Pallade Veneta - Bundesregierung erwägt Nachtragshaushalt für 2024 - elf Milliarden Euro mehr

Bundesregierung erwägt Nachtragshaushalt für 2024 - elf Milliarden Euro mehr


Bundesregierung erwägt Nachtragshaushalt für 2024 - elf Milliarden Euro mehr
Bundesregierung erwägt Nachtragshaushalt für 2024 - elf Milliarden Euro mehr / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Bundesregierung erwägt einen Nachtragshaushalt für das laufende Jahr aufzustellen, um mehr Schulden aufnehmen zu können. Möglich sei eine zusätzliche Nettokreditaufnahme von etwa elf Milliarden Euro, verlautete am Donnerstag aus Koalitionskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Die Vorgaben der Schuldenbremse würden dabei eingehalten: Weil die Konjunktur schwächer als erwartet laufe, lasse die Schuldenbremse für 2024 eine größere Nettokreditaufnahme zu. Die "Bild" hatte zuerst über die Pläne berichtet.

Textgröße ändern:

Das FDP-geführte Bundesfinanzministerium hat die Ampel-Haushälter nach AFP-Informationen über entsprechende Überlegungen informiert. Möglich wäre die zusätzliche Schuldenaufnahme wegen der so genannten Konjunkturkomponente der Schuldenbremse. Die Regelung sieht vor, dass der Staat bei schwacher Konjunktur die im Grundgesetz festgeschriebene Neuverschuldungs-Grenze von 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht überschreiten kann.

Neuberechnungen auf Grundlage der Konjunkturkomponente hätten die Möglichkeit einer neuen Kreditaufnahme von etwa elf Milliarden Euro ergeben, hieß es aus der Koalition. Aus der FDP-Fraktion verlautete: "Die Schuldenbremse wird also nicht ausgesetzt, nur die Berechnung der erlaubten Nettokreditaufnahme wird an die schlechter als erwartete Wirtschaftslage angepasst." Weitere Optionen an Stelle eines Nachtragshaushalts seien damit aber noch nicht vom Tisch - etwa eine Haushaltssperre oder weitere Maßnahmen in den Etats der Ministerien.

Zudem wurde betont, dass die neu aufgenommenen Schulden im Rahmen eines Nachtragshaushalts zur Deckung von Mehrausgaben benötigt würden, die sich im Laufe des Jahres einstellen dürften.

Verwiesen wurde in der FDP-Fraktion auf Mehrkosten beim Bürgergeld von etwa drei Milliarden Euro und zusätzliche Ukraine-Hilfen des Bundesverteidigungsministeriums von 3,8 Milliarden Euro. Außerdem könnte die EEG-Umlage im Klima- und Transformationsfonds (KTF) wegen der garantierten Einspeisevergütung in diesem Jahr bis zu neun Milliarden Euro mehr kosten.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) zeigte sich verwundert über Lindners Überlegungen und warf ihm eine falsche Prioritätensetzung vor. "Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet Christian Lindner und sein Ministerium an einem Nachtragshaushalt arbeiten sollen, der de facto mehr Schulden bedeutet", sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Funke-Zeitungen. Sozialpolitische Projekte wie die Kindergrundsicherung und das Rentenpaket II habe Lindner hingegen bereits mehrfach aus finanziellen Beweggründen deutlich beschnitten oder verschoben.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Nach Selenskyjs Appell an Musk: Ukraine meldet bessere Starlink-Verbindung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Technologieunternehmer Elon Musk zur Wiederherstellung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starlink in der Ukraine aufgefordert - kurz darauf meldete das ukrainische Verteidigungsministerium eine Verbesserung der Verbindungen. "Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben", sagte Selenskyj am Mittwoch in einem Interview mit dem Journalisten Piers Morgan.

Krankenkassen: GKV-Schätzerkreis rechnet mit stabilem Beitragssatz

Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen könnte nach Angaben des sogenannten GKV-Schätzerkreises im kommenden Jahr stabil bleiben. Aus den Schätzergebnissen für das Jahr 2027 ergibt sich ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von unverändert 2,9 Prozent, wie der Schätzerkreis am Mittwochabend mitteilte. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen werden demnach im kommenden Jahr wesentlich geringer ansteigen als noch im laufenden Jahr.

Kongresswahlen: US-Demokraten bilden 100 Wahlbeobachter aus

Vor den US-Kongresswahlen in knapp drei Wochen hat die Demokratische Partei eigene Wahlbeobachter ausgebildet. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sagte am Mittwoch in Washington, 100 Kongressmitarbeiterinnen und -mitarbeiter seien dafür geschult worden. "Ihre Rolle ist ganz klar: beobachten, dokumentieren und über die Fakten berichten", sagte Schumer.

Selenskyj fordert Musk zu Wiederherstellung von Starlink in der Ukraine auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Technologieunternehmer Elon Musk aufgefordert, den Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink in der Ukraine wiederherzustellen. "Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben", sagte Selenskyj am Mittwoch während eines Besuchs in Großbritannien in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. Die Störung des Dienstes sei "ein großer Fehler".

Textgröße ändern: