mariupol werden sich nach Angaben der Regierung in Kiew auch nach Ablauf eines russischen Ultimatums nicht ergeben. Die letzten Verteidiger der strategisch wichtigen Hafenstadt "werden bis zum Ende kämpfen", sagte Regierungschef Denys Schmyhal am Sonntag dem US-Fernsehsender ABC. Russland hatte den ukrainischen Kämpfern eine Frist bis Sonntagmittag gestellt, um ihre Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen.

Textgröße ändern:

Mariupol sei "immer noch nicht gefallen", betonte Schmyhal. "Unsere Streitkräfte, unsere Soldaten sind noch immer dort. Sie werden bis zum Ende kämpfen."

Schmyhal betonte, dass seine Regierung eine diplomatische Lösung des Konflikts anstrebe, wenn dies "möglich" sei. "Wenn die Russen keine Verhandlungen wollen, werden wir bis zum Ende kämpfen, absolut. Wir werden nicht kapitulieren", fügte er hinzu. "Wir werden unser Land, unsere Familien, unseren Boden nicht verlassen."

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstag vor einem endgültigen Aus der Verhandlungen mit Russland gewarnt, sollten die verbliebenen ukrainischen Kämpfer in Mariupol getötet werden. Schon zuvor hatte Kreml-Chef Wladimir Putin erklärt, die Gespräche steckten in einer "Sackgasse".

Angesprochen auf Berichte, wonach Putin mit einem russischen Sieg im Ukraine-Krieg rechnet, verwies Schmyhal am Sonntag auf Erfolge der ukrainischen Armee in den vergangenen Wochen. Mit Ausnahme der südukrainischen Stadt Cherson sei der russischen Armee die Eroberung keiner einzigen Stadt gelungen, betonte er.

Die Einnahme Mariupols durch die russische Armee würde allerdings sowohl symbolisch als auch strategisch eine schwere Niederlage für die Ukraine bedeuten. Eine Eroberung der Hafenstadt würde Russland helfen, eine direkte Landverbindung zur annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu schaffen.

Mariupol wird seit den ersten Tagen nach dem russischen Einmarschs am 24. Februar belagert. Inzwischen ist die einst über 400.000 Einwohner zählende Stadt im Südosten weitgehend zerstört, die humanitäre Lage ist katastrophal. Mehr als 100.000 Zivilisten in der Stadt sind nach Angaben des Welternährungsprogramms akut von Hunger bedroht.

Die russische Armee hatte zuletzt erklärt, die Kontrolle über Mariupol übernommen zu haben. Etwa 400 ukrainische Kämpfer befanden sich demnach zuletzt aber noch in den Stahlwerken der Hafenstadt.

Schmyhal rief den Westen erneut auf, sein Land mit mehr Waffen und Munition sowie mit weiteren Finanzhilfen zu unterstützen. Der Ukraine drohe derzeit ein monatliches Haushaltsdefizit von fünf Millionen Dollar (4,62 Millionen Euro), sagte der Regierungschef. Beim Frühjahrstreffen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der kommenden Woche in Washington wollen ukrainische Vertreter laut Schmyhal den Bedarf Kiews unterstreichen.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Zuckersteuer: Neun Landes-Agrarminister der Union richten Protestbrief an Merz

Im Streit um die Einführung einer Zuckersteuer wenden sich neun Landes-Agrarminister von CDU und CSU in einem Protestbrief an die Bundesregierung. "Wir als Ministerinnen und Minister der unionsgeführten Agrarressorts sprechen uns gegen eine Verbrauchssteuer auf zuckerhaltige Produkte aus", heißt es in dem Schreiben an Kanzler Friedrich Merz, Kanzleramtschefin Nina Warken und Unionsfraktionschef Thorsten Frei (alle CDU), das der "Welt" laut Mitteilung vom Sonntag vorliegt.

Abbas verschiebt Parlamentswahl in Palästinensergebieten auf Herbst 2027

Vor 20 Jahren wurde in den Palästinensergebieten zuletzt gewählt - nun hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die bislang für Ende November geplante Parlamentswahl um fast zehn Monate verschoben. Wegen von Israel verschuldeter "Hindernisse" soll die Parlamentswahl gemeinsam mit der Präsidentschaftswahl am 11. September 2027 stattfinden, wie Abbas nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa am Samstag anordnete. Die Entscheidung stieß auf scharfe Kritik der israelischen wie der französischen Regierung.

Linke streitet über Antisemitismus-Vereinbarung - Giffey gegen Rot-Rot-Grün

In der Linken ist ein offener Streit um die mit Grünen und SPD in Berlin geschlossene Antisemitismus-Vereinbarung ausgebrochen. Sowohl Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow als auch der ehemalige Chef der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, griffen am Sonntag die parteiinternen Kritiker der Vereinbarung an. Berlins frühere Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) rief ihre Partei dazu auf, die Sondierungsgespräche mit der Linken abzubrechen.

"Todernst": Warschau alarmiert über Hinweise auf "Attentatsversuch" gegen Tusk

Hinweise auf einen "möglichen Attentatsversuch" gegen Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz haben in Polen höchste Sorge ausgelöst. Für Sonntag wurde nach Angaben des Innenministeriums eine Dringlichkeitssitzung im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes einberufen. "Wir nehmen diese Angelegenheit todernst", sagte ein Sprecher des für die Koordination der Geheimdienste zuständigen Ministers.

Textgröße ändern: