Pallade Veneta - Umfrage: Mehrheit sieht Elternhaus als essenziell für Demokratiebildung

Umfrage: Mehrheit sieht Elternhaus als essenziell für Demokratiebildung


Umfrage: Mehrheit sieht Elternhaus als essenziell für Demokratiebildung
Umfrage: Mehrheit sieht Elternhaus als essenziell für Demokratiebildung / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland spricht einer Umfrage zufolge dem Elternhaus die zentrale Rolle bei der Vermittlung demokratischer Überzeugungen und Kompetenzen zu. Das geht aus dem Kinderreport 2024 des Deutschen Kinderhilfswerks hervor, der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde.

Textgröße ändern:

Demnach schreiben 85 Prozent der befragten Erwachsenen dem familiären Umfeld diese Bedeutung für die Demokratiebildung zu, während bei den ebenfalls befragten Kindern und Jugendlichen nur 60 Prozent dieser Meinung sind. Von ihnen sehen 73 Prozent die Hauptverantwortung bei Schulen und Kindertagesstätten.

Als wichtigste Maßnahme, um demokratische Überzeugungen und Fähigkeiten zu vermitteln, betrachten 89 Prozent der Erwachsenen der Umfrage zufolge den verstärkten Austausch zu aktuellen politischen Ereignissen im Schulunterricht. Dies gaben mit 89 Prozent ebenso viele Kinder und Jugendliche an.

Deutlich wird in der Umfrage des Kinderhilfswerks auch das geringe Vertrauen in den dauerhaften Erhalt der Demokratie in Deutschland. So trauen nur 67 Prozent der befragten Erwachsenen der heutigen Generation der Kinder und Jugendlichen zu, als Erwachsene Verantwortung für den Erhalt der Demokratie zu übernehmen. Die Kinder und Jugendlichen selbst sind bei dieser Frage noch skeptischer. Nur 54 Prozent von ihnen geben an, der heutigen jungen Generation dies zuzutrauen.

54 Prozent der Erwachsenen und 48 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind der Überzeugung, dass es der jungen Generation an Kompetenzen mangelt, um an demokratischen Prozessen teilzuhaben. 81 Prozent der befragten Erwachsenen sowie 88 Prozent der Kinder und Jugendlichen denken, dass in der Gesellschaft insgesamt die Fähigkeiten für ein respektvolles Miteinander und die Offenheit für unterschiedliche Meinungen abnehmen.

"Die Demokratie ist eine Gesellschaftsform, die in jeder Generation neu gelernt werden muss und deren Fortbestand nicht ohne Weiteres vorausgesetzt werden darf", erklärte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger. Demokratiebildung sei daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

"Das insgesamt doch geringe Vertrauen in die Fähigkeit von Kindern und Jugendlichen, die Demokratie in Deutschland auch zukünftig zu bewahren, erfüllt uns mit großer Sorge", fügte Krüger hinzu. "Studien zeigen uns, dass Kinder und Jugendliche demokratische Haltungen am ehesten entwickeln, wenn sie Demokratie selbst erleben und deren positive Auswirkungen erfahren. Um dies zu ermöglichen, braucht es sowohl zuträgliche Rahmenbedingungen als auch individuelle Förderungskonzepte."

Für den Kinderreport 2024 erhob das Sozial- und Politikforschungsinstitut Verian im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks zwei Umfragen. Es wurden 666 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren sowie 1006 Erwachsene ab 18 Jahren befragt. Beiden Gruppen wurden die gleichen Fragen gestellt.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Krankenkassen: GKV-Schätzerkreis rechnet mit stabilem Beitragssatz

Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen könnte nach Angaben des sogenannten GKV-Schätzerkreises im kommenden Jahr stabil bleiben. Aus den Schätzergebnissen für das Jahr 2027 ergibt sich ein durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von unverändert 2,9 Prozent, wie der Schätzerkreis am Mittwochabend mitteilte. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen werden demnach im kommenden Jahr wesentlich geringer ansteigen als noch im laufenden Jahr.

Kongresswahlen: US-Demokraten bilden 100 Wahlbeobachter aus

Vor den US-Kongresswahlen in knapp drei Wochen hat die Demokratische Partei eigene Wahlbeobachter ausgebildet. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sagte am Mittwoch in Washington, 100 Kongressmitarbeiterinnen und -mitarbeiter seien dafür geschult worden. "Ihre Rolle ist ganz klar: beobachten, dokumentieren und über die Fakten berichten", sagte Schumer.

Selenskyj fordert Musk zu Wiederherstellung von Starlink in der Ukraine auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Technologieunternehmer Elon Musk aufgefordert, den Satelliten-Kommunikationsdienst Starlink in der Ukraine wiederherzustellen. "Wenn die Angriffe weitergehen und Starlink nicht funktioniert, werden natürlich Menschen sterben", sagte Selenskyj am Mittwoch während eines Besuchs in Großbritannien in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. Die Störung des Dienstes sei "ein großer Fehler".

Gewaltsame Proteste in Albanien: Demonstranten attackieren Regierungssitz und Ministerien

In Albanien ist es den zweiten Tag in Folge bei Protesten gegen die Regierung und für bessere Studienbedingungen zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Hunderte Menschen nahmen am Mittwoch in der Hauptstadt Tirana Kurs auf den Amtssitz von Regierungschef Edi Rama und zwei Ministerien. Die Demonstranten - darunter viele Studierende - forderten den Rücktritt Ramas.

Textgröße ändern: