Pallade Veneta - Außen- und Verteidigungsminister der USA in Kiew erwartet

Außen- und Verteidigungsminister der USA in Kiew erwartet


Außen- und Verteidigungsminister der USA in Kiew erwartet
Außen- und Verteidigungsminister der USA in Kiew erwartet / Foto: Dimitar DILKOFF - AFP

Die Ukraine bereitet sich auf den bislang wichtigsten internationalen Besuch seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor zwei Monaten vor: Am Sonntag wurden nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj US-Außenminister Antony Blinken und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin in Kiew erwartet. Erbitterte Kämpfe überschatteten die Feiern zum orthodoxen Osterfest in der Ostukraine. Nach ukrainischen Angaben setzte die russische Armee auch ihre Luftangriffe auf die in den Stahlwerken von Mariupol verschanzten Kämpfer und Zivilisten fort.

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Bei den Gesprächen mit Blinken und Austin sollte es nach Angaben Selenskyjs um die US-Waffenlieferungen für die ukrainischen Streitkräfte gehen. Das US-Außenministerium wollte zu der Reise keine Angaben machen.

Der geplante Besuch Blinkens und Austins fiel mit dem orthodoxen Osterfest zusammen, das am Sonntag trotz der anhaltenden russischen Angriffe in vielen Orten begangen wurde. Im an der ostukrainischen Frontlinie gelegenen Lyman versammelten sich bereits am frühen Morgen etwa 50 Zivilisten in der orthodoxen Kirche. Während des gesamten Gottesdienstes war von draußen Artilleriebeschuss zu hören.

"Wenn wir die falschen Entscheidungen treffen, wird uns die Dunkelheit zerstören, so wie die Dunkelheit in diesem Krieg uns zerstört", sagte der Priester. In der ebenfalls an der Front gelegenen Stadt Sewerodonezk begingen ukrainische Soldaten nach nächtlichen Mörserangriffen der russischen Armee das Osterfest mit ihren Kalaschnikows, Müsliriegeln und drei Osterbroten unter einer Brücke.

Auch im Süden des Landes verstärkte die russische Armee ihre Angriffe. Der Vize-Kommandeur des nationalistischen ukrainischen Asow-Regiments, Swjatoslaw Palamar, erklärte am Sonntag, Russland setze seine Angriffe aus der Luft und per Artillerie auf die Stahlwerke von Mariupol fort. Russische Infanteriesoldaten versuchten demnach, das Industriegelände zu stürmen.

Auf dem riesigen Gelände des Konzerns Asow-Stahl haben sich hunderte ukrainische Soldaten und Zivilisten verschanzt. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag angeordnet, das Werk weiter zu belagern - so engmaschig, dass "keine Fliege mehr heraus kann".

Der UN-Ukraine-Koordinator Amin Awad forderte am Sonntag eine "sofortige" Waffenruhe für Mariupol. Zehntausende Menschen, darunter Frauen, Kinder und Ältere, seien in Gefahr und müssten umgehend aus der Stadt am Asowschen Meer gebracht werden.

Ein erneuter Evakuierungsversuch für Zivilisten aus Mariupol war am Samstag gescheitert. Die Ukraine warf der russischen Armee vor, die für den Transport über Fluchtkorridore versammelten Menschen "auseinandergetrieben" zu haben. Einige der Einwohner seien zudem gezwungen worden, Busse zu besteigen, die sie in von Russland kontrollierte Gebiete bringen sollten.

Für Entsetzen sorgten mehrere russische Raketenangriffe auf die Schwarzmeer-Metropole Odessa, bei denen am Samstag nach Angaben Selenskyjs acht Zivilisten getötet wurden, darunter ein drei Monate altes Mädchen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe in der Nähe von Odessa ein Depot angegriffen, in dem ausländische Waffen gelagert worden seien. Das Ministerium warf zudem den ukrainischen Geheimdiensten vor, "eine Provokation" im Zusammenhang mit "der Nutzung giftiger chemischer Substanzen" vorzubereiten.

Russland hat bereits in der Vergangenheit ähnliche Anschuldigungen gegen die Ukraine erhoben. Der Westen befürchtet, dass Moskau damit möglicherweise von eigenen Angriffsplänen mit international geächteten Waffen ablenken will. Mehrere Staats- und Regierungschefs warnten zuletzt vor einem möglichen Einsatz von Chemie- oder Atomwaffen im Ukraine-Krieg.

Der Westen geht davon aus, dass Russlands Staatschef Putin am symbolisch bedeutsamen 9. Mai einen wichtigen Sieg in der Ukraine verkünden will. Ein ranghoher russischer General hatte vor wenigen Tagen erklärt, Auftrag der russischen Streitkräfte sei es, die vollständige Kontrolle über die Südukraine und den Donbass zu erlangen.

Demnach will Russland eine Landverbindung zur annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sowie zu der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region Transnistrien in der Republik Moldau herstellen. Die Äußerungen des Generals sorgten für Unruhe im pro-westlich regierten Moldau, das eine Ausweitung des Ukraine-Kriegs auf sein Staatsgebiet befürchtet.

F.Abruzzese--PV

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