Pallade Veneta - Mehr als 20 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen

Mehr als 20 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen


Mehr als 20 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen
Mehr als 20 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen / Foto: Fathi AL-MASRI - AFP

Auf der Flucht über das Mittelmeer sind vor den Küsten Tunesiens und des Libanon am Wochenende mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 17 Menschen starben, als vor der tunesischen Küste vier kaum seetüchtige Boote kenterten. Nahe der nordlibanesischen Küstenstadt Tripoli kamen mindestens sechs Flüchtlinge ums Leben, als ihr Boot sank. Das Rettungsschiff "Ocean Viking" rettete unterdessen vor Libyens Küste 70 Menschen aus einem sinkenden Schlauchboot.

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In der tunesischen Hafenstadt Sfax teilte ein Gerichtssprecher mit, die Leichname seien von Rettungskräften aus dem Meer geholt worden. Unter den Todesopfern sei "mindestens ein Baby".

Der Sprecher in Sfax äußerte die Befürchtung, dass die Totenzahl noch deutlich steigen könnte. Laut Schilderungen von Überlebenden hätten sich in jedem Boot zwischen 30 und 32 Menschen befunden. Die behelfsmäßig für die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer hergerichteten Boote waren nach Angaben des Gerichtssprechers in einem "schlechten Zustand".

Die Mehrzahl der Menschen, die in der Nacht zum Samstag in den vier Booten aufgebrochen seien, stammten aus afrikanischen Staaten südlich der Sahara, sagte der Sprecher.

Tunesien und das benachbarte Libyen sind wichtige Transitländer für Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Dies geschieht oft in Booten, die nicht für die Überfahrt über das Mittelmeer geeignet sind.

Vor der Küste des Libanon bargen Soldaten am Samstag nach dem Untergang des Flüchtlingsboots zunächst die Leiche eines jungen Mädchens, am Sonntag wurden dann fünf weitere Tote geborgen, wie die libanesische Nachrichtenagentur ANI berichtete. Nach Angaben der Behörden befanden sich rund 60 Menschen an Bord, rund 50 Menschen seien gerettet worden. Rettungskräfte suchten am Sonntag weiter nach Überlebenden.

Der Chef der libanesischen Marine, Haissam Dannaoui, sagte vor Journalisten, das Schiff sei nur zehn Meter lang und drei Meter breit gewesen, und es habe keine Schwimmwesten an Bord gegeben. Zwei Patrouillenboote hätten das überladene Boot verfolgt, um es zur Rückkehr aufzufordern.

"Leider hat der Kapitän (des Schiffes) entschieden, mit Manövern zu entwischen", sagte Dannaoui. Dabei habe der Kapitän die Marineschiffe gerammt, und das Schiff sei schnell gesunken. "Binnen fünf Sekunden war das Boot unter Wasser", sagte der Marinechef.

Einer der Überlebenden hatte der Nachrichtenagentur AFP zuvor gesagt, dass das Flüchtlingsboot von den Patrouillenschiffen "zweimal gerammt" worden sei, um es zur Umkehr zu bewegen.

Unterdessen rettete die "Ocean Viking" der Hilfsorganisation SOS Méditerrannée am Sonntag 70 Migranten aus einem Schlauchboot, das vor der libyschen Küste die Luft verlor. Als sich ein libysches Patrouillenschiff genährt habe, sei auf dem Boot kurz "Panik" ausgebrochen, erklärte die NGO. Alle 70 Insassen, unter ihnen 17 unbegleitete Minderjährige, hätten dann von der "Ocean Viking" aufgenommen werden können.

Das Rettungsschiff wird von SOS Méditerrannée und der Internationalen Föderation des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds zusammen betrieben.

Laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ertranken im vergangenen Jahr insgesamt fast 2000 Flüchtlinge beim Versuch der Überfahrt über das Mittelmeer oder wurden offiziell für vermisst erklärt. Dies war eine deutliche Zunahme im Vergleich zu 2020, als es noch rund 1400 waren.

T.Galgano--PV

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